Im Viertelfinale wartet Barca

4:1 gegen Chelsea: Mit diesen Bayern ist zu rechnen

 Robert Lewandowski (oben) und Alvaro Odriozola.
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Großer Jubel: Robert Lewandowski (oben) und Alvaro Odriozola.

Als der FC Bayern München 2012 im Finale der Champions League auf Chelsea London traf, da war es ein Endspiel, das der Deutsche Fußball-Rekordmeister dominierte, hätte gewinnen müssen – und nach Elfmeterschießen verlor.

Aus dem Kader von damals sind nicht mehr viele Spieler übrig. Manuel Neuer, Jérome Boateng, David Alaba und Thomas Müller. Vier Profis, die auch acht Jahre später am Samstag im Achtelfinal-Rückspiel der Königsklasse gegen die Blues aus London auf dem Feld standen. Der FC Bayern gehört Jahr für Jahr zum Kreis der Teams, die um Europas Fußball-Krone mitspielen. Doch spätestens nach diesem 4:1-Erfolg gegen Chelsea sind die Münchner Top-Favorit. Wenn es am 23. August in Lissabon um den Henkelpott geht, ist mit diesen Bayern auf jeden Fall zu rechnen.

Natürlich ist die Königsklasse in diesem Jahr ein wenig anders. Ab dem Viertelfinale, das am Mittwoch beginnt, werden die Runden in nur noch einer Partie ausgetragen. Da sind Überraschungen schon eher möglich. Doch es ist bemerkenswert, dass es der FC Barcelona ist, der als Außenseiter für das Duell mit den Münchnern am kommenden Freitag gehandelt wird.

Die Spanier haben Lionel Messi. Seit vielen Jahren. Und der Argentinier allein sorgt eigentlich dafür, dass Barca immer gefährlich ist. Der 33-Jährige war es auch, der mit einer weiteren tollen Leistung gegen den SSC Neapel für das Weiterkommen durch einen 3:1-Sieg nach einem 1:1 im Hinspiel sorgte. Messi traf nach einem fantastischen Solo, bei dem ihm selbst das eigene Stolpern nicht stoppen konnte. Messi holte den Strafstoß vor dem 3:0 heraus, den Luis Suarez verwandelte, weil sein Teamkollege noch Schmerzen hatte. Geht es Messi nicht gut, zittert Barcelona. So auch jetzt. Doch für das Duell mit den Bayern soll der vielleicht beste Spieler der Welt fit sein.

Messi kommt in dieser Saison der Königsklasse dennoch nur auf drei Treffer. So viele hat auch Bayerns Corentin Tolisso, schon länger keine Stammkraft mehr, der gegen Chelsea nach Einwechslung das 3:1 erzielte. Es ist aber ein anderer, der dem Argentinier derzeit die Show stiehlt: Robert Lewandowski. Der Pole stellt derzeit fast jeden Spieler in den Schatten und bewies gegen die Londoner einmal mehr, warum er in diesem Jahr beste Chancen auf den Titel des Weltfußballers gehabt hätte, wenn dieser denn vergeben werden würde. Man muss es sich auf der Zunge zergehen lassen. Die Bayern erzielten gegen Chelsea insgesamt sieben Tore – und der 31-Jährige, der zwei Tage vor dem Finale Geburtstag hat, war an allen sieben Treffern beteiligt. Drei machte er selbst.

Zwei davon im Rückspiel. Lewandowski traf per Strafstoß zum 1:0 und später zum Endstand. Das 2:0 durch Ivan Perisic bereitete er wie das 3:1 durch Tolisso vor. Chelseas junger Stürmer Tammy Abraham (22) hatte nur kurz für etwas Hoffnung gesorgt, dass zumindest diese zweite Partie gegen München nicht wieder zu einer eindeutigen Angelegenheit werden könnte, als Neuer eine Flanke in die Mitte abwehrte, Abraham abstaubte.

Doch die Bayern dieser Tage sind gnadenlos und hungrig. Sie hätten das Spiel nach dem 2:0 laufen lassen können, der Vorsprung war groß. Doch das machen sie derzeit nicht. Sie wollen immer mehr. Und sie haben einen Stamm an Spielern, der an die Führungsfiguren vom Titelgewinn 2013 erinnert. Da sind Neuer und Thomas Müller, damals wie heute. Müller ist mit 112 Partien in der Königsklasse nun gemeinsam mit Philipp Lahm deutscher Rekordspieler, wird diesen wahrscheinlich am Freitag ablösen. Da ist Lewandowski. Und da sind Alaba und Joshua Kimmich. 2013 gehörten Lahm, Bastian Schweinsteiger, Franck Ribéry und Arjen Robben noch zu den tragenden Säulen des Teams.

Einzig Boateng macht derzeit Sorgen, musste am Samstag angeschlagen ausgewechselt werden. Sein Einsatz gegen Barca ist fraglich. Doch für ihn kam mit dem wiedergenesenen Niklas Süle ein ebenbürtiger Ersatz. Hinten rechts verteidigte Kimmich für den verletzten Benjamin Pavard. Die Bayern, sie sind beeindruckend. In der Spitze und in der Breite. (Maximilian Bülau)

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