Fußball-Bundesliga

Schalke und Mainz schlittern Volldampf Richtung Abgrund

Huub Stevens.
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Huub Stevens.

Es waren Spiele, die auf dem besten Weg waren, ein 0:0 zu werden. Und zweimal 0:1 ausgingen.

Der FC Schalke 04 verlor das Kellerduell gegen Arminia Bielefeld. Der FSV Mainz 05 unterlag beinahe sturmlosen Gästen von Werder Bremen. Leipzig gegen Köln endete dagegen torlos.

Auch Huub hilft nicht

Was für eine Woche für die Schalker. Am vergangenen Sonntag die Aufregung um die Verletzung von Mark Uth. Ein 0:1 gegen Augsburg zu einem 2:1 gedreht – um in der Nachspielzeit doch noch das 2:2 zu kassieren. Das sollte doch trotzdem Selbstvertrauen bringen. In der Englischen Woche war aber wieder ein blutleerer Auftritt gegen den SC Freiburg zu sehen (0:2).

Und nun also Bielefeld. Der Drittletzte. Aufsteiger. Wenn nicht jetzt, ja gegen wen sollen denn noch Punkte herausspringen? Gegen wen soll diese mutlose Mannschaft einen Sieg holen? Zur Sicherheit wurde der erfolglose Trainer Manuel Baum vor diesem wichtigen Spiel am Ende des Jahres entlassen. Der altbekannte Huub Stevens sprang ein. Baum hatte den schlechtesten Start eines Schalker Trainers jemals hingelegt. Stevens ist dagegen der Jahrhunderttrainer der Knappen. Viel weniger, viel mehr geht nicht.

Doch nun die bittere Erkenntnis: Auch Huub hilft nicht mehr. Wäre in der 53. Minute keine Flanke in den Gelsenkirchener Strafraum gesegelt. Wäre Fabian Klos nicht ganz allein gewesen und hätte zum 1:0 für die Bielefelder eingeköpft. Es wäre wohl kein Tor mehr gefallen. Ein typisches 0:0, dieser Abstiegskrimi. Die Schalker zeigten mal wieder all ihre Defizite und Schwächen. Nach vorn geht kaum etwas. Die Spieler sind verunsichert. Und taktische Konzepte überfordern sie. Noch vor einem Jahr verabschiedete sich S04 mit einem 2:2 gegen Freiburg als Fünfter in die Winterpause. Schalker Torschützen damals: Suat Serdar und Ahmed Kutucu. Die sind immer noch da. Vom Fußball von damals ist dieser Verein aber so weit entfernt wie der FC Bayern von der zweiten Liga. Die Schalker kommen dieser immer näher.

Für Lichte wird’s düster

Zumindest schon einen Sieg aber nur zwei Punkte mehr als Schalke hat Mainz geholt. Seit Ende September und der Beurlaubung von Achim Beierlorzer ist der Kasseler Jan-Moritz Lichte Cheftrainer des FSV. Seitdem gab es sieben Niederlagen, drei Unentschieden und einen Sieg. Die Gäste aus Bremen waren vor der Partie am Samstag neun Mal in Folge sieglos geblieben. Und sie kamen nach Mainz beinahe ohne Stürmer – Davie Selke, Niclas Füllkrug und Milot Rashica fehlen derzeit alle verletzt. Josh Sargent, Yuya Osako und der 20 Jahre alte Romano Schmid begannen. Nach 72 Minuten kam Tahith Chong für Osako. Ohne Erfolg. Alles lief auf ein 0:0 hinaus. Ein klassisches Spiel für dieses Ergebnis.

Doch einen Trumpf hatte Bremens Trainer Florian Kohfeldt noch. Fünf Minuten vor dem Ende wechselte er den 19 Jahre alten Eren Dinkci ein. Der hatte vorher noch nie in der Bundesliga gespielt, in der Regionalliga Nord bislang aber für die Reserve mit sieben Treffern und zwei Vorlagen aus acht Partien überzeugt. Die Regionalliga Nord pausiert derzeit. Und weil Kohfeldt eben große Angriffssorgen hat, bekam Dinkci die Chance.

Erst am Freitag war Dinkci nach der Verletzung von Leonardo Bittencourt vom Warmmachen der U23 zum Bundesliga-Team gerufen worden. 260 Sekunden stand er auf dem Platz – da köpfte er das 1:0 für Werder. Großer Jubel im Norden. Für Lichte und Mainz dagegen ein erneuter Nackenschlag. Und langsam wird es düster für den Coach. Im Pokal empfangen die Mainzer am Mittwoch den VfL Bochum. Bremen tritt bei Hannover 96 an – wahrscheinlich dann auch wieder mit Dinkci, der bis vor anderthalb Jahren noch in der Oberliga auflief.

Und doch ein 0:0

Ein 0:0 gab es dann doch noch. Und zwar zwischen Leipzig und Köln. Der Effzeh hat acht seiner elf Punkte aus den vergangenen fünf Spielen geholt. Leipzig ließ dagegen neben dem 3:3 gegen den FC Bayern erst zum zweiten Mal in dieser Saison zuhause Punkte liegen. (Maximilian Bülau)

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