Strafverfahren um WM-Vergaben 2018 und 2022 eingeleitet

Kommentar zu den Vorwürfen gegen die Fifa: Der Staat wankt

Wegen des Verdachts von Schmiergeldzahlungen haben Schweizer Ermittler am Mittwoch hochrangige FIFA-Funktionäre verhaftet. Ein Kommentar von HNA-Sportredakteur Florian Hagemann.

Festnahmen von Funktionären des Fußball-Weltverbandes Fifa wegen des Verdachts der Bestechung? Es gibt Meldungen, die mehr überraschen. Wobei: Dass nun offensichtlich von einer staatlichen Seite aus gehandelt wird, ist dann schon erstaunlich. Bisher regelte die Fifa ihre Angelegenheiten ja meist selbst – und so, dass am Ende der Eindruck entstand, dieser Verband mit dem allmächtigen Präsidenten Sepp Blatter sei anständiger, als der liebe Gott es je gewesen ist.

Es wird Zeit, dass sich endlich unabhängige Stellen um die Machenschaften der Fifa kümmern und der Weltverband nicht als eine Art eigenständiger Staat unberührt bleibt von einer rechtlichen Verfolgung. Bisher hatte es stets den Anschein, dass die Fifa machen darf, was sie will, weil sie ein Produkt anbietet, auf das keiner verzichten will – mitunter auch kein Staatsmann, weil sich mit Fußball-Großereignissen gut Politik machen lässt.

So durfte sich die Fifa sogar die Groteske leisten, eine WM ins kleine Katar zu vergeben, wo Menschen unter unwürdigen Bedigungen Stadien hochziehen, nur um den finanziell opulent ausgestatteten Scheichs ein Märchen zu bereiten. Erst jetzt scheint dies wirklich ernsthaft hinterfragt zu werden, wenn die Schweiz ein Verfahren gegen die Fifa wegen der WM-Vergabe eröffnen will. Dieses Hinterfragen ist überfällig. Das muss nun ernsthaft betrieben werden, damit alles nicht so endet wie immer: Dass es ein paar Bauernopfer gibt, am Freitag Sepp Blatter wiedergewählt wird und alles weiterläuft wie bisher.

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