Nationaltorwart enttäuscht

Löws Null-Risiko-Maxime verstimmt Neuer

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Manuel stand zuletzt im Oktober 2016 im Tor der Naionalmannschaft. Foto: Carmen Jaspersen

Im Oktober 2016 hat Manuel Neuer letztmals im Tor des Nationalteams gestanden. Nach seinem Comeback beklagt er, dass er für die ersten Länderspiele der WM-Saison nicht berufen wurde. Löw hat gute Gründe für seine Entscheidung - beim nächsten Mal kehrt der Käpt'n zurück.

München (dpa) - Die Null-Risiko-Maxime des Bundestrainers hat Manuel Neuer verstimmt. Nach geglücktem Comeback im Tor der Bayern machte er keinen Hehl aus seiner Enttäuschung, dass ihn Joachim Löw nicht für den Start der Fußball-Nationalmannschaft in die WM-Saison nominiert hat.

"Das war ja nicht unbedingt nur die Entscheidung von mir. Ich wäre schon gerne dabei gewesen", sagte der Kapitän nach dem 2:0 der Münchner beim SV Werder Bremen. Neuer stellte klar: "Die Spieler entscheiden nicht, ob sie dabei sind, sondern der Bundestrainer."

Etwas mehr als vier Monate nach seinem Bruch am linken Fuß meldete sich der 31-Jährige im Weserstadion im Wettkampfbetrieb zurück. Bei den Bayern stand hinten prompt die Null, auch wenn Neuer dafür nicht mit großartigen Paraden sorgen musste. In den 90 Minuten wurde er von den Bremer Profis nicht einmal ernsthaft geprüft. Trotzdem wirkte er fit, sein Auftreten war gewohnt selbstsicher und abgeklärt. Neuer verlieh der beim Bundesliga-Auftakt noch so wackligen Münchner Abwehr anscheinend allein mit seiner Anwesenheit eine größere Stabilität.

"Ich bin froh, dass ich wieder dabei bin. Das ist jetzt das Wichtigste und dass ich gesund bleibe. Die Zeit war lang genug", sagte Neuer. Er hätte in den WM-Qualifikationsspielen am Freitag in Prag gegen Tschechien und drei Tage später in Stuttgart das Team gerne sofort wieder als Kapitän angeführt: "Ich hätte schon gerne früher mehr Spiele gemacht. Das ist es, was ich jetzt brauche."

Wer aus Neuers Worten auf einen Konflikt mit Löw schließen wollte, lag aber falsch. "Es ist alles in Ordnung", fügte der Schlussmann in Bremen hinzu, als ihm die Tragweite seiner offenen Worte bewusst wurde. Der Verzicht auf ihn sei "auch eine logische Entscheidung", bemerkte der Torwart: "Die Verantwortlichen wollen nicht, dass wieder etwas passiert. Es ist klar: Besser wäre gewesen, wenn ich zuvor mit Bayern ein paar Spiele gemacht hätte. Dann wäre ich schon weiter gewesen und für die zwei Länderspiele infrage gekommen."

Löw hatte die Entscheidung, Neuer nicht sofort zurückzuholen, als Vorsichtsmaßnahme begründet. "Das Risiko war uns ganz einfach zu hoch. Er soll sich auf keinen Fall verletzen", erklärte der Bundestrainer. Neuer ist ein Fixpunkt in Löws Planungen für eine erfolgreiche Titelverteidigung bei der WM 2018 in Russland.

Schon vor Neuers Worten hatte Löw klargestellt, dass dessen Comeback im Nationaltrikot nur aufgeschoben sei. "Er kann die beiden Wochen noch nutzen, dann wird er im Oktober wieder zur Verfügung stehen." Dann beschließt der Weltmeister die Qualifikationsrunde mit den Partien in Nordirland sowie in Kaiserslautern gegen Aserbaidschan.

Neuers Ungeduld ist nachvollziehbar. Schließlich stand er beim 2:0 im Hinspiel gegen Nordirland am 11. Oktober 2016 letztmals im Tor. Löws Neuer-Verzicht ist aber auch als ein Zeichen des Bundestrainers zum Start in die WM-Saison zu deuten. Der 57-Jährige formulierte vor dem Treffpunkt des 24-Mann-Aufgebotes am Dienstag in Stuttgart klare Anforderungen Richtung WM 2018. "Ich erwarte von den Spielern, dass sie dieses Jahr sehr konzentriert und konsequent durchziehen, damit wir im nächsten Jahr erfolgreich sein können", sagte Löw.

Neuer ist für die angestrebte Titelverteidigung in Russland ein Erfolgsfaktor. Gegen Tschechien und Norwegen geht es aber nur darum, womöglich vorzeitig das WM-Ticket zu lösen. Das sollte auch mit dem erneut nominierten Confed-Cup-Trio Marc-André ter Stegen, Bernd Leno und Kevin Trapp möglich sein.

Barcelona-Schlussmann ter Stegen hatte sich in Russland die Position der Nummer 2 erarbeitet. "Meines Wissens ist das so klar noch nicht gesagt worden", bemerkte Neuer zum Ranking hinter ihm: "Alle drei Torhüter haben zuletzt einen guten Job gemacht. Um die Torhüter muss man sich in Deutschland wirklich keine Sorgen machen."

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