Prinz Ali: Deal zwischen Asien und Afrika untersuchen

+
Prinz Ali bin al-Hussein ist einer der Kandidaten für das Amt des FIFA-Präsidenten. Foto: Patrick B. Kraemer

Im FIFA-Präsidentschaftswahlkampf sorgt ein Deal zwischen den Verbänden aus Asien und Afrika für Aufregung. Prinz Ali bin al-Hussein forderte die FIFA-Wahlkommission zu einer Prüfung auf.

Zürich (dpa) - Der FIFA-Präsidentschaftskandidat Prinz Ali bin al-Hussein hat von der Wahlkommission des Fußball-Weltverbandes eine Untersuchung des Deals zwischen den Verbänden aus Asien und Afrika gefordert.

"Ich befürchte, dass es einen Versuch gab, die Regeln für die FIFA-Präsidentschaftswahl zu brechen", schrieb der jordanische Verbandschef in einer Stellungnahme auf seiner Internetseite. Er habe daher die Ad-hoc-Wahlkommission der FIFA angeschrieben und sie um eine Prüfung gebeten, sagte al-Hussein.

Der im Kampf um die Nachfolge von Joseph Blatter favorisierte Scheich Salman bin Ibrahim Al Chalifa hatte zuvor eine strategisch wichtige Kooperation verkündet. In seiner Rolle als Chef der asiatischen Konföderation AFC schloss der Funktionär aus Bahrain ein Agreement für die nächsten vier Jahre mit dem afrikanischen Verband CAF.

Dabei geht es um eine Absichtserklärung der gegenseitigen Unterstützung bei der möglichen Austragung zukünftiger Turniere, nicht nur der Weltmeisterschaft, sondern auch bei Frauen- und Jugendturnieren. Die afrikanische Konföderation hatte Issa Hayatou, aktuell FIFA-Interimschef, beim Treffen in Kigali/Ruanda vertreten.

Die Stimmen aus Afrika könnten bei der Wahl zum FIFA-Präsidenten am 26. Februar den Ausschlag geben. Als größter Rivale gilt UEFA-Generalsekretär Gianni Infantino, der auf die Stimmen Europas und Südamerikas hoffen darf. Außerdem stehen neben al-Hussein der Franzose Jérôme Champagne und Tokyo Sexwale aus Südafrika zur Wahl.

Der Zeitpunkt der Vereinbarung sehe wie ein "offenkundiger Versuch, eine Abstimmung en bloc zu organisieren" aus, schrieb al-Hussein. Die "stolzen" afrikanischen Verbände seien nicht zu kaufen. Zudem warf der Jordanier die Frage auf, ob der Deal von den Exekutivkomitees der beiden Verbände genehmigt worden und ob der Zeitpunkt der Ankündigung kurz vor der Präsidentschaftswahl "akzeptabel" sei.

Al-Hussein war Ende Mai 2015 als einziger Gegenkandidat Blatters bei der Wahl zum FIFA-Chef angetreten. Er hatte damals im ersten Wahlgang Stimmen geholt, auf einen zweiten verzichtet. Blatter wurde wiedergewählt, kündigte wenig später aber seinen Rückzug an und ist mittlerweile von der FIFA-Ethikkommission gesperrt worden.

Verbandsmitteilung

Mitteilung Prinz Ali bin Al-Hussein

Ad-hoc-Wahlkommission der FIFA auf FIFA-Homepage

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.