Flick darf bleiben

Nach dem 4:0 des FC Bayern gegen den BVB: Eine Woche, die fast alles verändert

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Thomas Müller (links) und Robert Lewandowski.

Selten hat ein Spitzenspiel in der Bundesliga so deutlich gezeigt, wie schnelllebig das Geschäft Profi-Fußball doch sein kann. Gerade einmal eine Woche ist es her, da verlor der FC Bayern München 1:5 in Frankfurt. Trainer Niko Kovac wurde entlassen. Alles stand auf dem Prüfstand. Sieben Tage später ist die Welt in München wieder in Ordnung. Nach dem 4:0-Sieg gegen Borussia Dortmund herrscht dafür nun Krisenzeit im Ruhrpott. Wir haben in der Wochenend-Ausgabe fünf Thesen zum Topspiel aufgestellt. Die Auflösung:

1 .Lewandowski baut seine Serie aus: Nicht nur das. Robert Lewandowski hat auch im elften Ligaspiel in Folge mindestens einen Treffer erzielt. Gegen den BVB waren es sogar zwei, das 1:0 (17.) und das 3:0 (76.). Neben der Rekordserie, die der Stürmer ausbaute, stellte er auch eine neue Bestmarke auf: 16 Saisontore nach elf Spielen, das gelang vor ihm noch keinem in der Bundesliga. Gerd Müller hatte bislang den Rekord inne: 15 Treffer nach elf Spielen in der Saison 1968/1969.

2. Die Bayern-Abwehr ist ein Schwachpunkt: Traf nicht zu. Trotz der Ausfälle von Niklas Süle und Lucas Hernández sowie der Sperre von Jérome Boateng blieben die Münchner auch im zweiten Spiel nach der Kovac-Entlassung ohne Gegentor. Die Innenverteidigung Javi Martinez/David Alaba machte einen guten Job. Bei allem Lob darf aber auch nicht verschwiegen werden: Selten traf der Begriff „harmlos“ so auf eine Mannschaft zu wie auf Borussia Dortmund am Samstagabend.

Nach vorn ging nichts. Der angeschlagene Marco Reus sowie Paco Alcácer saßen zunächst auf der Bank, der angeschlagene Jadon Sancho spielte von Beginn an, wurde nach 36 Minuten aber ausgewechselt, weil die Oberschenkelzerrung wieder aufbrach. Reus sagte nun für die anstehenden Länderspiele ab.

3. Flick wird länger als zwei Spiele auf der Bank sitzen: Die Bestätigung dieser These folgte kurz nach Spielende. Der bisherige Interimstrainer der Bayern, Hansi Flick, darf auch nach der Länderspielpause Chefcoach bleiben. Bis auf Weiteres werde man mit Flick arbeiten. Er habe seine Aufgabe bravourös gemeistert, sagte Bayerns Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge. Auf die Frage, ob der 54-Jährige auch am 23. November gegen Fortuna Düsseldorf auf der Bank sitzen werde, sagte Rummenigge: „Davon kann man ausgehen. Und Präsident Uli Hoeneß ergänzte: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass Karl-Heinz nur über eine Woche gesprochen hat.

4. Hummels wird bei seiner Rückkehr viel zu tun haben: Auch diese Vermutung kann getrost mit Ja beantwortet werden. Weil der BVB offensiv nicht vorhanden war, musste die Defensive umso mehr arbeiten. Allen voran Rückkehrer und Abwehrchef Mats Hummels, der bis zum Sommer bei den Bayern angestellt war. Die Gegentore von Lewandowski konnte er ebenso wenig verhindern wie das 2:0 durch Serge Gnabry (49.). Und in der 80. Minute unterlief dem 30-Jährigen zur Krönung auch noch ein Eigentor. Dass er aus Respekt vor seinem Ex-Verein nicht gejubelt hat – wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen.

5. Hakimi geht auch in München auf Torejagd: Eine Vorhersage, die nicht Wirklichkeit wurde. Anders als in der Champions League zuletzt, als er zwei Tore beim 3:2-Erfolg gegen Inter Mailand erzielte, lief Achraf Hakimi als Rechtsverteidiger auf und spielte nicht auf der offensiven Außenbahn. Nach vorn ging dieses Mal keine Gefahr von ihm aus, nach hinten schwächelt er des Öfteren. So bleibt die jüngste Bilanz der Dortmunder in München verheerend: 0:4, 0:5, 0:6, 1:4, 1:5 und 1:2. Daran hat auch diese Woche nichts verändert.

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