Interessenkonflikte als Grund

Marc Kosicke doch nicht im Aufsichtsrat von Hertha BSC

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Trainerberater aus Kassel: Marc Kosicke. 

Kassel – Marc Kosicke, Trainerberater, der unter anderen Jürgen Klopp vertritt, wird doch nicht wie Mitte Mai angekündigt im Aufsichtsrat des Fußball-Bundesligisten Hertha BSC sitzen.

Neben Jens Lehmann wurde nun nicht der in Kassel lebende Kosicke, sondern der Jurist Prof. Dr. Thomas Werlen in das neunköpfige Gremium bestellt.

Hertha-Investor Lars Windhorst begründete diesen Schritt im Bild-Interview so: „Marc Kosicke ist unser wesentlicher Berater für das Fußball- und Sportbusiness. Diese Rolle kann er freier wahrnehmen, wenn er keinen offiziellen Posten bei Hertha hat. Im Übrigen haben wir Hinweise von der DFL bekommen, dass es hier möglicherweise Interessenkonflikte mit Kosickes Berater-Tätigkeit geben könnte. Dem wollen wir einfach vorbeugen.“ Kosicke selbst sagte gegenüber unserer Zeitung: „Damit ist alles gesagt, und mir gefällt die Rolle so viel besser.“

Heißt: Der 49-Jährige wird zwar für die Berliner arbeiten, allerdings nicht in offizieller Funktion. Nach der Nachricht im Mai, dass Kosicke in den Aufsichtsrat der Hertha berufen werden soll, hatte Spielerberater Jörg Neblung getwittert: „Smarter Move von Marc Kosicke. Aus dem Aufsichtsrat heraus kann ich einem Verein natürlich noch viel effektiver Trainer und Trainingslager vermitteln.“ Im Gespräch mit Sport1 hatte Neblung damals anschließend gesagt, ein solcher Schritt auf die Vereinsseite sei vor einigen Jahren wegen der Vermittler-Lizenz noch untersagt gewesen.

Neblung führte weiter aus, dass natürlich auch Dinge wegen Kosickes Tätigkeit als Berater konstruiert werden könnten, wenn das nächste mal eine Trainerdiskussion bei den Berliner aufkommt. Zudem ist Kosicke Gesellschafter bei Onside und damit Hauptwettbewerber des Hertha-Dienstleisters Match IQ (Eventagentur, die auf die Organisation von Trainingslagern spezialisiert ist). All diese Dinge haben Kosicke und den Bundesligisten wohl dazu bewegt, den Schritt in den Aufsichtsrat noch einmal zu überdenken.

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