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So ist die Lage in der 2. und 3. Liga: Oben spannend, unten fast alles klar

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Von: Maximilian Bülau

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Simon Terodde.
Ab in die Kurve: Schalkes Torjäger Simon Terodde (Mitte) macht sich nach seinem späten Siegtreffer gegen Sandhausen auf den Weg. © Uwe Anspach/dpa

Die ersten Fünf innerhalb von fünf Punkten, irre Schlussphasen mit unvorhersehbaren Wendungen – die 2. Fußball-Bundesliga hält in dieser Saison die Versprechen.

Der Kampf um den Aufstieg lässt enorme Spannung erwarten. Der Abstiegskampf ist dagegen bereits entschieden. Wir blicken aber nicht nur darauf, was für die Aufstiegsaspiranten in Liga zwei spricht, und wer eine Liga runter muss. Wir schauen auch auf die Situation eine Klasse tiefer, die vielerorts ebenfalls Spannung bietet.

2. Bundesliga, oben

Das spricht für ...

den FC Schalke 04 (59 Punkte/67:41 Tore): Seit dem Amtsantritt von Interimscoach Mike Büskens gelangen sechs Siege in sieben Spielen. Selbst das deutliche 1:4 im Spitzenspiel gegen Bremen hinterließ kaum Wirkung. Mit dem 2:1 in Sandhausen eroberte der Revierklub die Tabellenführung von Werder zurück. Getragen wird das Team vom leidenschaftlichen Rückhalt der Fans. Der ekstatische Jubel nach dem Last-Minute-Treffer von Simon Terodde dürfte zusätzlichen Auftrieb für den Aufstiegs-Showdown am kommenden Samstag geben. „Diesen Einsatz, diese Leidenschaft, müssen wir auch gegen den FC St. Pauli zeigen. Die Vorfreude auf das Spiel ist riesengroß“, sagte der nordmazedonische Nationalspieler Darko Churlinov. Allerdings könnte dieses Duell in Gefahr sein, denn bei neun Spielern sowie enem Mitglied aus dem Mannschaftsumfeld der Hamburger gab es positive Coronatests.

Darmstadt 98 (57/67:44): Die aufsteigende Formkurve und seit Samstagabend auch die Tabellenkonstellation machen Hoffnung. „Es war ein herausragendes Spiel vor einer herausragenden Kulisse, das wir verdient gewonnen haben“, sagte Torsten Lieberknecht nach dem furiosen 6:0-Sieg über Aue. In den verbleibenden beiden Spielen in Düsseldorf und gegen Paderborn haben die Hessen die Rückkehr ins Oberhaus in der eigenen Hand. Großer Trumpf ist die Offensive um Luca Pfeiffer und Phillip Tietz (je 15 Tore).

Werder Bremen (57/60:43): Das 2:3 nach 2:0-Führung gegen Holstein Kiel war ein Schock. Werder kann den direkten Aufstieg nicht mehr aus eigener Kraft schaffen. Doch für die Bremer spricht immer noch das vermeintlich leichteste Restprogramm mit Spielen beim Tabellen-17. Aue und gegen den Tabellenelften Regensburg. Und dazu noch der wohl qualitativ beste und vor allem erfahrenste Kader aller fünf Aufstiegskandidaten. Die Defensivspieler Ömer Toprak, Milos Veljkovic (beide verletzt) und Christian Groß (Corona) könnten schon in Aue wieder dabei sein.

den Hamburger SV (54/62:32): Die Mannschaft von Trainer Tim Walter ist in dieser Saison Jäger. Die Rolle behagt ihr mehr als in den drei Spielzeiten zuvor, als sie die Gejagte war. Die Nerven scheinen stabiler, das Team schafft es, Walters Scheuklappenkurs-Kurs („Wir bleiben bei uns“) umzusetzen. Der Rückstand auf einen direkten Aufstiegsplatz wurde in fünf Spielen von neun Punkten auf drei Zähler verringert. Nur Siege in den restlichen Partien gegen Hannover und Rostock reichen nicht. Die Konkurrenz müsste weiter Punkte einbüßen.

den FC St. Pauli (54/57:43): Auf dem Kiez hat das Zittern eingesetzt. Die Fans glauben weiter an den Aufstieg, sie singen: „We love St. Pauli“. Die Spieler wollen sich zur Trotzreaktion aufraffen. Der Trend der jüngsten fünf Spiele spricht aber gegen sie: Erst Spitzenreiter mit vier Punkten Vorsprung auf Platz vier, jetzt Fünfter mit drei Punkten Rückstand auf Platz zwei. Trainer Timo Schultz verspricht: Jetzt „geht es volle Pulle Richtung Schalke“. Dort muss die Mannschaft gewinnen. Zum Schluss kommt Düsseldorf. Corona könnte aber alles noch einmal durcheinanderwirbeln.

2. Bundesliga, unten

Seit diesem Spieltag ist klar: In der Abstiegszone ist alles geklärt. Der FC Ingolstadt, bei dem der Kasseler Marc Stendera seit der Rückrunde keine Rolle mehr spielt, war ohnehin schon abgestiegen. Nach dem 0:6 gegen Darmstadt muss auch Erzgebirge Aue mit dem Nordhessen Sören Gonther den bitteren Gang in Liga drei antreten. Seit 2016 gehörte Aue dauerhaft zur 2. Bundesliga. Dynamo Dresden mit dem Kasseler Tim Knipping wird in der Relegation um den Zweitligaverbleib kämpfen. Die Dresdner gaben gegen Regensburg ein 1:0 spät aus der Hand. Das 1:1 bedeutet, dass das Team sicher auf Rang 16 bleiben wird. Gerettet sind dagegen nun Regensburg, Rostock, Hannover 96 und der SV Sandhausen.

3. Liga, oben

Magdeburg ist sicher Meister und Aufsteiger, verlor an diesem Spieltag dann 1:2 gegen Braunschweig. Weil Kaiserslautern überraschend zuhause 1:3 gegen die Reserve von Borussia Dortmund unterlag, ist die Eintracht nun Zweiter. Zwischen diesen beiden Mannschaften wird es sich bei einem Zähler Differenz an den verbleibenden beiden Spieltagen entscheiden, 1860 München hat nur noch theoretische Chancen, auf den Aufstiegs- oder Relegationsplatz zu springen. Braunschweig trifft noch auf Meppen und Viktoria Köln, Kaiserslautern hat bereits eine Partie mehr absolviert und tritt nur noch gegen die Kölner an.

3. Liga, unten

Neben Türkgücü München werden auch der TSV Havelse und die Würzburger Kickers in die Regionalliga absteigen. Der SC Verl wahrte durch das 3:0 gegen Wehen Wiesbaden die Chance auf den Klassenerhalt. Der Abstand aufs rettende Ufer beträgt nun nur noch einen Punkt. (Maximilian Bülau, mit dpa)

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