Trotz Nasenbeinbruchs dabei 

Niklas Stark wartet auf sein DFB-Debüt: Seit zwölf Stunden in Löws Wartezimmer

Wartet immer noch auf seinen ersten Einsatz in der Nationalmannschaft: der Berliner Niklas Stark. 
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Wartet immer noch auf seinen ersten Einsatz in der Nationalmannschaft: der Berliner Niklas Stark. 

Niklas Stark wird froh sein, dass Joachim Löw nicht sein Mannschaftsarzt, sondern sein Bundestrainer ist.

Der Fußballer von Hertha BSC brach sich am vergangenen Wochenende im Bundesliga-Spiel gegen RB Leipzig die Nase. Wäre Löw für die Behandlung zuständig gewesen, der 24-Jährige hätte schon zwölf Stunden im Wartezimmer gesessen – und wäre immer noch nicht an der Reihe gewesen.

Kein Feldspieler hat je länger auf seinen ersten Einsatz bei der deutschen Nationalmannschaft gewartet. Für acht Länderspiele war der Innenverteidiger schon nominiert. Sechs Mal blieb er über die volle Distanz auf der Bank. 

Durch Erkrankung verhindert 

Dann sollte er spielen, bekam aber eine Magen-Darm-Grippe. Vier Tage später die nächste Einsatzgarantie, doch Stark zog sich im Teamhotel an einer Tischkante eine Risswunde am Schienbein zu – wieder fiel er aus. Insgesamt wartet der 24-Jährige nun schon 720 Minuten. Das sind zwölf Stunden in Löws Wartezimmer.

Auch deswegen wollte Stark nun unbedingt am Lehrgang des DFB-Teams teilnehmen. Trotz einer gebrochenen Nase. Der Bundestrainer gab ihm für eines der beiden EM-Qualifikationsspiele gegen Weißrussland am kommenden Samstag in Mönchengladbach und drei Tage später in Frankfurt gegen Nordirland ein Debüt-Versprechen. Wieder einmal.

Operation ist gut verlaufen

Stark reiste gestern mit zwei blauen Augen und einem Nasenschutz zum Treffpunkt in Düsseldorf an, eine gute Nachricht hatte er aber auch noch im Gepäck. Nach dem Bruch wurde ihm am Sonntag die Nase gerichtet, eine kleine Operation. 

Doch: Alles ist gut verlaufen, und Stark sagt selbst, dass er spielen könne. „Ich hoffe, dass ich das Debüt feiern kann. Es ist nicht so schlimm, wie es aussieht“, sagt er.

Anders als Niklas Süle, Marco Reus, Kai Havertz, Julian Draxler, Antonio Rüdiger, Marcel Halstenberg, Thilo Kehrer und Kevin Trapp, die dem Bundestrainer allesamt verletzt fehlen, lässt sich Stark nicht ausbremsen. 

Hinter Matthias Ginter und Jonathan Tah ist der 24-Jährige angesichts der vielen Ausfälle Innenverteidiger Nummer drei. „Wenn der Bundestrainer anruft und sagt, er will mich dabei haben, dann komme ich, wenn ich laufen kann, deswegen bin ich hier“, sagte Stark gestern bei der Ankunft im Teamhotel.

Letzte beiden Partien sind sehr wichtig 

Für das deutsche Team geht es in den abschließenden beiden Partien der Gruppe C noch um einiges. Während gegen Weißrussland ein Sieg Pflicht ist, muss gegen Nordirland mindestens der zweite Platz verteidigt werden. 

Die Nordiren haben drei Punkte Rückstand, das Hinspiel gewann die Löw-Elf 2:0. Sollte Nordirland am Samstag das Heimspiel gegen die Niederlande gewinnen, geht es in einem Dreikampf um die Spitze – und dann ist für die deutsche Nationalmannschaft auch Platz eins noch im Bereich des Möglichen. 

Ziel ist der Gruppensieg 

Das ist auch der Fall, wenn das Parallelspiel am Samstag mit einem Unentschieden endet. Gruppensieger zu werden, ist nicht unwichtig hinsichtlich der Auslosung der EM-Gruppen.

Anders als einige seiner Mitspieler, die bereits in der A-Nationalmannschaft zum Einsatz kamen, ist Stark dabei bereits Europameister. 2017 war er Teil der U21, die Spanien im Finale 1:0 besiegte. Damals verpasste er nur das Halbfinale wegen einer Nackenprellung. Bis Samstag sollte Stark nun zumindest die Tischkanten besonders im Auge haben.

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