Portrait

Bas Dost: Ein Mittelstürmer alter Schule für Frankfurts Offensive

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Beachtliche Trefferquote: Vergangene Saison traf Bas Dost für Sporting 23 Mal in 35 Pflichtspielen. 

Überraschend will Eintracht Frankfurt die Personalnot im Sturm mit der Verpflichtung von Bas Dost lösen.

Als Bast Dost, den Eintracht Frankfurt jetzt einigermaßen überraschend verpflichten will, noch beim VfL Wolfsburg spielte, zwischen 2012 und 2016 war das, da ist sein Teamkamerad Naldo einmal gefragt worden, warum dieser lange Lulatsch so verlässlich ins Tor treffe. Damals waren Dost elf Tore in sechs Partien gelungen. Sein brasilianischer Kollege hatte eine simple Erklärung: „Weil er so lange Beine hat.“ Das stimmt, Bas Dost ist 1,96 Meter groß, dazu hat er Plattfüße und bestätigte Schuhgröße 47 oder 48. Der Mann lebt auf großem Fuß.

Bas Dost, vor 30 Jahren im niederländischen Deventer geboren, soll bei Eintracht Frankfurt offenbar die Lücke schließen, die die Abgänge von Luka Jovic und Sebastien Haller gerissen haben. Der Niederländer, seit 2016 beim portugiesischen Hauptstadtklub Sporting Lissabon unter Vertrag, soll eine Ablöse von etwa neun Millionen Euro kosten. Der Wechsel von der Stadt am Tejo in die Stadt am Main soll ihm nun einen Vertrag bis 2023 in Frankfurt einbringen; zeimlich lang für einen 30-Jährigen.

Eintracht Frankfurt bestätigt Wechsel von Bas Dost auf eigener Internetseite

Die Eintracht hatte den vor dem Punktspiel am Sonntag gegen die TSG Hoffenheim noch nicht vollzogenen Wechsel selbst auf ihrer Internetseite bestätigt, was einigermaßen ungewöhnlich anmutete. Normalerweise hat sich der hessische Bundesligist nie zu Gerüchten offiziell geäußert, am Samstag las man indes dies: „Eintracht Frankfurt beschäftigt sich intensiv mit einer Verpflichtung von Stürmer Bas Dost von Sporting Lissabon. Allerdings sind noch Transferdetails zu klären, so dass eine endgültige Verpflichtung an diesem Wochenende noch nicht abgeschlossen werden kann.“ Dost gehörte bereits am Sonntag nicht mehr dem Kader von Sporting für das Heimspiel gegen Braga an. Im Anschluss an den 1:0-Sieg gegen die TSG Hoffenheim sagte der Frankfurter Sportvorstand Fredi Bobic: „Unser Ziel ist es, alsbald den Transfer perfekt zu machen, damit er gegen Straßburg spielen kann.“ Am Donnerstag tritt die Eintracht in den Playoffs der Europa League bei den Franzosen an.

Dost ist offenbar im Frankfurter Spiel als sogenannter Zielspieler vorgesehen, eine Rolle, die in der vergangenen Runde Sebastien Haller außerordentlich gut ausgefüllt hat. Haller war der wichtigste Akteur, auf ihn war nahezu das komplette Spiel abgestellt, diese Aufgabe soll künftig wohl Dost übernehmen. Im Angriff fühlt sich die Eintracht nun gut aufgestellt, „mit vier guten Stürmern bin ich zufrieden“, sagte Trainer Adi Hütter am Freitag. Dieses Einschätzung gilt natürlich nur, solange Ante Rebic in Frankfurt bleibt. Sportvorstand Bobic geht aktuell davon aus: „Es ist nicht in der Planung, dass wir ihn verkaufen.“ Allerdings halten sich Gerüchte, dass die Hessen ihre Fühler nach dem Noch-Stuttgarter Anastasios Donis ausgestreckt haben. Viel Fantasie umweht den Dost-Deal jedenfalls nicht. Manches spricht dafür, dass Dost nicht die 1A-Lösung ist, offenbar hatten sich die Frankfurter Pläne mit ihrem Wunschstürmer nicht realisieren lassen.

Bas Dost: Ein Mittelstürmer alter Schule für die Eintracht

Dost gehört zur Kategorie klassischer Mittelstürmer alter Schule, er ist einer, der im Strafraum auf Bälle wartet und sie zuverlässig versenkt, zumindest hat er das zuletzt getan. Seine Bilanz ist außerordentlich beeindruckend: In Lissabon hat er in 127 Spielen 93 Tore erzielt, in seiner ersten Saison in Portugal wurde er gleich mit 34 Treffern in 31 Partien Torschützenkönig, in Wolfsburg traf er in 85 Begegnungen 36 Mal, davon beim 5:4-Sieg gegen Leverkusen gleich viermal. Das war auch jene Saison 2015, als Wolfsburg Vizemeister und Pokalsieger wurde.

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Dost, dessen Marktwert mit 17 Millionen Euro angegeben wird und der den früheren Weltklasseangreifer Ruud van Nistelrooy als Vorbild bezeichnet, spielte zudem 18 Mal für die niederländische Nationalmannschaft und in der Champions League. Zuweilen wirkt der Mann zwar hüftsteif, das Torjäger-Gen scheint er aber zu besitzen. „Ein Stürmer muss Tore machen, nicht schön spielen oder gut verteidigen“, hatte er einmal selbst in einem Interview mit der Deutschen Welle gesagt. Da wird er sich in Frankfurt wohl ein wenig umstellen müssen, mannschaftsdienlicher agieren müssen, Trainer Hütter verlangt von seinen Angreifern eine relativ hohe Laufbereitschaft und ein frühes Pressen. „Wenn ich nicht treffe, habe ich kein gutes Gefühl.“ Zuletzt war Dost in Portugal wegen einer Knieblessur über die Rolle eines Ersatzspielers nicht hinausgekommen. Dennoch waren ihm in der vergangenen Runde in 35 Pflichtspielen für Sporting 23 Treffer gelungen.

Vom SC Heerenveen nach Wolfsburg und über Lissabon zur Eintracht

Menschen, die den Stürmer Bas Dost näher kennen, sagen, er sei einer, der dann gut spiele, wenn es ihm bei seinem Verein gut gehe, wenn er sich wohl fühle. In den Niederlanden beim SC Heerenveen hat er einmal 32 Saisontore erzielt, ehe er nach Wolfsburg ging. Als er dort das Vertrauen spürte, produzierte eine fast ebenso gute Quote. In Lissabon haben sie ihn „Goleador“ genannt, die Fans haben ihm sogar ein Lied gewidmet, nach jedem Dost-Tor wurde die Hardrock-Hymne „Thunderstruck“ von AC/DC eingespielt, die Anhänger singen im Refrain: „Na-na-na-na-na-na-na-na, Bas Dost!“

In Portugal freilich hat er auch die andere Seite kennengelernt: Als Sporting einmal die Qualifikation für die Champions League verpasst hatte, waren anderntags aufgebrachte Fans nach dem Training in die Kabinen gestürmt und hatten einige Spieler verprügelt, Bas Dost, den Riesen, hatte es erwischt, er trug eine Kopfverletzung davon. Danach kündigte er (und einige andere Spieler) sofort seinen Vertrag, ließ sich dann aber wieder umstimmen. Damit zumindest muss er in Frankfurt nicht rechnen.

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