Am Freitag auf Schalke 

Mehr als 13.000 neue Mitglieder: Warum Union Berlin so besonders ist

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Auch das ist Union: Die Mannschaft feiert Vorsänger Fabian Voss nach dem Heimsieg gegen Mönchengladbach. 

Nach zwölf Spieltagen trügt der Blick auf die Tabelle nicht. Er zeigt: Union Berlin ist der beste Aufsteiger der Fußball-Bundesliga.

Während Köln und Paderborn am Tabellenende bereits Abstand auf einen Nichtabstiegsplatz haben, grüßen die Eisernen aus dem Mittelfeld. Und nicht nur sportlich läuft das erste Jahr in der Bundesliga erfreulich, auch wirtschaftlich vermeldete Union am Mittwochabend Rekordzahlen. Heute Abend treten die Köpenicker beim FC Schalke 04 an (20.30 Uhr/Dazn).

Der Boom

Union ist nicht nur Kult. Union ist auch ein Verein, der wirtschaftlich arbeiten muss, um dauerhaft im Oberhaus zu bleiben. Das funktioniert. Bei der Mitgliederversammlung wurden Rekordeinnahmen von 54,7 Millionen Euro verkündet, der Gewinn beläuft sich auf 250.000 Euro.

Deutlich beeindruckender als diese Zahlen ist allerdings der Blick auf den Mitgliederzuwachs. Im Vergleich zum Vorjahr sind 13.287 hinzugekommen. Vorher waren es rund 21.000, nun sind es mehr als 34.000. Union boomt. Weil der Klub sympathisch ist. Weil erstmals der Bundesliga-Aufstieg gelang. Und weil einige Berliner sicherlich hoffen, durch die Vereinszugehörigkeit eher an Tickets zu kommen.

Der Vergleich

Neun Vereine der ersten Liga hat Union in Sachen Mitglieder schon hinter sich gelassen, zwei weitere sind in Reichweite. Allein das verdeutlicht: Union ist etwas Besonderes. Und: Hertha BSC hat nur rund 2000 Mitglieder mehr. Nicht unbedingt die Macht-, aber die Sympathieverhältnisse stehen in der Hauptstadt auf der Kippe. Das Olympiastadion, in dem die Hertha spielt, fasst 75.000 Zuschauer und ist selten ausverkauft. Das Stadion an der Alten Försterei, wo Union zuhause ist, war bislang immer bis auf den letzten Platz besetzt. So schnell wie möglich soll es ausgebaut werden. Statt 22.000 Zuschauern wird es dann 37.000 fassen. Das Baurecht wird wohl Ende 2020 erteilt.

Ausverkauft ist jedes Jahr auch das traditionelle Weihnachtssingen an der Alten Försterei. Das findet immer am 23. Dezember statt. Nur Mitglieder dürfen dabei sein. Das ist eben Union.

Das Duell

Die Eisernen sind besonders, in Köpenick wird nach einem Sieg wie zuletzt beim 2:0 gegen Tabellenführer Gladbach auch mal der Vorsänger der Fans von der Mannschaft gefeiert. Der BVB stolperte ebenfalls in Ost-Berlin, auch das Derby gegen die Hertha ging dort an Union.

Heute müssen Eisernen aber auswärts ran, bei Schalke 04. Die Königsblauen verloren zuhause bislang nur gegen den FC Bayern (0:3). Wenn es um Mitglieder und Zuschauer geht, dann kann Union gegen den Revierklub nicht mithalten. 155.000 Mitglieder bedeuten Platz zwei, im Schnitt 61.000 Zuschauer Rang drei.

Das bislang einzige Duell der Teams liegt übrigens 18 Jahre zurück. Im DFB-Pokalfinale am 26. Mai 2001 traf mit Schalke ein Spitzenteam der Bundesliga auf den Regionalligisten – damals dritte Liga – Union. Die Berliner unterlagen durch zwei Tore von Jörg Böhme 0:2.

Für einen Kasseler wird diese Partie etwas Besonderes. Marvin Friedrich spielt nun in Berlin. Früher war er für Schalke aktiv. Er schlief, wie er selbst gegenüber einer Berliner Zeitung sagte, früher in S04-Bettwäsche.

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