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Jürgen Klopps Liverpool gegen Villarreal: Noch führt Unai Emery 1:0

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Von: Maximilian Bülau, Björn Friedrichs

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Eine Zeichnung von Jürgen Klopp auf einer Leinwand.
In einem Vorgarten in der Nähe von Anfield: eine Zeichnung von Jürgen Klopp auf einer Leinwand. © Paul Ellis/afp

Der FC Liverpool hat in dieser Saison noch einige Ziele. Nach dem Sieg im Ligapokal steht der englische Fußball-Erstligist auch im FA-Cup-Finale.

In der Premier League liegt das Team von Trainer Jürgen Klopp als Zweiter nur einen Zähler hinter Manchester City. Und dann ist da noch die Champions League. Die Reds haben das Halbfinale erreicht, Gegner ist der FC Villarreal, das Hinspiel findet heute in England statt (21 Uhr/Dazn).

Spätestens nachdem die Spanier den FC Bayern im Viertelfinale aus dem Wettbewerb nahmen, wird Klopp das Gelbe U-Boot – so der Spitzname Villarreals – wohl nicht mehr auf die leichte Schulter nehmen. Längst ist das Team weit mehr als ein Geheimfavorit, warf vor den Münchnern auch schon Juventus Turin (1:1 und 3:0) aus der Königsklasse.

Klopp wird aber wohl auch noch an etwas anderes denken. Als er 2016 mit Liverpool im Finale der Europa League stand und die Chance auf den ersten Titel mit den Reds hatte, hieß sein Gegenüber auf der Trainerbank des FC Sevilla Unai Emery. Endergebnis: 3:1 für Sevilla. Überhaupt hat Emery, Spanier und 50 Jahre alt, eine beeindruckende K.o.-Bilanz in Champions und Europa League vorzuweisen. 84 Prozent seiner Duelle hat er gewonnen – nur Zinédine Zidane ist besser (88 Prozent). Mittlerweile coacht Emery Villarreal.

Noch einmal will Klopp sicher nicht gegen ihn scheitern. Damit das klappt, haben wir Dinge zusammengestellt, die er besser machen muss als Bayerns Trainer Julian Nagelsmann.

Das Zentrum verdichten: Eine schöne Fußball-Floskel, deren Umsetzung wohl gegen kaum ein Team so wichtig ist wie gegen Villarreal. Sie haben in Dani Parejo, Francis Coquelin, Étienne Capoue und Giovani Lo Celso gleich vier ballsichere, zweikampfstarke und spielintelligente zentrale Mittelfeldspieler. Wer diese vier kombinieren lässt, sieht den Ball teils minutenlang nicht in den eigenen Reihen. Eine Sonderaufgabe wird auf Liverpools Zentrumsspieler zukommen. Klopp sollte Fabinho, Jordan Henderson und Co. darauf einstellen. Nagelsmann und die Bayern waren das nicht.

Raul Albiol beschäftigen: Das Wort „routiniert“ dürfte für den 36 Jahre alten Verteidiger erfunden worden sein. Er spielte zuvor bei Valencia, Getafe, Real Madrid, Neapel, sammelte dort reichlich Erfahrung. Stämmige Mittelstürmer wie Bayerns Robert Lewandowski haben gegen den rustikalen Schrank von Mann einen schweren Stand. Bringt Liverpool aber seine wendigen Stürmer Mohamed Salah, Sadio Mané, Diogo Jota oder Luis Diaz gegen Albiol ins Laufduell, dürfte der Routinier Probleme bekommen.

Die Lehren aus den Duellen mit spanischen Klubs ziehen: Wenn die Reds in der Champions League ausscheiden, dann gegen spanische Vereine. So war es zumindest bei den letzten fünf Teilnahmen. Vergangene Saison war im Viertelfinale gegen Real Madrid Schluss, im Jahr zuvor gegen Atletico. 2019 gewann Liverpool den Titel, 2018 gab es im Finale eine 1:3-Niederlage – erneut gegen Real. Die Madrilenen waren auch ausschlaggebend für das Aus in der Gruppenphase 2014/15. Dort landete Liverpool vor allem wegen zweier Niederlagen gegen Real nur auf Rang drei. Die gute Nachricht: Zwar steckt im Namen des heutigen Gegners auch ein „real“, der Klub kommt aber ausnahmsweise nicht aus Madrid.

Zuhause den Grundstein legen: Gut, das konnten Nagelsmann und die Bayern freilich nicht, da sie zunächst auswärts antraten. Was aber eigentlich gemeint ist: Villarreal ist extrem heimstark. In der Liga gab es in bislang 17 Heimspielen zehn Siege und nur zwei Niederlagen. In der Königsklasse verlor das Team von Emery im eigenen Stadion nur in der Gruppenphase gegen Manchester United. Die Bayern unterlagen in Spanien 0:1. Liverpool sollte nun in Anfield ein Polster schaffen – denn in Villarreal kann viel passieren.

Die Beatles hören: Nicht ganz ernst gemeint und auch nichts, was Nagelsmann oder den Bayern geholfen hätte. Aber Villarreals Spitzname Gelbes U-Boot geht auf den Beatles-Klassiker „Yellow Submarine“ zurück. Die Beatles stammen aus Liverpool. Da hat Klopp einen natürlichen Vorteil. (Maximilian Bülau und Björn Friedrichs)

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