Geschichten des Ruhrpott-Duells

Nach Revierderby: 22 Punkte trennen BVB und Schalke 

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Ausgelassen: Die Dortmunder (von links) Axel Witsel, Jadon Sancho, Jacob Bruun Larsen, Thomas Delaney, Achraf Hakimi, Lukasz Piszczek und Marco Reus jubeln nach dem 1:0. 

Kassel. Das Revierderby, es war im vergangenen Jahr das Spiel der Saison. Ende November 2017 führte Borussia Dortmund gegen Schalke 4:0 zur Pause – am Ende stand es 4:4.

Dieses Mal gab es das erste Duell der beiden Rivalen in Gelsenkirchen. Und es war eine eher durchschnittliche Partie in der Fußball-Bundesliga. Der BVB festigte durch den 2:1-Sieg die Tabellenführung, die Königsblauen rufen den Abstiegskampf aus. Die Verhältnisse im Ruhrgebiet haben sich innerhalb eines Jahres grundlegend verändert. Die Geschichten dieses Derbys sind Ursache und Folge des Ganzen.

• Samstag, 10 Uhr:Die folgenden Zeilen beruhen teilweise auf Spekulationen. Aber so könnte der Samstagmorgen in Dortmund und Gelsenkirchen abgelaufen sein.

BVB-Trainer Lucien Favre grübelt beim Blick auf seinen Kader. „Bringe ich Paco Alcácer dieses Mal von Beginn an? Oder doch wieder Mario Götze? Jadon Sancho, Marco Reus, Jacob Bruun Larsen, Christian Pulisic, Maximilian Philipp, Marius Wolf? Wer spielt auf den Flügeln? Verdammt, für Wolf ist gar kein Platz im Kader.“

Währenddessen verzweifelt Schalkes Coach Domenico Tedesco beim Blick auf seine verbliebenen Stürmer. Mark Uth? Verletzt. Breel Embolo? Verletzt. Franco Di Santo? Verletzt. Steven Skrzybski? Angeschlagen. Bleibt eigentlich nur noch Guido Burgstaller. Tedesco überlegt: „Wen stelle ich noch dazu? Ach, da nehme ich den Weston McKennie.“

• Samstag, 16.06 Uhr: Tedescos Plan ist hinüber. Sein Team liegt seit der siebten Minute zurück. Einen Freistoß von Reus hatte Thomas Delaney per Kopf zur Führung verlängert. Und jetzt auch noch das: Burgstaller muss raus. Tedesco hat auf der Bank noch Cedric Teuchert und Yevhen Konoplyanka. Er wechselt Außenverteidiger Hamza Mendyl ein. Fragwürdig. Der Trainer begründet die Entscheidung hinterher damit, dass er Tempo in der Spitze haben wollte. Mendyl sei Schalkes schnellster Spieler. Er gesteht aber auch ein, dass seine Mannschaft ab diesem Zeitpunkt keinen Spieler mehr gehabt hätte, der die Bälle vorn festmacht.

• Samstag, 16.46 Uhr:Aufregung auf Schalke – natürlich geht es um den Videobeweis. Bereits das zweite Mal. In der ersten Halbzeit wurde ein Handspiel von Witsel überprüft. Es gab keinen Strafstoß. Dieses Mal soll Reus Amine Harit im Dortmunder Strafraum gefoult haben. Schiedsrichter Daniel Siebert lässt erst weiterlaufen, bekommt dann ein Signal aus Köln. Er entscheidet auf Elfmeter für Königsblau. Weil der etatmäßige Schütze Nabil Bentaleb schon draußen ist, tritt Daniel Caliguiri an und verwandelt. Der 15. Saisontreffer im 14. Spiel. Das Problem: nicht für Caliguiri, sondern für Schalke insgesamt.

• Samstag, 16.59 Uhr:Dortmund ist wieder vorn – der erst 18 Jahre alte Sancho hat’s gemacht. Seine Statistik: 26 Bundesligaspiele, sechs Tore, zwölf Vorlagen. Er sagt hinterher: „Dieses Tor widme ich meiner Großmutter, sie ist kürzlich gestorben. Ich werde sie immer lieben, und ich weiß, dass sie mit einem Lachen auf mich blicken wird.“

• Samstag, gegen 20 Uhr:Der Mannschaftsbus des BVB rollt auf das Trainingsgelände in Dortmund Brackel.   700 Fans empfangen Spieler und Trainer nach dem ersten Derbysieg seit November 2015. Auf Schalke hatte Schwarz-Gelb zuletzt 2013 gewonnen. Nach 14 Spielen liegt der BVB 22 Punkte vor Schalke. Nach dem 4:4 am 13. Spieltag der vergangenen Saison lag Königsblau auf Platz zwei noch drei Punkte vor den Dortmundern. Ein Jahr ist seitdem vergangen. Nur ein Jahr.

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