Rom geht in Norwegen unter

Auffälligkeiten des europäischen Fußballs: Mamma Mia, Mourinho!

José Mourinho.
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Sorgte mal wieder für Aufsehen: José Mourinho, Trainer der AS Rom.

Es ist kaum zu glauben, aber: Bei 1007 Fußball-Spielen stand der Portugiese José Mourinho als Trainer an der Seitenlinie. Nicht ein einziges Mal kassierte seine Mannschaft mehr als fünf Gegentore.

Bis zum vergangenen Donnerstag. Bis seine AS Rom in der Conference League nach Norwegen zum FK Bodö/Glimt musste. Während seine Spieler während der 90 Minuten für negative Schlagzeilen sorgten, war es der 58-Jährige, der hinterher Gesprächsstoff lieferte. Diese und weiteren Auffälligkeiten des europäischen Fußballs:

Mamma Mia, Mourinho: Die Teams, die José Mourinho trainiert, sind selten bis nie dafür bekannt, berauschenden Offensivfußball zu spielen. Der Portugiese ist ein Verfechter von Erfolg durch defensive Stärke. Nicht zuletzt deswegen gewann er mit Inter Mailand 2010 die Champions League. Im Sommer kehrte er nach Italien zurück und ist mit der AS Rom allerdings in der zwei Klassen tieferen Conference League unterwegs. Zwei Siege gab es zum Auftakt – alles gut also. Bis zum Donnerstag.

Beim FK Bodö/Glimt, Tabellenführer Norwegens und im vergangenen Jahr überraschend das erste Mal Meister geworden, unterlag die Roma 1:6. Mourinho hatte dabei neun Wechsel in seiner Startformation im Vergleich zum 0:1 am Wochenende zuvor gegen Juventus Turin vorgenommen. Hinterher sagte er: „Wir haben eine sehr gute Mannschaft, wir haben aber keinen sehr guten Kader. Ich habe nie einen Hehl daraus gemacht, dass wir eine Mannschaft mit echten Einschränkungen sind. Wir haben 13 Spieler, die ein Team repräsentieren, die anderen sind auf einem anderen Niveau.“ Wahrlich keine stärkenden Worte eines Trainers an seine B-Elf.

Mourinho, der zum ersten Mal in seiner Trainer-Karriere sechs Gegentreffer hinnehmen musste, sagte weiter: „Ihr erstes Team ist viel besser als unser zweites. Es hätten auch sieben oder acht Gegentore sein können, die Spieler haben völlig die Kontrolle verloren.“ Während die italienische Presse kein gutes Haar an Mourinho und seinem Team ließ, bezeichnete die norwegische Bodö/Glimt als „the special ones“ – in Anlehnung an den Spitznamen von José Mourinho.

Eindrucksvoll, Eintracht: Der griechische Serienmeister Olympiakos Piräus hatte in dieser Saison wettbewerbsübergreifend noch kein Spiel verloren – dann kam die Frankfurter Eintracht und entdeckte den internationalen Zauber wieder. Die Europa-League-Experten aus Hessen gewannen dank der Tore von Rafael Borré, Almamy Touré und Daichi Kamada 3:1 und zeigten dabei ihre wohl beste Saisonleistung. Trainer Oliver Glasner, der seine Mannschaft nach dem 1:2 am vergangenen Wochenende gegen Hertha BSC noch scharf kritisiert hatte, verglich den Umgang mit seinem Team anschließend mit der Erziehung der eigenen Kinder: „Manchmal müsse man ein bisschen schimpfen. Trotzdem sei es wichtig, sie am nächsten Tag wieder in den Arm zu nehmen.

Unschön, Union: Während Bayer Leverkusen gegen Betis Sevilla in der Europa League durch einen späten Treffer von Robert Andrich ein 1:1 sicherte, verließ Union Berlin in der Conference League unglücklich den Platz in Rotterdam. Bei Feyenoord kassierte der Bundesligist ein 1:3, Taiwo Awoniyi hatte zwischenzeitlich verkürzt. Überschattet wurde das Duell allerdings von Chaos. Viele Fans kamen erst mit erheblicher Verspätung ins Stadion in Rotterdam. Zudem kam es zu einer Auseinandersetzung zwischen Polizisten und Union-Anhängern, bei der unter anderem Polizeihunde Fans aus der deutschen Hauptstadt verletzten. 75 Berliner wurden festgenommen. Zuvor war eine Union-Delegation um Präsident Dirk Zingler von Feyenoord-Hooligans angegriffen worden. (Maximilian Bülau)

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