Nach Spielabbruch

Max Kruse platzt vor Olympia-Start der Kragen - „Unter aller Sau“

Max Kruse ist das bekannteste Gesicht der deutschen Olympia-Fußballer. In einer Videobotschaft verschafft er sich Gehör für ein wichtiges Anliegen.

Tokio - Was Quarantäne bedeutet, musste jeder deutsche Bürger während der Corona-Pandemie am eigenen Leib erfahren. Bei Olympia* in Tokio herrschen ähnlich strenge Regeln für Sportler, Betreuer und Journalisten. Resultat ist eine Menge freie Zeit auf dem eigenen Zimmer - Max Kruse nutzt sie sinnvoll.

Der Stürmer genießt es sichtlich, bei Olympia eine Führungsrolle im deutschen Fußball-Team* einzunehmen und geht verantwortungsbewusst voran. Auf seinem Instagram*-Kanal macht er seinem Ärger über den Rassismus-Skandal beim ersten Test des Olympia-Teams gegen Honduras Luft. Das DFB-Team hatte geschlossen den Platz verlassen, als Jordan Torunarigha rassistisch beleidigt worden war.

Olympia 2021: Max Kruse bringt Rassismus-Thema deutlich zur Sprache

„Das war natürlich vor allem für Jordan, aber auch für uns alle kein schönes Gefühl. Ich könnte euch jetzt auch Sachen erzählen, die meiner Frau geschrieben wurden. Man bekommt teilweise einen Schock, wenn man sieht, was für Nachrichten da dabei sind“, erzählt Kruse. „Das ist unter aller Sau.“

Der Union-Knipser will seine Reichweite nutzen, um auf das Thema Rassismus aufmerksam zu machen. Man müsse endlich handeln, betont er immer wieder. Der Spieler-Boykott gegen Honduras „war das richtige Zeichen. Ich stelle mir aber die Frage: Können wir damit eine Veränderung bewirken? Ich bin der Meinung: Ein Rassist wird weiter ein Rassist bleiben“, vermutet Kruse.

Olympia 2021: Max Kruse fordert Identitäts-Check bei Social Media

Kruse macht deshalb vor den Spielen mit dem deutschen Fußball-Kader bei Olympia 2021* einen konkreten Vorschlag: „Wir sollten bei Social Media verpflichtend ‚Identity-Checks‘ machen. Das ist nur ein Beispiel, aber irgendwo müssen wir anfangen. So könnten wir anonyme Hetzerei im Internet effektiv bekämpfen“, sagt Kruse. Er bemüht dazu einen Vergleich.

„Wir werden es wohl schaffen, innerhalb eines Jahres an die 80 Millionen Menschen zu impfen. Das ist gut. Aber beim Rassismus kriegen wir es nicht hin, dieses Thema unter Kontrolle zu kriegen. Warum nehmen wir nicht ein paar Millionen für dieses Problem in die Hand?“, fragt er.

Kruse bringt damit das Thema auf seine Art dorthin, wo es hingehört: In die Öffentlichkeit - in die Diskussion. Am Donnerstagmittag (MEZ) trifft das DFB-Team mit Max Kruse auf Olympiasieger Brasilien*. (epp) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Screenshot Instagram

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