Pokal-Schnellcheck: Jubel, Frust und ein Paukenschlag

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Philipp Lahm

Die Nachricht vom wahrscheinlichen Karrierende Philipp Lahms war die wichtigste Nachricht des Pokal-Achtelfinales, Teil 1. Der Schnellcheck von Frank Ziemke und Torsten Kohlhaase.

Kassel. Achtelfinale im DFB-Pokal - und die Gallier im Feld haben es am Ende nicht ganz geschafft: Fußball-Regionalligist Astoria Walldorf musste sich Arminia Bielefeld mit 5:6 nach Elfmeterschießen geschlagen geben. Eine Überraschung gab es neben Siegen dreier Bundesligisten aber dennoch: Philipp Lahm wird seine Karriere am Saisonende bei den Bayern beenden. Das und mehr in der Pokal-Schnellcheck-Konferenz:

Wie haben sich die Gallier des Pokals geschlagen?

Ganz hervorragend. Sie haben nie klein beigegeben. Zurückgelegen. Ein wunderbares Tor erzielt. Sich in die Verlängerung gekämpft. Und dort witterte der Tabellenzehnte der Regionalliga Südwest auf einmal Morgenluft. Besonders nach der Gelb-Roten Karte gegen den Bielefelder Keanu Staude (116.) ist alles drin. Dann folgt das Elfmeterschießen. Bielefelds Fabian Klos vergibt, Walldorf hat es nun in der Hand. Weil aber Nicolai Groß und Jonas Kiermeier scheitern, scheitert auch das nächste Fußball-Märchen.

Wie kommt Ulm in Walldorf zu Chancen?

Da herrschte dann doch Verwirrung vor dem TV-Bildschirm, als der Sky-Reporter plötzlich rief: „Chance für Ulm.“ Also bitte, Herr Groß, Ulm ist zwar auch Regionalliga, aber nicht Astoria, sondern SSV mit Vornamen. Oder? Oder nicht? Nein, Herr Groß hatte schon Recht, auch wenn der Bielefelder David Ulm irgendwie wie ein Fremdkörper wirkte. Wurde dann auch ausgewechselt. Eingewechselt wurde übrigens ganz früh sein Teamkollege Malcolm Cacutalua, der dem Stadionsprecher in Walldorf alles abverlangte. Dass Tom Schütz zum Freistoß-Schütz(en) wurde, ist dagegen ja fast schon langweilig.

Gab es die Premiere des vierten Wechsels?

Ja. Und damit hat auch Walldorf sein Plätzchen in den Annalen des DFB-Pokals. Denn in der 117. Minute war Benjamin Hofmann der erste Spieler in der Geschichte des Wettbewerbs, der für Marcus Meyer als vierter Einwechselspieler in die Partie kam. Dass Arminia Bielefeld diese neue Möglichkeit drei Minuten später ebenfalls nutzte, war dann schon kalter Kaffee.

Wie erging es dem Bundesliga-Dino im Pokal?

Wir beantworten diese Frage mal mit Sky-Reporter Holger Pfandt, der kurz vor dem Ende des Spiels gegen Köln feststellt: „Der HSV ist reanimiert.“ Da stand es 2:0. Und dabei blieb es auch. Dass der Pokal zum Muntermacher für die Liga werden könnte, das deutete sich früh an. Gideon Jung sorgte mit seinem Tor in der 5. Minute so schnell für die Führung, dass die HSV-Fans sich fühlen mussten wie Geburtstagskinder kurz nach dem Aufwachen. Bobby Wood machte eine Viertelstunde vor dem Ende nach einem attraktiven Spiel und offenem Schlagabtausch alles klar.

Wie verliefen die späten Spiele des ersten Pokalabends?

Sagen wir es mal so: mäßig spannend. Denn die Favoriten stellten früh die Weichen auf Sieg. Vor dem Spiel in München hatte Sky-Reporter Wolff-Christoph Fuss noch festgestellt: „Die Bayern stecken im Reformstau.“ Gegen Wolfsburg fackelten diese Bayern aber nicht lange und gingen durch Douglas Costa (18.) schnell in Führung. Thomas Müller saß, nicht mehr ganz überraschend, auf der Ersatzbank. Und sah sein Team zumeist überlegen, vor allem nach der Pause aber nur phasenweise überzeugend. Am Ende musste deshalb gezittert werden, doch Manuel Neuer verhinderte mit Glanztaten gegen Yunus Malli und Daniel Didavi den Ausgleich.

Sicherer machte es Borussia Mönchengladbach, das seinen Aufschwung unter Dieter Hecking auch im Pokal fortsetzte. Die Partie bei der Spielvereinigung Greuther Fürth war bereits zur Pause entschieden. Tore durch Oscar Wendt (12) und Thorgan Hazard (36., Foulelfmeter), eine Rote Karte für Fürths Adam Pinter (18.) - davon erholte sich der Zweitligist nicht mehr.

Gab es trotz der fehlenden Überraschungen einen Paukenschlag?

Allerdings. Mit Anpfiff der Partie in München machte die Nachricht die Runde, dass Kapitän Philipp Lahm seine große Karriere am Ende der Saison beenden wird. Und nicht nur das: Der 33-Jährige wird offenbar auch das Angebot ablehnen, den Job des Sportdirektors zu übernehmen. Dies berichteten übereinstimmend mehrere Zeitungen und der TV-Sender Sky. Das ist er dann wirklich, der Paukenschlag am Pokalabend.

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