1. Startseite
  2. Sport
  3. Fußball

„PP“ will DFB-Präsident werden: Peter Peters steht am Freitag zur Wahl

Erstellt:

Von: Maximilian Bülau

Kommentare

Peter Peters.
Ist der Kandidat der Profis: Peter Peters. © Imago/Martin Hoffmann

Während Fußball-Zweitligist Schalke 04 seit 1993 Unmengen an Trainern und Managern verschlissen hat, ist einer stur sitzengeblieben: Peter Peters.

Kassel – Der 59-Jährige trat erst Ende Juni 2020 von seinen Aufgaben bei Königsblau zurück, die meiste Zeit war er Finanzvorstand, hatte zuletzt einen unbefristeten Vertrag. Peters hatte und hat zudem Aufgaben bei DFL und DFB. Er ist ein Fußballfunktionär, wie er im Buche steht. Bei Schalke lautete sein Spitzname „PP“. Wie ihn die Mitarbeiter beim DFB rufen könnten? Offen. Doch Peters will morgen Präsident des Deutschen Fußball-Bundes werden. Auf eine Anfrage dieser Zeitung für ein Gespräch bekamen wir keine Rückmeldung. Dennoch: Peters ist heute unser Kandidat in Zahlen.

1, 2 und 3 sind Zahlen – und Zahlen sind Peters Leidenschaft. In einem Gespräch mit dem Fußballmagazin „11 Freunde“ sagte er mal: „Zahlen sind wie Akkorde, alles greift ineinander und baut aufeinander auf. Für jemanden, der das weiß, ist es ganz einfach zu brillieren, aber wer keine Ahnung davon hat, für den wirkt es undurchschaubar.“ In seiner Zeit bei Schalke 04 rettete der 59-Jährige den Klub vor der Insolvenz, machte ihn zusammen mit Rudi Assauer und Clemens Tönnies zu einem deutschen Spitzenklub, goss das Fundament, auf dem die Königsblauen heute stehen, auf dem das Stadion steht. Aber es gehört auch zu seiner Amtszeit, dass sich Schalke immer weiter verschuldete, die Verbindlichkeiten sollen bei mehr als 200 Millionen Euro liegen.

32 Kilometer sind es zu Fuß vom Signal-Iduna-Park in Dortmund zur Veltins-Arena in Gelsenkirchen. Ob Peters diesen Weg jemals zu Fuß gegangen ist, ist zu bezweifeln. Doch der in Ochtendung in Rheinland-Pfalz geborene Vater von zwei Kindern studierte an der TU in Dortmund BWL, bevor er Fußballchef der Zeitschrift RevierSport wurde, anschließend ein Volontariat bei der Westfälischen Rundschau machte und Sportredakteur bei der WAZ war. 1991 wurde er stellvertretender Geschäftsführer beim 1. FC Kaiserslautern. 1993 wechselte er zu Schalke 04.

56 Klubs spielen in Deutschland in den ersten drei Profi-Ligen – Peters gilt im Gegensatz zu Bernd Neuendorf als Kandidat der Profis. Und ist deshalb morgen Außenseiter, denn die Amateurverbände stellen deutlich mehr Delegierte bei der Wahl zum DFB-Präsidenten. Sein Wahlprogramm trägt den Titel „DFB 2.0 Miteinander – Füreinander“. Er wolle vor allem zwischen Profis und Amateuren vermitteln, sagt er immer wieder.

9 000 000 Euro hat Gazprom Germania in der 2. Liga jährlich an Schalke 04 bezahlt. Peters hat seiner Zeit den Sponsoringvertrag mit dem russischen Unternehmen mit ausgehandelt. In einem Interview mit dem Sportbuzzer sagte er kürzlich, man sei getäuscht worden. Viele Vereine hätten damals um Gazprom geworben. Es ist eines der wenigen Interviews, die Peters gegeben hat. Er bevorzugt Hintergrundgespräche, aus denen sich anschließend schlechter zitieren lässt. (Maximilian Bülau)

Auch interessant

Kommentare