Ex-Bundesligist vor dem Super-GAU

Paderborn droht dritter Abstieg in Folge - Emmerling entlassen

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Den Fans des SC Paderborn droht der dritte Abstieg in Folge, ihr Team könnte in der kommenden Spielzeit viertklassig spielen.

Rostock - In der 3. Liga scheint die Abstiegsfrage geklärt. Der FSV Frankfurt und der FSV Mainz 05 II sind kaum noch zu retten. Der desolate SC Paderborn entlässt Trainer Emmerling.

Nicht einmal zwei Jahre nach dem Abstieg aus der Fußball-Bundesliga rückt für den SC Paderborn der Absturz in die Viertklassigkeit immer näher. Die 0:4-Pleite beim VfR Aalen offenbarte die desolate Gesamtsituation des Drittligisten, die kaum noch Hoffnung verspricht. Mit vier Punkten Rückstand auf den ersten Nichtabstiegsplatz zog die Vereinsführung am Ostersonntag die Konsequenzen und stellte den erst im vergangenen Dezember verpflichteten Trainer Stefan Emmerling mit sofortiger Wirkung frei.

„Wir haben uns diesen Schritt nicht leicht gemacht, wollen aber im Endspurt der Saison einen neuen Impuls setzen. Stefan Emmerling hat sich mit vollem Engagement in Paderborn eingebracht, die sportliche Entwicklung macht jedoch einen Neuanfang erforderlich“, erklärte Geschäftsführer Sport Markus Krösche. Er war erst vor einem Monat zum SCP zurückgekehrt. Noch am Ostersonntag sollte ein neuer Trainer präsentiert werden, der das Team bis zum Saisonende betreuen soll.

„Wir brauchen eine Mannschaft, die sich dagegenstemmt“

Die Situation in Paderborn ist prekär, zumal die auf Rang 17 stehende zweite Mannschaft von Werder Bremen ein Spiel weniger absolviert hat. Emmerling hatte der Mannschaft sogar die Moral abgesprochen. „In der Endabrechnung kann jedes Tor entscheidend sein. Wir brauchen eine Mannschaft, die sich dagegenstemmt. Das war zum Ende des Spiels nicht mehr der Fall“, sagte der 51-Jährige.

Die Paderborner warten nunmehr bereits sechs Spieltage auf einen Auswärtssieg. In der Rückrundentabelle ist nur der FSV Frankfurt schlechter als der SCP. Und die Hessen können den zweiten Abstieg in Serie ohnehin wohl nicht mehr aufhalten, da ihnen nach ihrer Insolvenz aller Voraussicht nach neun Punkte abgezogen werden. Auch für FSV Mainz 05 II ist die sichere Zone nach dem 1:2 gegen SG Sonnenhof Großaspach praktisch unerreichbar weit entfernt.

An der Tabellenspitze ist der MSV Duisburg auf dem Weg zurück in Liga zwei, auch wenn er beim 1:1 beim heimstarken Halleschen FC nur einen Punkt holte. „Wenn du zu Hause gewinnst und auswärts unentschieden spielst, dann kann ich mit dem Punkt leben“, erklärte Sportdirektor Ivica Grlic. Immerhin haben die Zebras bereits sechs Punkte Vorsprung auf Relegationsrang drei, den momentan Holstein Kiel innehat.

Das dicht gedrängte Verfolgerfeld wird nunmehr von Aufsteiger Jahn Regensburg angeführt, der gegen Bremen einen ungefährdeten 3:1 (1:0)-Heimsieg feierte. Der dritte Sieg nacheinander lässt die Oberpfälzer auf eine Erfolgsgeschichte wie die der Würzburger Kickers hoffen. Die Unterfranken waren von der Regionalliga bis in die 2. Liga durchmarschiert. Doch Jahn-Trainer Heiko Herrlich mahnte: „Wir sollten auf dem Boden und bescheiden bleiben.“

dpa

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