Von Freiburg, Köln, Frankfurt und Hertha

Mal glücklich, mal brüchig: Wer in der Fußball-Bundesliga gerade überrascht und wer enttäuscht

Roland Sallai (links) und Lucas Höler.
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Freude pur: Die Freiburger Roland Sallai (links) und Lucas Höler.

Die Fußball-Bundesliga-Saison steckt noch in den Kinderschuhen – und doch zeichnen sich erste Trends ab.

Während der SC Freiburg den besten Saisonstart der Vereinsgeschichte hingelegt hat und die Fans des 1. FC Köln schon jetzt Richtung Europapokal schielen, macht sich in Frankfurt und bei Hertha BSC die große Unzufriedenheit breit. Während das in Berlin nichts ganz Neues ist, zeigt sich die Eintracht so gar nicht harmonisch.

Die Zufriedenen

Nicht nur für Verteidiger Nico Schlotterbeck sind es derzeit die vielleicht schönsten Wochen seiner bisherigen Karriere. Der 21 Jahre alte Verteidiger des SC Freiburg wurde am Freitag erstmals vom neuen Bundestrainer Hansi Flick zur A-Nationalmannschaft eingeladen. Mit seinem Verein legte er den besten Saisonstart der Klubgeschichte hin. Niemals zuvor hatte der Sport-Club zu einem so frühen Zeitpunkt bereits sieben Punkte auf dem Konto. Auf ein 0:0 zum Start gegen Bielefeld folgte das sensationelle 2:1 gegen den BVB. Und nun gewann das Team von Trainer Christian Streich nach einer ereignisreichen ersten Hälfte 3:2 im Baden-Württemberg-Derby gegen den VfB Stuttgart.

Schlotterbeck glänzt dabei in der Defensive. Vorn sorgen andere für die Glücksgefühle. Gegen den VfB erzielte der Südkoreaner Woo-yeong Jeong seinen ersten Doppelpack in der Bundesliga – und zudem den frühesten eines Freiburgers jemals. In der 3. und 9. Minute war Jeong, der sein Debüt in der Eliteklasse für die Bayern gab, erfolgreich. Lucas Höler legte das 3:0 nach (28.). Kurz vor der Pause verkürzten Konstantinos Mavropanos (45.) und Hamadi Al Ghaddioui (45.+2) für die Stuttgarter. Nach der Pause passierte nichts mehr.

Vor dieser Saison war der 1. FC Köln neben den beiden Aufsteigern als ein heißer Abstiegskandidat gehandelt worden. Kaum Verstärkungen, dazu die Abgänge von Sebastiaan Bornauw und Ismail Jakobs – alles sprach für eine schwere Saison. Nach drei Spielen stehen die Kölner nun aber unter ihrem neuen Trainer Steffen Baumgart mit sechs Punkten da.

Gegen Aufsteiger Bochum mussten die Effzeh-Fans lange warten, ehe Louis Schaub (82.) und Tim Lemperle (90.+1) – zwei Einwechselspieler – trafen. Zwar verkürzte der ehemalige Kölner Simon Zoller noch (90.+4). Doch die Punkte blieben in der Domstadt. Dem Effzeh gelangen damit erstmals seit fünf Jahren wieder zwei Heimsiege zum Saisonstart.

Die Unzufriedenen

Was ist nur bei der Eintracht in Frankfurt los? Neben dem Platz sorgen Amin Younes mit übertriebenen Gehaltswünschen und Filip Kostic mit Wechselwunsch und Trainingsstreik für negative Schlagzeilen.

Auch auf dem Platz läuft es unter Trainer Oliver Glasner noch nicht rund. In Bielefeld dominierte die Eintracht am 47. Geburtstag des Trainers 45 Minuten lang bei 80 Prozent Ballbesitz das Spiel, ging durch Jens Petter Hauge auch verdient in Führung (22.). Spätestens nach dem Seitenwechsel aber stellte Bielefeld das Geschehen auf den Kopf, kam durch den Österreicher Patrick Wimmer in seinem ersten Einsatz zum Ausgleich (86.). Frankfurt wartet weiter auf den ersten Sieg.

Schlusslicht der Bundesliga bleibt punktlos Hertha BSC. Der große – oder kleine? – Hauptstadtklub war beim 0:5 in München chancenlos. Neben der uneingespielten und nicht fit wirkenden Mannschaft gibt auch Trainer Pal Dardai mit Äußerungen Rätsel auf. Am Sonntag sagte er: „Ich hänge nicht an meinem Sitz. Wahrscheinlich sucht Hertha BSC seit Langem nach einem großen Trainer. Pal ist ein kleiner Trainer, ein netter Trainer. Er hilft aus, so lange wie es sein soll.“ Das klingt nicht so, als bliebe es in der Länderspielpause ruhig beim Big City Club. (Maximilian Bülau und Björn Friedrichs)

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