Topspiel in der Fußball-Bundesliga

Bayern gegen Gladbach: Probleme vorn, Probleme hinten

Benjamin Pavard (links) und Alphonso Davies.
+
Benjamin Pavard (links) und Alphonso Davies.

Es ist das Wochenende der Topspiele in der Fußball-Bundesliga. Sechs der ersten Sieben in der Tabelle treffen in direkten Duellen aufeinander.

Leipzig (2.) empfängt Dortmund (4.), Union Berlin (5.) Wolfsburg (6.). Und Borussia Mönchengladbach (7.) tritt bereits heute Abend zuhause gegen Tabellenführer FC Bayern München an. Wir blicken auf die Problemzonen der beiden Teams vor dem Duell im Borussia-Park (20.30 Uhr/Dazn).

Der Angriff lahmt

Im Gladbacher Angriff gibt es viele klangvolle Namen: Alassane Pléa, Marcus Thuram, Breel Embolo und Lars Stindl – das spricht für Offensivpower. Aber derzeit läuft es vorn nicht rund bei den Fohlen. Das führte dazu, dass die Borussen aus den letzten fünf Bundesligaspielen nur einen Sieg holten – und erst mal auf den siebten Platz abgerutscht sind. Zwar beendeten sie mit einem Erfolg in Bielefeld zuletzt ihre Negativserie – aber nur hauchdünn mit 1:0.

Was ist mit der Gladbacher Offensive los? Mit Thuram? Der Franzose fiel zuletzt nur durch seine Spuck-Attacke gegen Hoffenheims Stefan Posch auf. Für diese Aktion Mitte Dezember wurde er für fünf Spiele gesperrt – fehlt daher auch gegen Bayern. Und mit Embolo? Er traf zwar gegen Bielefeld, vergab aber wie der gesamte Borussen-Angriff zuletzt zu viele Chancen. Und mit Stindl? Der Kapitän ist nach seinem starken Jahr 2020 derzeit der Lichtblick in der Offensive. Und mit Pléa? Der 27-Jährige war Ende des Jahres verletzt. Nach seinem Kurzeinsatz gegen Bielefeld ist er nun ein Kandidat für die Startelf. Und der Hoffnungsträger dafür, dass die Borussia-Offensive endlich nicht mehr lahmt.

Die Abwehr strauchelt

Bei den Münchnern ist die Offensive nicht das Problem. Die steht für viele Treffer. 44 sind es nach 14 Spielen, 19 allein von Robert Lewandowski. Doch in der Defensive läuft es nicht – an Torhüter Manuel Neuer liegt das nicht, der mehrfach seine Weltklasse zeigte. In den vergangenen acht Ligaspielen lagen die Münchner dennoch immer zunächst zurück.

Von ungefähr kommt das nicht. Klar, Aufräumer Joshua Kimmich fehlte den Bayern lange. Doch beim 5:2-Sieg gegen Mainz – nach 0:2-Rückstand – war er wieder dabei. Trainer Hansi Flick beorderte Kimmich in der zweiten Hälfte auf die Rechtsverteidigerposition für Benjamin Pavard, brachte Niklas Süle für Jérome Boateng. Und machte so schon zwei Schwachpunkte deutlich. Pavard läuft seiner Form der Vorsaison meilenweit hinterher. Hinten links fehlte Überflieger Alphonso Davies anfangs verletzt und ist auch nicht zurück bei alter Stärke. Dazu kommt, dass Rekordtransfer Lucas Hernández mehr spielen soll. Und David Alaba? Ja, der verrichtet seinen Job solide, aber sein Abschied im kommenden Sommer steht so gut wie fest. Real Madrid wird es wohl werden.

Verabschieden soll sich gezwungenermaßen auch Boateng. Neuzugang Tanguy Nianzou rutscht von einer Verletzung in die nächste. Und der ebenfalls neue Bouna Sarr ist eben einer, dem in den Topspielen nicht vertraut wird. Ziemlich viel Durcheinander in der bayerischen Abwehr. Was dazu führt, dass die Gegner immer wieder zu Chancen kommen, in Führung gehen. Die Tür ist jedes Mal einen Spalt offen. Allein die individuelle Qualität in der Offensive rettete die Bayern bislang. Gladbachs Ziel muss es sein, die Tür diesmal offenzulassen. (Maximilian Bülau und Manuel Kopp)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.