Petersen und Embolo treffen sehenswert

Per Fallrückzieher in die Krise und aus der Krise: Wenn der Kunstschuss in der Fußball-Bundesliga entscheidet

Nils Petersen.
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Wunderschön: (links) Freiburgs Nils Petersen trifft per Fallrückzieher zum 2:1 gegen Hertha BSC.

Ein Fallrückzieher ist etwas Besonderes im Fußball. Ein Kunststück, das nur selten mit einem Torerfolg belohnt wird.

Der Ball in der Luft, der Spieler lässt sich nach hinten fallen, verliert für wenige Momente, in denen er den Ball mit dem Rücken zum Tor über dem Kopf trifft, gänzlich den Bodenkontakt. Dann der Aufprall auf dem Rasen, der Blick – hatte ich Erfolg? Am vergangenen Wochenende fielen auf diese Weise in der Bundesliga gleich zwei Treffer. Einer stürzte den Gegner noch tiefer in die Krise, der andere ebnete den Weg für einen Schritt aus dieser.

2:1 im Fallen

Nils Petersen ist sicher viel – aber einer, der für seine artistischen Treffer bekannt ist? Eher nicht. Petersen ist natürlich der Super-Joker der Bundesliga. Nunmehr 30 Tore nach Einwechslungen sind Rekord. Er ist ein bodenständiger Kerl, fast überall beliebt. Ein kritischer Geist, geschätzt von seinem Trainer Christian Streich, weil er Vorbild sei und „als Mensch so ist, wie er ist“.

Seit Samstag ist nun klar: Dieser sympathische 32 Jahre alte Angreifer kann auch Fallrückzieher. Nicht einmal zwei Minuten stand er auf dem Feld, da traf er auf diese Art gegen Hertha BSC zum 2:1 für seine noch immer unbesiegten Freiburger. Wie ihm das gelungen war? Es sei ein Gewusel im Strafraum gewesen – ganz nach seinem Geschmack. Der Ball fällt irgendwo runter, schwer zu klären. Und dann ist er eben da, der Petersen.

Vorher hatte Verteidiger Philipp Lienhart den Sport-Club in Führung gebracht, Krzysztof Piatek für die Berliner ausgeglichen. Für die Hauptstädter stehen nach sieben Partien sechs Punkte auf dem Konto, bei Freiburg sind es mit 15 genauso viele wie beim BVB. Herthas Trainer Pal Dardai ist schwer angezählt. Ob er nach der Länderspielpause noch Trainer der Berliner ist, scheint derzeit mehr als fragwürdig. Da müsste ihm schon ein Kunststück gelingen wie Nils Petersen am Samstag.

1:0 im Flug

Borussia Mönchengladbach braucht die großen Gegner. Die Fohlen sind unter dem neuen Trainer Adi Hütter schleppend in die Saison gestartet. Allerdings hat die Borussia gegen die Bayern ein Remis erkämpft, gegen Dortmund gewonnen – und nun auch gegen Wolfsburg. Bei den Niedersachsen, die nun zweimal hintereinander verloren haben, gab es zudem auch eine große Leistung.

Breel Embolo sorgte per Fallrückzieher für die frühe 1:0-Führung und ebnete so den Weg für den dritten Saisonsieg – und etwas Ruhe für Coach Hütter. Jonas Hofmann legte nur zwei Minuten später das 2:0 nach – der früheste Rückstand mit zwei Toren für die Wölfe in der Bundesliga war perfekt. Zwar verkürzte Neuzugang Luca Waldschmidt noch vor der Pause. Doch in Hälfte zwei sah Wolfsburgs Verteidiger Maxence Lacroix Gelb-Rot, der junge Außenverteidiger Joe Scally legte nach einem tollen Solo in der Nachspielzeit das 3:1 nach.

Das Tor, das in Erinnerung bleibt, ist aber das von Embolo. Ein wunderschöner Fallrückzieher – anders als bei Petersen der Startschuss und nicht der Schlusspunkt für einen Sieg. Das 2:0 legte der Schweizer übrigens auf, er holte einen Elfmeter heraus, den Lars Stindl verschoss. Die Leistung des 24-Jährigen war ein Kunststück an sich. (Maximilian Bülau)

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