Argentinier holt ersten Titel mit seinem Land

Ausgerechnet am 10. Juli: Lionel Messis Sehnsucht ist endlich gestillt

Endlich mal gewonnen: Lionel Messi reckt den Pokal nach oben und feiert mit seinen Teamkollegen den Triumph Argentiniens bei der Copa América.
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Endlich mal gewonnen: Lionel Messi reckt den Pokal nach oben und feiert mit seinen Teamkollegen den Triumph Argentiniens bei der Copa América.

Lionel Messi hat es endlich geschafft: Der Argentinier hat erstmals mit seinem Land einen Titel gewonnen. Im Finale der Copa América gewannen Messi und Co. 1:0 gegen Brasilien.

Bei Fußballfans gibt es ja zwei Lager: Die einen halten den Portugiesen Cristiano Ronaldo für den besten Fußballer dieser Generation, die anderen den Argentinier Lionel Messi. „Ronaldo hat Portugal zum Europameister gemacht, Messi mit seinem Land nichts erreicht“, lautete oft ein Argument der Anhänger von Ronaldo. Seit Samstagabend (Ortszeit) ist das nun hinfällig. Angeführt von Messi gewann Argentinien die Copa América – dank eines 1:0 im Finale gegen Brasilien.

Der 34-jährige Messi bewies bei der Südamerika-Meisterschaft mal wieder, dass er noch immer zu den Größten des Fußballs gehört. Mit vier Toren traf er gemeinsam mit Perus Gianluca Lapadula und Kolumbiens Luis Diaz am häufigsten, dazu kamen fünf Vorlagen – ebenfalls Topwert. Mit insgesamt neun Torbeteiligungen ist er der Topscorer des Turniers. Bester Torschütze, Vorbereiter, Scorer, dazu Turniersieger und die Auszeichnung als bester Spieler des Wettbewerbs – das gelang bislang noch keinem Spieler jemals bei einem internationalen Turnier.

Di Marias Geniestreich entscheidet das Spiel

Dass aber auch Messi nicht unfehlbar ist, zeigte sich in der Schlussphase des Finals. Da hatte er frei vor dem Tor die Möglichkeit, mit dem 2:0 die Entscheidung zu besorgen. Er verstolperte den Ball aber. So wurde Angel di Maria zum Matchwinner. Er profitierte in der 22. Minute von einem Fehler des Brasilianers Renan Lodi, der einen langen Ball unterschätzte. Di Maria nahm den Flugball perfekt an und überlupfte Torhüter Ederson eiskalt.

Für di Maria war es Turniertor Nummer eins. Mit dem 33-Jährigen von Paris Saint-Germain traf einer, der lange trotz starker Leistungen eher im Schatten der Messis, Tevez’, Agüeros und Higuains spielte. Dabei ist di Maria ein klasse Fußballer: schnell, gerissen, eklig im Zweikampf, technisch stark wie bei seinem Lupfer-Tor gegen Brasilien – im Angesicht einer Niederlage aber auch immer mal für eine Unsportlichkeit gut.

Er galt bis dato ebenso wie Messi als einer der gescheiterten Generation seines Landes. Das ist nun vorbei. Für Argentinien ist es der erste Triumph bei der Copa América seit – Achtung – 28 Jahren. 1993 war die Albiceleste letztmals Sieger. Seitdem gab es vier Finalniederlagen bei der Copa, dazu die Endspielpleite 2014 gegen Deutschland.

Ausgerechnet am 10. Juli holt Messi den Titel

Brasilien kam am Samstag im zweiten Abschnitt zu guten Chancen, Richarlison traf sogar, wurde aber wegen Abseits zurückgepfiffen. Von Superstar Neymar, gemeinsam mit seinem Kumpel Messi zum Spieler des Turniers gewählt, ging wenig Gefahr aus.

Ausgerechnet der 10. Juli wird somit zum Feiertag für Messi und seine Mitspieler. Auch Ronaldo führte sein Land am 10. Juli als Kapitän der EM 2016 auf das Feld, die beiden Kontrahenten teilen sich dieses Datum nun für einen ihrer größten Erfolge. Für Torschütze Angel di Maria, der mit Cristiano Ronaldo bei Real Madrid zusammenspielte, stellt sich die eingangs vorgestellte Diskussion um den besten Fußballer nicht. „Du verdienst es mehr als jeder andere. Du bist der Beste der Welt. Du warst es vor diesem Finale und bist es jetzt, wo du Champion bist“, schrieb er bei Instagram, wo er ein Bild von sich und Messi mit dem Pokal hochlud.

Von Björn Friedrichs

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