2:2 gegen Leverkusen

Zwei späte Tore: Mainz 05 ist wieder da

Großer Jubel bei den Mainzern.
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Großer Jubel nach dem späten Ausgleich: die Mainzer in Leverkusen.

Wäre diese Partie in der Fußball-Bundesliga zwischen Bayer 04 Leverkusen und dem FSV Mainz 05 nach 88 Minuten abgepfiffen worden, es hätte wohl kaum jemand viele Worte über sie verloren.

2:0 für die Werkself gegen den Tabellenvorletzten. Dankeschön. Duschen. Auf das Spiel in der Europa League am Donnerstag in Bern vorbereiten.

Dank Sepp Herberger und dem Champions-League-Finale 1999 wissen wir aber: Ein Spiel dauert 90 Minuten – und es ist auch noch etwas Nachspielzeit mit dabei. Den Mainzern reichte das, um aus einem 0:2 noch ein 2:2 zu machen. Seit Bo Svensson Anfang Januar Cheftrainer bei den Nullfünfern wurde, ist Mainz wieder da. Zwei Siege, drei Unentschieden, zwei Niederlagen – so die Bilanz. Aber diese Ergebnisse kamen gegen Teams zustande, die einen großen Namen haben oder richtig gut drauf sind: Frankfurt, Dortmund, Wolfsburg, Leipzig, Stuttgart, Union und Leverkusen. Bei den Rheinhessen herrscht ein anderer Geist auf dem Platz, der Glaube ist zurück – auch an den Klassenerhalt, der zwar in Gefahr, aber nicht unwahrscheinlich weit entfernt ist.

Wir haben die Geschichten des Spiels gegen Leverkusen zusammengestellt.

Die Neuen

Drei Spieler verpflichteten die Mainzer im Winter. Dominik Kohr und Danny da Costa kamen aus Frankfurt und stehen direkt regelmäßig in der Startelf. Zudem wurde mit Robert Glatzel ein Angreifer von Cardiff City ausgeliehen, der zuvor bei Heidenheim in der zweiten Liga für Aufsehen gesorgt und dem FC Bayern mit drei Toren im Pokal das Leben mal richtig schwer gemacht hatte. In der Woche zuvor war der 27-Jährige beim 1:0-Sieg gegen Union zehn Minuten vor Schluss eingewechselt worden. Gegen Leverkusen kam er zwölf Minuten vor dem Ende – und elf Minuten später gelang ihm der Anschlusstreffer zum 1:2, sein erstes Tor im Mainzer Trikot.

Für den Ausgleich sorgte dann einer, der bereits im vergangenen Oktober zum FSV gestoßen war. Kevin Stöger, Ex-Düsseldorfer und nach vielen Verletzungen als Vereinsloser zu Mainz gekommen, gelang in der zweiten Minute der Nachspielzeit sogar noch der Ausgleich. Anschließend wurde er unter seinen jubelnden Mitspielern begraben.

Das Debüt

Einem machten die Mainzer mit diesen beiden späten Treffern so gar keine Freude: Niklas Lomb. Der 27-Jährige wurde in der Halbzeit für Leverkusens Stammtorhüter Lukas Hradecky eingewechselt, der Probleme an der Ferse hatte. Für Torwart Lomb war es das erste Bundesligaspiel. Im vergangenen Dezember hatte er bereits eine Partie in der Europa League für Bayer bestritten, war gegen Prag ohne Gegentreffer geblieben. Das gelang ihm gegen Mainz auch lange, Patrik Schick legte das 2:0 nach (84.), nachdem Lucas Alario die Leverkusener in Führung gebracht hatte (14.). Dann aber kam die Mainzer Schlussoffensive. Und Lomb hatte nur noch ein Wort für sein Debüt übrig: „Scheiße!“

Der Bundestrainer

Eigentlich wollte Bundestrainer Joachim Löw nach Leverkusen kommen, um sich vor allem Bayers Florian Wirtz mal genauer anzuschauen. Daraus wurde aber nichts. Löws Auto blieb auf der A5 bei Karlsruhe liegen, der 61-Jährige musste rund zwei Stunden auf einen Pannenhelfer warten. Anschließend entschied er sich, wieder nach Freiburg zu fahren. Glück für Wirtz und die weiteren DFB-Kandidaten, die an diesem Tag blass blieben. (Maximilian Bülau)

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