Schnellcheck: Meister Bayern zerlegt die Borussia mit 5:1

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Münchner Jubelturm: Xabi Alonso (oben), Thiago Alcantara (2. von oben), David Alaba, Jerome Boateng und Javi Martinez (vorn von links).

25 Minuten lang war das Spitzenspiel der Fußball-Bundesliga ausgeglichen. Dann passte und konterte sich der FC Bayern zum Kantersieg gegen Dortmund. Die Partie im Schnellcheck von Sportredakteur Frank Ziemke.

Es ist der „German Clasico“: Das Spiel der Spiele im deutschen Fußball. Bayern München gegen Dortmund. War natürlich auch das Spitzenspiel der Bundesliga – und wurde doch zu einer sehr, sehr einseitigen Sache: 5:1 für den Meister, was für ein Debakel für den Herausforderer.

Der Schnellcheck

Gab es Überraschungen in der Aufstellung?

Der FC Bayern vertraute auf seine Weltmeister. Thomas Müller durfte ran, Mario Götze durfte ran. Defensiv rückten die Spanier Javier Martinez und Xabi Alonso auf die Schlüsselpositionen. Bei Dortmund saß Nationalspieler Marco Reus nicht überraschend auf der Bank. Überraschender: Gonzalo Castro musste für den verletzten Marcel Schmelzer als Linksverteidiger ran.

War das Spitzenspiel auch ein Spitzenspiel?

Das war zum Verstecken: Dortmunds Torwart Roman Bürki kassierte Gegentor um Gegentor.

Dazu fehlte die Spannung. Abe es gab die Tore, die dieses Personal versprach. Taktisch war es interessant. Und Spektakel wurde auch geboten – mit über 20 Minuten Anlauf. In dieser Phase hatte die Borussia das Geschehen unter Kontrolle. Nahm beispielsweise Passgeber Alonso aus dem Spiel. Dann passte stattdessen Jerome Boatang. Lang segelt der Ball gerade über das Spielfeld. „In die Schnittstelle“ - so wird das genannt. Und Schnittstellen tun was? Sie schmerzen. Erst recht da, wo es Thomas Müller gibt. Aus dem Nichts das 1:0 (26.). Und bald darauf wieder Müller. Elfmeter nach Foul von Henrich Mchitarjan an Thiago (34.).

War's das schon? Noch nicht ganz. Was den Bayern ihr Müller ist der Borussia ihr Aubameyang. Pierre-Emerick mit Vornamen. Und mit seinem Tempo da, wenn Castro passt. 2:1 nur noch (37.).

Doch apropos Müller, apropos Aubameyang – was war eigentlich mit Robert Lewandowski. Gemach, gibt ja noch Halbzeit zwei. Und 24 Sekunden. Die brauchte es, bis der Bayern-Überflieger auf 3:1 erhöhte. Eine nahezu exakte Kopie des ersten Treffers. Lerneffekt in Dortmunds Innenverteidigung: Null! Lewandowski traf auch zum 4:1 (58.), was irgendwie nicht mehr verwunderte. 5:1? Klar, gabs auch. Diesmal durch Götze. Die zuletzt so erstarkt scheinende Borussia war längst komplett zerbröselt.

Welche Erkenntnisse gab es aus der Partie? 

Natürlich die, dass die Bayern stärker denn je das Maß aller Dinge sind und den Titel wahrscheinlich schon Weihnachten feiern. Aber auch: Es braucht nicht einmal komplette Dominanz auf dem Spielfeld für einen klaren Sieg. Diese Bayern warteten ab. Spielten einen langen Ball. Oder konterteten wie beim 4:0 oder vor dem Elfmeter.

Wer war der Spieler des Spiels?

Wir könnten jetzt sagen: Müller. Allein weil das soooo lässig war, wie er diesen Elfmeter verwandelte. Oder Lewandowski. Sie wissen schon. Ist uns aber zu einfach. Deshalb: Jerome Boateng! Zwei solche Pässe über das ganze Feld in den Lauf der Stürmer – Applaus, Applaus! Das nennt sich dann Innenverteidiger-Spielmacher.

Wie war die TV-Übertragung? 

Bei Sky moderierte Marcel Reif, unterstützt vom Experten Lothar Matthäus. Das hatte Hand und Fuß. Mit (ungewollt) komödiantischen Einlagen. Etwa wenn Matthäus den Alonso zum Quarterback der Bayern machte – der zum Glück doch Fuß statt Hand benutzte. Oder feststellte, dass „die Borussia die Bälle nicht blind hinten rauskloppt.“ Darf man irgendwie erwarten beim „German Clasico“. Erkenntnis des Tages aber: „Der Anschlusstreffer tut dem Spiel gut. Was die Spannung angeht.“ Klang logisch. Stimmte aber nur kurz.

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