Vertragsentwurf entdeckt

Medien: DFB-Ermittler finden belastende Dokumente

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Wolfgang Niersbach ist zurückgetreten.

Frankfurt/Main - Nach dem Rücktritt von DFB-Präsident Wolfgang Niersbach sind offenbar konkrete Hinweise auf dubiose Geschäfte im Rahmen der Vergabe der WM 2006 ans Tageslicht gekommen.

Laut der Süddeutschen Zeitung soll bei den internen Ermittlungen im Deutschen Fußball-Bund ein belastender Vertragsentwurf aus dem Jahr 2000 gefunden worden sein.

Als Vertragspartner soll ein Mitglied der FIFA-Exekutive vorgesehen gewesen sein, schreibt die SZ mit Verweis auf „mehrere Insider“. Bei diesem soll es sich um Jack Warner handeln, dem damaligen Präsidenten des Verbandes für die Karibik, Nord- und Zentralamerika (CONCACAF). Dem Verband sollten laut SZ offenbar umfangreiche Leistungen des DFB zugesagt werden. Der frühere FIFA-Vizepräsident Warner war erst am 29. September von der Ethikkommission des Weltverbandes lebenslang gesperrt worden. Niersbachs bisherige Darstellung, es sei bei der Bewerbung um die WM 2006 alles mit rechten Mitteln zugegangen, könnte durch dieses Schriftstück ins Wanken geraten sein.

Niersbach hatte am Montag nach einer Präsidiumssitzung in Frankfurt/Main seinen Rücktritt als Verbandsboss erklärt. Der 64-Jährige soll laut SZ erst in der vergangenen Woche von diesem Vorgang erfahren haben. Um das besagte Dokument soll sich laut SZ ein anderes Mitglied des deutschen Bewerber- bzw. Organisationskomitees gekümmert haben. Ob der Entwurf auch verwirklicht wurde, blieb zunächst unklar, zumindest „sei das eigentlich zuständige DFB-Präsidium nicht damit befasst worden“.

sid

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