DFB-Pokalfinale in Berlin

PK vor dem Finale: Wenn Zukunft und Vergangenheit nebeneinander sitzen 

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Jupp Heynckes, der DFB-Pokal und Niko Kovac strahlen um die Wette.

Auf der Pressekonferenz vor dem Finale rücken sowohl Kovac als auch Heynckes das Sportliche in den Vordergrund. Letzterer verkündet einige wichtige Kaderentscheidungen. 

Berlin - Ein Double-Abschied von Jupp Heynckes oder das Hollywood-Ende von Niko Kovac, Trostpreis für Bayern München oder Hauptgewinn für Eintracht Frankfurt: Das 75. DFB-Pokal-Finale entscheidet maßgeblich über das Saisonzeugnis für die Klubs und ihre Trainer. Der Rekordsieger aus München will Heynckes unbedingt mit dem 19. Triumph in den Ruhestand schicken - und dessen Nachfolger schon mal zeigen, was bald von ihm erwartet wird.

Das Duell zwischen Gegenwart und Zukunft taten beide Trainer am Tag vor dem Endspiel aber als "mediales Thema" ab, sie lenkten das Augenmerk lieber auf das Wesentliche - den Sport. Er sehe die Kräfteverhältnisse "nicht so eindeutig wie die Öffentlichkeit", sagte Heynckes, der am Samstag sein letztes Spiel auf der Trainerbank bestreiten wird: "Wir sind gewarnt, denn im Fußball ist alles möglich."

Müller ist mit von der Partie...

Damit das schier Unmögliche - der fünfte Pokalerfolg der Frankfurter - eintritt, "müssen wir an unser Maximum kommen und die Bayern einen nicht so guten Tag erwischen", sagte Kovac, der ab dem 1. Juli an der Säbener Straße die Kommandos geben wird und sich Bundestrainer Joachim Löw anschloss, der meinte: "Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Bayern gewinnen werden."

Nur dann wären die Münchner halbwegs zufrieden, nur dann wäre halbwegs zu ertragen, dass das Triple erneut verpasst wurde. "Das ist ein Titel, den wir jetzt unbedingt noch haben möchten und unserem Trainer schuldig sind", sagte der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge, der seiner Mannschaft dann die Note "Eins minus" verleihen würde, dem Münchner Merkur.

Während Heynckes den goldenen Pokal am Freitag während der Pressekonferenz allerdings keines Blickes würdigte, untermauerten seine Schützlinge die Bedeutung. "Das Pokalfinale, das weiß jeder, ist ganz wichtig für uns, um die Saison positiv abzuschließen", sagte Nationalspieler Thomas Müller, der nach einem überstandenem Magen-Darm-Infekt von Anfang an spielen soll und mit Blick auf Kovac ergänzte: "Titel wollen wir mit ihm erst holen, wenn er bei uns auf der Bank sitzt." 

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... und Neuer zumindest im Kader

Kovac selbst stünde ein abschließender Erfolg ebenfalls gut zu Gesicht, schließlich war die Kritik an seiner Person und den schwachen Auftritten im Saisonendspurt zuletzt heftig. Als ein "echtes Hollywood-Ende" einer "kurzen Zeit, in der wir schöne Erfolge gefeiert haben", bezeichnete Frankfurts Sportvorstand Fredi Bobic einen möglichen Sieg. Für den Kovac freilich auf die Leidenschaft und Hingabe der Spieler angewiesen ist. "Wir sind in der Lage, alles umzubiegen und zum Abschied nochmal ein großes Fest zu feiern", versprach Führungsspieler Kevin-Prince Boateng, der in der Partie, die über 74.000 Zuschauer im Olympiastadion sowie Fans in 185 Ländern am Fernseher sehen werden, nicht auf seinen Bruder Jerome treffen wird. Wie der Weltmeister fehlt den auch Arjen Robben den Bayern verletzt.

Dafür beorderte Heynckes einen anderen Schlüsselspieler in den Kader: Manuel Neuer. Im Tor beginnen werde aber "Pokalheld" Sven Ulreich, sagte Heynckes, mit Neuer habe er "keinen Plan. Ich habe einen Matchplan, wie wir spielen wollen. Wir wollen den Fans ein gutes Spiel zeigen und noch einen Höhepunkt hinzufügen." 

Die voraussichtlichen Aufstellungen:

München: Ulreich - Kimmich, Süle, Hummels, Alaba - Martinez - Thiago, James - Müller, Lewandowski, Ribery. 

Trainer: Heynckes

Frankfurt: Hradecky - Abraham, Hasebe, Salcedo - da Costa, Mascarell, Boateng, Willems - Wolf - Jovic, Rebic. 

Trainer: Kovac

Schiedsrichter: Felix Zwayer (Berlin)

sid

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