Nach 30 Jahren ist nun Schluss

Mainz-Präsident Strutz verzichtet auf erneute Kandidatur

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Harald Strutz verzichtet auf eine erneute Kandidatur als Präsident des 1. FSV Mainz 05

Mainz - Harald Strutz wird sich nach knapp 30 Jahren als Präsident des 1. FSV Mainz 05 nicht mehr zur Wiederwahl stellen. Er reagiert damit auf Kritik von außen.

„Im Interesse meiner Familie und im Interesse des Vereins werde ich bei der nächsten Mitgliederversammlung nicht mehr kandidieren." Dies teilte Harald Strutz, der knapp 30 Jahre lang Präsident des Fußball-Bundesligisten 1. FSV Mainz 05 war, mit. Der 67-Jährige zog damit die Konsequenzen aus den Querelen der vergangenen Monate und der anhaltenden Kritik aus dem Umfeld der Rheinhessen. 

Der Präsident geriet immer stärker unter Druck

Strutz, der ursprünglich in diesem Jahr erneut zum Vereinsboss gewählt werden wollte, war in den vergangenen Tagen immer stärker unter Druck geraten.Wiederholt wurde von Krisensitzungen des Vorstandes berichtet:  Zwei Sponsoren hatten in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung ihr weiteres Engagement bei den Mainzern mit der Forderung nach Strutz' Demission verknüpft.  Entbrannt war der Streit um Strutz, als öffentlich wurde, dass der FSV-Präsident (seit 1988) für seine vermeintlich ehrenamtliche Tätigkeit insgesamt rund 23.000 Euro pro Monat kassiert hatte. Möglich war das durch ein Konstrukt aus Aufwandsentschädigung, die 9.000 Euro pro Monat ausmachte, und Beratervertrag, bei dem dem Juristen für Rechtsberatung 14.000 im Monat überwiesen wurden. Dazu kamen Vorwürfe, der "ewige" FSV-Boss regiere arrogant, als Alleinherrscher. Eine Hotelkette, die 200.000 Euro an den FSV überwies, teilte mit, die gekündigte Zusammenarbeit "unter einer neuen Führung wieder in alter Form und mit selbigem Umfang aufzunehmen".

An Strutz perlte die Kritik zunächst ab. "Es macht mich ab und zu wirklich wütend, dass durch irgendwelche Behauptungen, die einfach in den Raum gestellt werden, der Eindruck erweckt wird, wir würden tatsächlich in einem Chaos verschwinden", sagte er Ende Januar dem Sender Sky Sport News HD: "Eigentlich ist überhaupt nichts passiert. Und das ist das Wichtigste."

Noch Anfang des Jahres ließ der Vorstand der Mainzer eine Pressemitteilung verschicken, in der Strutz gestärkt wurde. Es gebe keinen Anlass die "Kandidatur zum ehrenamtlichen Vereinsvorsitzenden in Frage zu stellen", hieß es. Der Umstrukturierungsprozess des Vereins werde zudem "unbeirrt vorangetrieben".

Mainzer Vorstand respektiert Strutz-Rückzug

"Harald Strutz gebührt unser Respekt für seine Entscheidung, die für ihn nach 28 Jahren an der Spitze des FSV Mainz 05 sicher keine einfache war. Mit dieser nimmt er dem Verein den in der Öffentlichkeit gewachsenen Druck im Hinblick auf die anstehenden Zukunftsfragen", sagte Vizepräsident Jürgen Doetz.

Die Entscheidung sowie die Konsequenzen würden "intern im Vorstand in aller Ruhe und Sachlichkeit erörtert", aber "wir werden keine überhastete Personaldiskussion anstoßen", sagte Doetz: "Vor uns liegen noch arbeitsreiche Wochen und Monate, die wir gemeinsam mit Harald Strutz im Sinne des FSV Mainz 05 angehen wollen. Der Verein wird dann auch einen geeigneten Anlass finden, ihn für seine herausragenden Verdienste für Mainz 05 zu würdigen.“

Franziskus Reich mit dpa-Material 

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