Spanier feiern DFB-Star und CR7

"Özil ist der heimliche Mörder"

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Mesut Özil (r.) beim Jubel mit den Kollegen

Madrid - Mesut Özil hat in der Champions League wieder als kongenialer Partner von Superstar Cristiano Ronaldo aufgetrumpft und dafür Lob von allen Seiten eingeheimst.

Ein Blick, ein Pass und die iberische Halbinsel war wieder mal entzückt. Mesut Özil erntete für sein Zuckerpässchen zum 1:0 auf seinen kongenialen Partner Cristiano Ronaldo im Viertelfinal-Hinspiel gegen Galatasaray Istanbul viel Lob. Nach weniger berauschenden Auftritten in der deutschen Nationalelf blühte der Regisseur beim 3:0 (2:0)-Erfolg des spanischen Rekordmeisters Real Madrid in der Champions League auf.

„Ein Zauberer von Özil. Er war ein Genius“, schrieb die spanische Zeitung AS über den schmächtigen Spielmacher. Marca feierte den früheren Bundesliga-Profi von Werder Bremen und Schalke 04 mit einem gewagten Vergleich. „Ronaldo fand die Spur zum Tor. Das Messer dazu lieferte ihm Özil. Er ist auch ein Mörder, heimlicher. Aber wenn er auftaucht, ist er tödlich.“

In der Tat riss der 24-Jährige mit seinem Zuspiel in der neunten Minute die Abwehr der Türken auf und brachte „CR7“ in Position. Der Portugiese lupfte den Ball über Schlussmann Fernando Muslera hinweg und erzielte sein neuntes Tor im neunten Spiel der Königsklasse. Schon vor dem Anstoß hatte Ronaldo über Özil gesagt: „Ich bin begeistert, mit ihm zu spielen. Er hat große Qualitäten und wir verstehen uns sehr gut.“

Reals Trainer Jose Mourinho war nach dem Spiel sichtlich darum bemüht, dass auch andere Offensivspieler vom Lob etwas abbekamen. „Higuain und Benzema haben wieder getroffen. Das ist gut für ihr Selbstvertrauen“, meinte der Portugiese über die Treffer Nummer zwei und drei gegen die Türken, die lange Zeit mutig mitspielten.

Mourinho, der von Galatasaray-Star Didier Drogba schon mit seinem Ex-Klub FC Chelsea in Verbindung gebracht wurde, war rundherum zufrieden mit dem Auftritt seiner Stars: „Wir haben gut verteidigt und viel Gefahr nach vorne gebracht. Die Spieler wissen, dass auf diesem Niveau Kleinigkeiten entscheidend sind, sie haben es gut gemacht.“

Auch Sami Khedira zog ein positives Fazit. „Es war ein gutes Spiel für uns. Nicht nur spielerisch, auch taktisch. Mit dem Ergebnis können wir zufrieden sein“, meinte der deutsche Nationalspieler, der durchspielte. Özil, der türkische Wurzeln hat, freute sich derweil auf das Rückspiel in Istanbul. „Ich habe dort viele Freunde, mache da oft Urlaub. Es wird ein schönes Wiedersehen. `

Trotz der besten Ausgangslage aller Viertelfinalisten für das Rückspiel ließ Mourinho die Kirche im Dorf: `Istanbul braucht ein Wunder. Aber im Fußball gibt es immer wieder Wunder. Also, warum sollten sie nicht vom Weiterkommen träumen.“ Im Rückspiel müssen die Spanier auf Sergio Ramos und Xabi Alonso verzichten, die sich - wohl mit Bedacht - Gelbe Karten abholten, um ihre Zwangspause im vermeintlich leichten Rückspiel zu nehmen.

Istanbuls Trainer Fatih Terim haderte nach dem Spiel mit dem norwegischen Schiedsrichter Svein Oddvar Moen, der Gala-Stürmer Burak Yilmaz nach einer Schwalbe die Gelbe Karte zeigte. Damit ist Yilmaz fürs Rückspiel gesperrt. „Der Schiedsrichter hat viele Fehler gemacht. Vielleicht hatte er in Madrid nicht den Mut, dann eine Gelbe Karte zu zeigen, wenn es angebracht gewesen war“, sagte Terim.

Er hob zudem die guten Ansätze im Spiel seiner Mannschaft hervor. „Wenn Emmanuel Eboue und Didier Drogba ihre Chancen genutzt hätten, wäre das Spiel anders verlaufen“, meinte der frühere Trainer von AC Mailand, der allerdings auch meinte: „Wir brauchen im Rückspiel ein Wunder, aber wir werden versuchen, gut zu spielen und zu gewinnen.“

sid

Diese Deutschen spielten bei Real Madrid

Nach Sami Khedira (links) ist Mesut Özil der zweite Deutsche im aktuellen Starensemble von Real Madrid. Vor ihnen standen schon sechs Profis aus Deutschland bei den “Königlichen“ unter Vertrag. Zeitraum © dpa
Günter Netzer spielte von 1973 bis 1976 in Madrid. Er absolvierte 85 Spiele und schoß 9 Tore. Netzer gewann mit Real 1975 das "Double" und 1976 die Meisterschaft. © dpa
Paul Breitner spielte von 1974 bis 1977 bei Real. Seine Bilanz: 84 Spiele und 9 Tore. Breitner gewann mit den "Königlichen" 1975 die spanische Meisterschaft und den Pokal. 1976 verteidigte er mit Real die Meisterschaft. © dpa
Uli Stielike spielte von 1977 bis 1985 bei den Königlichen. In dieser Zeit stand er 215 mal auf dem Platz und traf 41 mal. Mit Real Madrid wurde er 3 mal Spanischer Meister (1978, 1979, 1980) und 1985 UEFA-Pokalsieger. © Getty
Bernd Schuster spielte von 1988 bis 1990 für die "Königlichen". Seine Bilanz: 61 Einsätze und 13 Tore. Als Spieler gewann er mit Real 1989 und 1990 die spanische Meisterschaft. Von 2007 bis 2008 trainierte er den Verein später. Er holte mit Real einmal die spanische Meisterschaft sowie den spanischen Supercup. © dpa
Bodo Illgner spielte von 1996 bis 2001 bei Real. Er brachte es dort auf 91 Einsätze. Der Keeper schoss kein Tor. Er wurde mit den Madrilenen zweimal (1997 und 2001) spanischer Meister, holte zweimal die Champions League (1998 und 2000). Außerdem gewann Illgner mit Real 1998 auch den Weltpokal. © dpa
Christoph Metzelder spielte von 2007 bis 2010 bei Real. Er brachte es in dieser Zeit auf 23 Einsätze, schoss aber kein Tor. Er holte mit dem Verein 2008 sowohl die spanische Meisterschaft als auch den Supercup. © dpa
Sami Khedira wechselte im Kuli 2010 zu Real. er absolvierte dort noch kein Pflichtspiel. Sein Debüt für seinen neuen Verein gab er am 13. August 2010 gegen den FC Bayern München in einem Testspiel (im Duell gegen Franck Ribéry, rechts). © dpa
Mesut Özil gab am 17. August seinen Wechsel zu Real Madrid bekannt. Er verließ den Verein im Sommer 2013 und wechselte für 50 Millionen Euro zum FC Arsenal. © dpa
Und gleich der nächste Deutsch-Türke aus dem Ruhrpott, den es zu den Königlichen zog: Nuri Sahin gab am 9. Mai 2011 bekannt, dass er in Madrid einen Vertrag bis 2017 unterschrieben hat. Nach einem Jahr ließ er sich aber schon wieder nach Liverpool verleihen. Auch dort wurde er nicht glücklich und wechselte im Januar 2013 zu Borussia Dortmund. © dpa
Toni Kroos, Real Madrid
Am 17. Juli 2014 wurde der Wechsel von Toni Kroos vom FC Bayern zu Real Madrid bekannt gegeben. Der Weltmeister erhält bei den Königlichen einen Sechs-Jahres-Vertrag. © dpa

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