Wie jetzt Emir Spahic mussten schon mehrere Sportler gehen

Kopfstoß, Ohrfeige und Kokain: Diese Fußballer wurden suspendiert

Kopfstoß-Skandal 2005: Nach seiner Attacke gegen Albert Streit (links) lässt sich Duisburgs Trainer Norbert Meier theatralisch fallen. Danach wird er gefeuert. Fotos: dpa

Nach seiner Prügelattacke gegen Ordner des Vereins hat Fußball-Bundesligist Bayer Leverkusen am Wochenende seinen Innenverteidiger Emir Spahic suspendiert. Das war nicht das erste Mal, dass ein Bundesligaklub nach einer Verfehlung eines Angestellten so konsequent gehandelt hat. Ein Blick zurück.

ULI STEIN

Der 60-Jährige ist eine Art Experte für Rausschmisse. Er musste nicht nur die Nationalmannschaft während der Weltmeisterschaft 1986 verlassen, weil er Teamchef Franz Beckenbauer einen Suppenkasper nannte. Auch der Hamburger SV suspendierte den Torwart, nachdem Stein 1987 beim Supercup gegen Bayern München dem gegnerischen Torschützen Jürgen Wegmann einen Faustschlag verpasst hatte.

TONI SCHUMACHER 

Der Kölner überstand zwar die Weltmeisterschaft 1986 als Nummer eins, später ereilte den Nationaltorwart aber dasselbe Schicksal wie Stein – interessanterweise auch 1987. Nach der Veröffentlichung seines Buches „Anpfiff“ flog er sowohl bei der Nationalelf als auch beim 1. FC Köln raus. Schumacher schrieb darin unter anderem über Doping in der Bundesliga. Heute lässt sich mindestens erahnen, dass Schumacher (61), mittlerweile Vizepräsident des FC, recht hatte.

BASLER UND SCHEUER 

Was als gemütlicher Abend begann, entwickelte sich zur Pizzaaffäre und endete mit dem Rausschmiss beim FC Bayern München. Die Profis Mario Basler (46) und Sven Scheuer (44) wurden 1999 in einer Pizzaria von einem Gast angepöbelt und sollen daraufhin handgreiflich geworden sein. Die Spieler dementierten, dem Vereins war’s egal. Beide mussten gehen. NORBERT MEIER

Auch Trainer können nicht nur bloß wegen Erfolglosigkeit entlassen werden. So musste Norbert Meier (56) einst beim MSV Duisburg seine Sachen packen, weil er gegen Köln gleich mehrere Aussetzer auf einmal hatte: Meier versetzte an der Seitenlinie dem Kölner Albert Streit einen Kopfstoß – und ließ sich anschließend selbst theatralisch fallen. Meier erhielt als Strafe drei Monate Berufsverbot und wurde vom MSV entlassen. Apropos Albert Streit:

ALBERT STREIT 

Faustschlag 1987: Uli Stein (hinten) rastet nach dem Gegentor von Jürgen Wegmann aus.

Der einstige Junioren-Nationalspieler machte seinem Nachnamen mehrfach auf unrühmliche Weise alle Ehre. Beim FC Schalke 04 wurde er 2009 zum Feindbild der eigenen Fans, die in ihm einen Abzocker sahen. Grund: Trainer Felix Magath verbannte Streit nach schwachen Leistungen von den Profis zu den Amateuren – und Streit (35) kündigte an, seinen millionenschweren Vertrag auszusitzen.

2013 attackierte Streit als Spieler von Regionalligist Victoria Köln einen Gegenspieler im Kabinengang. Für seine Ohrfeige wurde er vier Monate gesperrt. Der Rausschmiss bei Victoria folgte kurze Zeit später. Im Training kritisierte er Trainer Claus-Dieter Wollitz, stand mit ihm Kopf-an-Kopf und wurde danach freigestellt.

CHRISTOPH DAUM 

Als Trainer von Bayer Leverkusen sorgte er im Jahr 2000 für einen der größten deutschen Fußball-Skandale. Bayern-Manager Uli Hoeneß bezichtigte den designierten Nationalcoach Daum des Drogenkonsums. Wegen der Anschuldigungen stieg der öffentliche Druck, und Daum (61) machte einen Drogentest. Er habe ein „absolut reines Gewissen“, sagte er. Dennoch wurde der Konsum von Kokain nachgewiesen. Die Entlassung folgte prompt. Und Bundestrainer wurde wenig später Rudi Völler.

THORSTEN LEGAT 

Beim VfB Stuttgart sorgte Defensivspieler Thorsten Legat (46) 1999 für einen Eklat: Der damals 31-Jährige kritzelte das Wort Negersaft auf ein Poster im Stuttgarter Kraftraum, auf dem sein dunkelhäutiger Mitspieler Pablo Thiam mit einer Trinkflasche abgebildet war. Weil sich niemand der rassistischen Tat bekannte, wurde ein Graphologe zu Hilfe gerufen. Der analysierte die Handschriften der Spieler – und überführte Legat. Fortan war er nicht mehr Angestellter beim VfB Stuttgart.

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