Frust beim Stürmer

Klose: "Kann nicht sagen, dass ich zufrieden bin"

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Nach dem WM-Titel in Brasilien erklärte Miroslav Klose seinen Rücktritt aus dem DFB-Team.

Rom - Weltmeister Miroslav Klose hat seinem Unmut über das Reservisten-Dasein bei Lazio Rom Luft gemacht.

„Ich habe bislang nur wenige Spielminuten bekommen und kann nicht sagen, dass ich zufrieden bin“, sagte der 36-Jährige der Welt am Sonntag: „Ich habe bei Lazio verlängert, weil ich spielen will, und denke, dass ich der Mannschaft noch helfen kann.“

Nur bei fünf seiner 14 Saisoneinsätze (drei Tore) in der Serie A stand der WM-Rekordtorschütze in der Startelf und geriet zuletzt in Italiens Presse unter Beschuss. „Ich habe konditionell aufgeholt. Doch um in einen Topzustand zu kommen, benötige ich zwei, drei Spiele am Stück“, sagte Klose: „Wenn ich aber nur maximal eine Hälfte zum Einsatz komme, genügt das nicht. Da fehlt der Rhythmus.“ Einen Wechsel im Winter schloss der 137-malige Nationalspieler aber kategorisch aus.

Den Entschluss zum Rücktritt aus der Nationalmannschaft habe Klose beim Angeln auf dem Meer vor Sardinien getroffen. „Ich war quasi allein. Da bin ich in mich gegangen. Klar dachte ich mir, dass ich noch weitermachen kann. Aber ich fand, dass der Moment gekommen war aufzuhören“, sagte Klose: „Ich habe mir das damals wirklich sehr gut überlegt. Das hat der Bundestrainer auch gespürt.“

Die Situation im deutschen Sturm gibt Klose keinen Anlass zur Sorge: „Ein Stürmerproblem hat Deutschland jedenfalls nicht“, sagte der Rekordtorschütze des DFB: „Mario Gomez wird zurückkehren. Mario Götze und Thomas Müller werden die Mannschaft noch Jahre prägen. Der Bundestrainer kann vorn gut variieren.“

sid

Die 18 WM-Tore von Deutschland im Daumenkino

WM 2014, Deutschland, Tore
18 Tore brauchte Deutschland bei der WM 2014 in Brasilien, um sich den vierten Titel zu holen. Hier finden Sie alle Treffer des DFB-Teams im Daumenkino. © picture alliance / dpa
WM 2014, Deutschland, Tore
Den Anfang machte gegen Portugal Thomas Müller: Einen an Mario Götze verursachten Elfmeter verwandelte der Offensivspieler des FC Bayern München gewohnt sicher. © picture alliance / dpa
WM 2014, Deutschland, Tore
Kurze Zeit später legte Mats Hummels nach und erhöhte auf 2:0. Einen Eckball von rechts von Toni Kroos getreten köpfte der Innenverteidiger ins Tor. © AFP
WM 2014, Deutschland, Tore
Hummels eröffnete damit eine fast unheimliche Serie bei Standards. Im Verlauf des Turniers sollten noch vier weitere Tore nach ruhenden Bällen fallen. © AFP
WM 2014, Deutschland, Tore
Müller hatte nach seinem Tor offenbar Blut geleckt. Noch vor der Halbzeit erzielte er nach Flanke von Kroos aus dem Gewühl mit links sein insgesamt siebtes WM-Tor. © picture alliance / dpa
WM 2014, Deutschland, Tore
Und weil er gerade so schön dabei war, setzte er mit seinem Treffer zum 4:0 gegen die Mitfavoriten der deutschen Gruppe auch den Endstand. © picture alliance / dpa
WM 2014, Deutschland, Tore
Gegen Ghana kam Deutschland nicht ganz so gut ins Spiel. In der kampfbetonten ersten Halbzeit fiel trotz Chancen auf beiden Seiten kein Tor. Mario Götze brachte Deutschland schließlich etwas slapstickmäßig in Führung. © AFP
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Eine Flanke von rechts wollte der Münchner per Kopf verwerten, doch der Ball flog in Richtung seines Knies und wurde von dort unhaltbar in den ghanaischen Kasten abgelenkt. © AFP
WM 2014, Deutschland, Tore
Doch Ghana steckte nicht auf und drehte im Gegenteil das Spiel. 1:2 lag Deutschland zurück, als Miroslav Klose Geschichte schrieb. Ein Eckball von links wurde von Benedikt Höwedes ins lange Eck verlängert, wo Klose einschob. © AFP
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Der 36-Jährige zog dadurch mit Ronaldo gleich, nun hatten beide insgesamt 15 Tore bei WM-Endrunden erzielt. Endstand gegen Ghana: 2:2. © AFP
WM 2014, Deutschland, Tore
Im letzten Gruppenspiel gegen die Vereinigten Staaten von Amerika war wieder Thomas Müller an der Reihe. Diesmal jedoch mit viel Gefühl: Wieder nach einer Ecke von rechts stand der Stürmer im Rückraum und schlenzte die Kugel zum 0:1-Endstand für Deutschland ins lange Eck. © AFP
WM 2014, Deutschland, Tore
Im Achtelfinale wartete Algerien auf das DFB-Team. Die Nordafrikaner machten es dem Favoriten unerwartet schwer. Die schlechteste erste Halbzeit der gesamten WM, kritisierten einige Medien gar. In der Verlängerung jedoch drehte Deutschland auf. Besonders in Gestalt von André Schürrle! © picture alliance / dpa
WM 2014, Deutschland, Tore
Der verwertete nämlich kurz nach Anpfiff eine Flanke von Thomas Müller von links sehenswert per Hackentrick und ließ dem starken algerischen Torwart keine Chance. © picture alliance / dpa
WM 2014, Deutschland, Tore
Kurze Zeit später kam Mesut Özil zu seinem WM-Tor: Nach einem Schussversuch von Schürrle verwertete er den Nachschuss unter die Latte des algerischen Tores. © AFP
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Genugtuung für Mesut Özil, der  sich während der Weltmeisterschaft am Zuckerhut einiges an Kritik gefallen lassen musste. Und wichtig für Deutschland, denn Algerien kam noch einmal auf 1:2 heran. © AFP
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Gegen Frankreich entschied wieder die deutsche Stärke bei Standards das Spiel. Einen zielgenauen Freistoß von Toni Kroos nutzte Mats Hummels zu seinem zweiten Tor bei der Weltmeisterschaft. © AFP
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Wieder traf er per Kopf. Der französische Keeper Lloris hatte keine Chance. © AFP
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Großer Jubel bei Mats Hummels, der gegen Frankreich auch zum Man of the Match gewählt wurde. © AFP
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Standardstärke fünfter (und letzter) Teil: Den historischen Sieg gegen Brasilien im Halbfinale eröffnete Thomas Müller nach einer Ecke von rechts. Vorlagengeber: Toni Kroos. © AFP
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Dessen Hereingabe verwertete Müller ganz cool mit dem rechten Fuß in den brasilianischen Kasten. © AFP
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In der 23. Minute trug sich dann Miro Klose endgültig in die Geschichtsbücher ein. Nach klasse Pass von Kroos in die Spitze schob er den Ball im Nachschuss zum 2:0 ein. © AFP
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Klose ist dadurch mit 16 Toren alleiniger Rekordhalter bei Treffern in einer WM-Endrunde. © AFP
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Eine Minute später klingelte es schon wieder im Kasten von Julio  Caesar: © AFP
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Toni Kroos, bis jetzt nur als Torvorbereiter in Erscheinung getreten zog mit seinem schwächeren linken Fuß ab und traf zum 3:0. © AFP
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Und er hatte noch nicht genug! In der 26. Minute traf er erneut, diesmal mit rechts. © AFP
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Großer Jubel beim Torschützen und seinen Teamkameraden. © AFP
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Und auch Sami Khedira durfte in diesen historischen sieben Minuten seine starke Leistung veredeln. Nach einem Doppelpass mit Özil traf er zum 5:0 und besiegelte damit den Halbzeitstand (!). © AFP
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Zur zweiten Halbzeit ließen es die Deutschen etwas gemächlicher angehen. Dennoch trafen sie noch zwei Mal. © AFP
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Und zwar in Person von André Schürrle, der zunächst in der 69. Minute auf den Stand von 6:0 erhöhte,... © AFP
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... um dann zehn Minuten später mit einem tollen Volleykracher von links unter die Kracher das letzte deutsche Tor dieses denkwürdigen Abends zu erzielen. © AFP
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Dass Brasilien kurz vor Abpfiff noch das 1:7 erzielte ging da schon fast unter. Die stehenden Ovationen des brasilianischen Publikums warden dem DFB-Team sicher. © AFP
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Im Finale gegen Argentinien entwickelte sich über 90 Minuten ein extrem intensives Spiel, bei dem beide Seiten ihre Chancen auf die Führung hatten. Der entscheidende Treffer sollte aber erst in der 113. Minute fallen. © AFP
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Mario Götze kam erst in der 87. für Miroslav Klose und erfüllte diesmal ALLE in ihn gesetzten Erwartungen. © AFP
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Einen Wahnsinns-Sprint von André Schürrle folgte eine Flanke mit dem schwachen linken Fuß, der deutsche Edeltechniker nahm mit der Brust an und leitete den Ball in einer Bewegung mit links ins lange Eck weiter. © AFP
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1:0 für Deutschland! Götze, der bei der WM einiges schuldig geblieben war, krönte seine engagierte Leistung im Finale und verwandelte ganz Deutschland in ein Meer aus Jubel. © AFP
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Und auch bei seinen Teamkollegen war die Freude natürlich grenzenlos. 17 Tore brauchte Deutschland um ins Finale zu kommen. Mario Götze machte das DFB-Team mit dem 18. zum Weltmeister. © AFP

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