Nach 4:0-Sieg in Nordmazedonien

5 Gründe für die frühzeitige WM-Qualifikation des DFB-Teams: Mehr Konstanz, mehr Sicherheit

Hansi Flick.
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Erfolgreich in seinen ersten fünf Spielen als Bundestrainer: Hansi Flick.

Das Ticket für die Weltmeisterschaft 2022 ist gebucht. Nach dem 4:0 gegen Nordmazedonien und der Niederlage Armeniens in Rumänien steht die deutsche Fußball-Nationalmannschaft als erste Mannschaft neben dem Gastgeber als Teilnehmer an der WM in Katar fest.

Fünf Gründe für die frühzeitige Qualifikation des DFB-Teams.

1. Der Trainerwechsel hat die Mannschaft zurück in die Erfolgsspur gebracht. Fünf Spiele, fünf Siege, 18:1 Tore. Neu-Bundestrainer Hansi Flick hat den Erfolg zurückgebracht. Fast vergessen sind die zähen Auftritte unter Joachim Löw, darunter die peinliche 1:2-Hinspielniederlage gegen Nordmazedonien. Natürlich läuft auch unter Flick noch nicht alles perfekt, doch die DFB-Elf befindet sich spielerisch zunehmend im Aufwärtstrend, kreiert viele Torchancen. Allein die Verwertung dieser, lässt noch Wünsche offen. Gegen stärkere Teams könnte das zu größeren Problemen führen.

2. Die Quali-Gruppe hatte kein Top-Niveau. Liechtenstein, Island, Armenien, Nordmazedonien und Rumänien – Deutschland erwischte eine vergleichsweise leichte Qualifikationsgruppe: Kein Kontrahent steht auf den ersten 40 Plätzen der Fifa-Weltrangliste, mit Nordmazedonien war nur ein Gegner für die Europameisterschaft im vergangenen Sommer qualifiziert. Eine Top-Nation wie Deutschland musste sich in diesem Sechserfeld behaupten, auch der deutliche Vorsprung zu den international maximal zweitklassigen Konkurrenten ist nur logisch.

3. Flick setzt die Spieler auf ihren besten Positionen ein. Rein taktisch hat sich unter Flick im Vergleich zu Vorgänger Löw gar nicht so viel verändert. Die DFB-Auswahl kommt nun aber deutlich früher in Pressing- und Abschlusssituationen, ein System mit Dreier- oder Viererkette, Doppelsechs und einer offensiven Dreierreihe kannten die Fans schon unter Löw. Was Flick verändert hat: Er setzt die Spieler auf ihren bestmöglichen Positionen ein – und die zahlen mit Leistung zurück. Joshua Kimmich spielt unter Flick im Mittelfeldzentrum, wechselt nicht zwischen Sechser- und Außenverteidigerposition. Serge Gnabry wirbelt über die rechte Seite, agiert nicht mehr einsam in der Sturmspitze. Leroy Sané spielt jetzt dauerhaft auf der linken Außenbahn, fühlt sich dort viel wohler, wirkt agiler. Und dann wäre da noch Timo Werner, dem Flick das Vertrauen im Sturmzentrum ausspricht. Mit Erfolg: Mit fünf Treffern ist der Champions-League-Sieger seit Flicks Amtsübernahme bester Torschütze. Gegen Nordmazedonien war er gleich zweimal erfolgreich. Die Konstanz auf den Positionen und auch in der Startaufstellung sorgt bei den Spielern für Sicherheit und Selbstvertrauen.

4. Junge Spieler beleben den Konkurrenzkampf. Im Gegensatz zu Löw traut sich Flick, junge Spieler nicht nur einzuladen, sondern sie auch regelmäßig einzusetzen. Bestes Beispiel ist Jamal Musiala: Von Löw vor allem bei der EM mehr oder weniger ignoriert, stand das Bayern-Talent im ersten Flick-Spiel gleich in der Startelf, wurde seitdem mehrfach eingewechselt. Flick setzt auf ihn. Am Montag erzielte er das 4:0. Auch formstarke Hoffnungsträger wie Florian Wirtz und Karim Adeyemi bekommen regelmäßig ihre Chance. Das Signal an die Arrivierten: Keiner darf sich sicher fühlen, keiner darf sich ausruhen. Und das wird auf dem Feld deutlich.

5. Die Spieler haben Geduld und erzwingen den Erfolg. Gegen Rumänien lag die deutsche Mannschaft zurück, drehte das Spiel. In Nordmazedonien stand es zur Pause 0:0 gegen einen leidenschaftlich verteidigenden Gastgeber. In beiden Partien sahen sich Flicks Spieler einem Abwehrbollwerk gegenüber und ließen gute Möglichkeiten aus. Doch sie liefen weiter geduldig an und erzwangen eigene Treffer und so auch den Erfolg. Das ist durchaus ein Entwicklungsschritt der vergangenen Wochen. Und ein Grund für die frühzeitige Qualifikation. (Pascal Spindler und Maximilian Bülau)

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