Konkurrenz läuft Sturm

Schwere Vorwürfe gegen RB Leipzig

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RB Leipzig sieht sich schweren Vorwürfen ausgesetzt

Leipzig - Der aufstrebende Drittligist RB Leipzig hat sich wegen seiner Jugendexpansion den Zorn zahlreicher anderer Klubs zugezogen. Die Vorwürfe sind schwerwiegend - doch die Verantwortlichen wehren sich.

Die Vorwürfe sind schwerwiegend. Wildern in anderen Jugendabteilungen, 14-Jährige sollen schon 1000 Euro im Monat erhalten und pro Nachwuchsteam gibt es bis zu 40 Spieler. Die Jugendarbeit von RB Leipzig steht am Pranger. Dynamo Dresden, Erzgebirge Aue und Energie Cottbus schlagen Alarm und schließen einen Boykott nicht mehr aus.

„Wenn ein Klub für seine erste Mannschaft Spieler einkauft und damit Erfolg hat, habe ich nichts dagegen. Aber wenn er überall im Lande in den Jugendabteilungen herumwildert, ärgert mich das sehr“, sagte Präsident Lothar Lässig von Erzgebirge Aue dem SID. Wolfgang Neubert, Vize-Präsident von Zweitligist Energie Cottbus, wetterte im 11-Freunde-Magazin: „Sie bieten 14-Jährigen schon 1000 Euro im Monat und lotsen sie nach Leipzig.“

Heftige Vorwürfe gegen den aufstrebenden RB Leipzig, der mit aller Macht in die Bundesliga drängt. Der Klub von Milliardär und Red-Bull-Besitzer Dietrich Mateschitz hat sich ein millionschweres Jugendzentrum geleistet, das im Osten seines Gleichen sucht. Mittlerweile ist der Verdrängungswettbewerb im vollen Gange - mit unterschiedlichen Vorzeichen. „Es ist ein wenig so, als hätte ein Boot bei einer Ruderregatta einen Außenbordmotor“, sagt Geschäftsführer Christian Müller von Dynamo Dresden.

Mit den Vorwürfen konfrontiert, reagierte man beim Tabellen-3. der 3. Liga gelassen. Der Klub, in dem Ex-Bundesliga-Coach Ralf Rangnick als Sportdirektor das Sagen hat, bezog in der Sächsischen Zeitung Stellung. Rangnick selbst hatte kurz nach seinem Amtsantritt 2012 angekündigt, in einem Umkreis von 150 bis 200 Kilometer die jeweils Besten im Jahrgang in den Verein zu holen.

Verantwortlich für die Jugendarbeit ist Frieder Schrof. Der 58-Jährige gehört zu den Besten seiner Branche und wurde vom VfB Stuttgart geholt, wo er Talente wie Kevin Kuranyi, Mario Gomez, Sami Khedira und Timo Hildebrand formte. Schrof widersprach, dass Talente bei RB 1000 Euro im Monat erhalten würden. „Diese Aussage, wenn sie so gefallen sein sollte, ist völliger Nonsens und in keiner Weise unserer Philosophie entsprechend.“

Laut Vorgaben des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) dürfen Spieler in dem Alter solche Summen nicht verdienen. Auch der Vorwurf Müllers, RB halte sich allein in der U16 40 Kicker, obwohl nur 22 erlaubt seien, wies Schrof zurück. „Da auch Dynamo Dresden ein Nachwuchsleistungszentrum unterhält, gehe ich davon aus, dass der dortige Geschäftsführer von der Vorschrift Kenntnis hat und genau weiß, dass wir nicht mehr Spieler aufnehmen dürfen.“

Dass Spieler von anderen Klubs abgeworben werden, wollte Schrof nicht ausschließen. Es sei keinem deutschen Verein möglich, nur mit den Spielern aus der jeweiligen Region auszukommen. „Im Übrigen leben wir in einer Demokratie, in der Spieler und Eltern frei über ihren sportlichen Werdegang entscheiden dürfen“, betonte der Nachwuchsleiter.

Aues Präsident Lässig will sich mit den Antworten nicht begnügen. „Ich könnte mir vorstellen, dass wir im Jugendbereich die Spiele gegen Leipzig bestreiken“, sagte der Unternehmer, der dringend auf eigene Nachwuchsspieler angewiesen ist. Allerdings weiß auch Lässig, dass der Aufstieg des Konkurrenten kaum noch aufzuhalten ist. „Sie werden weiter nach oben drängen“, sagt der Präsident, der um Zuschauer fürchten muss, falls in Leipzig bald wirklich Bundesliga-Fußball zu sehen ist.

Müller sieht in einem Boykott kein probates Mittel, nimmt stattdessen den DFB in die Pflicht. „Ich fordere den DFB auf, genau hinzusehen, wie man bei RB agiert“, sagte der Geschäftsführer und sieht dort die 50+1-Regel außer Kraft gesetzt. Dadurch, dass der Klub weiterhin als eingetragener Verein auftritt, muss er sich nicht wie andere Kapitalgesellschaften der 50+1-Regel unterwerfen.

sid

Wer und was ist Red Bull? Und ist wirklich Stierhoden-Extrakt drin?

Red Bull ist in vieler Munde, nicht nur wegen Sebastian Vettel. Wir beantworten die 13 wichtigsten Fragen. © Getty
Wer ist Red Bull? Ein Unternehmen mit 6900 Mitarbeitern weltweit. Die Red-Bull-Zentrale liegt in Fuschl am See bei Salzburg.  © dpa
Wem gehört Red Bull? Zu 49 Prozent dem Österreicher Dietrich Mateschitz (66). Er steht laut Forbes-Magazin auf Platz 260 der Liste der der reichsten Männer der Welt. Die anderen Anteile gehören thailändischen Partnern. © dpa
Wer ist Dietrich Mateschitz? Ein Unternehmer, der in schwierigen Verhältnissen ohne Vater in der Steiermark auf wuchs. Er absolvierte in Wien die Hochschule für Welthandel. Danach arbeitete er für Jacobs Kaffee und den Zahnpastahersteller Blendax. © dpa
Womit wurde er reich? Mit dem Drink Red Bull. © dpa
Wie erfand Dietrich Mateschitz den Energiedrink? 1982 lernte Dietrich Mateschitz auf einer Dienstreise die in Asien populären „Tonic Drinks“ kennen. In der Bar des Mandarin Hotels von Hongkong hatte er die Idee, Energy Drinks auch in Europa auf den Markt zu bringen, was er zusammen mit thailändischen Partnern auch tat. © dpa
Was ist Red Bull? Ein Energie-Drink. Er enthält das Kohlenhydrat Glucuronolacton. Dieser Stoff unterstützt den Körper beim Abbau von Abfallstoffen. Weiterer Bestandteil ist Taurin, eine Aminosäure. Weiters enthält Red Bull unter anderem Koffein sowie B-Komplex-Vitamine und Sucralose. © dpa
Es gibt Gerüchte, dass Taurin aus Stierhoden gewonnen wird? Nein. Das Taurin in Red Bull wird rein synthetisch hergestellt. © dpa
Wie wirkt Red Bull Energy Drink? Red Bull gilt als Muntermacher, soll unter anderem die Leistungsfähigkeit, die Konzentrations- und Reaktionsfähigkeit erhöhen. © dpa
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Wie werden die Zutaten für Red Bull Energy Drink hergestellt? Woher kommen sie? Sämtliche für Red Bull Energy Drink verwendeten Zutaten werden synthetisch hergestellt, die meisten von Pharmaunternehmen. © dpa
Seit wann gibt es Red Bull? 1984 gründete Mateschitz die Firma Red Bull. Nach der Verfeinerung der Rezeptur und der Entwicklung eines Marketingkonzepts wurde es 1987 im österreichischen Markt eingeführt. Während sich der Absatz in Österreich von Jahr zu Jahr verdoppelte, landete Red Bull in den ersten Auslandsmärkten: 1989 in Singapur und 1992 in Ungarn. 1994 kam die Zulassung für Deutschland, 1995 folgte die Einführung in Großbritannien und 1997 startete das USA-Geschäft in Kalifornien. © dpa
Was ist das Erfolgsgeheimnis? Mit einem konsequenten Dosendesign, ausgefallenen Werbestrategien und der Kampagne „Red Bull verleiht Flügel“ erreichte der Drink vor allem bei jungen Menschen rasch Kultstatus. © dpa
Wie viele Dosen Red Bull werden jedes Jahr verkauft? Heute werden in 160 Ländern pro Jahr ca. 4 Milliarden Dosen Red Bull verkauft. © dpa
Was gehört zum Imperium von Dietrich Mateschitz? Er besitzt rund zwei Dutztend Unternehmen: Restaurants, Baufirmen, eine Formel-1-Rennstrecke, einen Flugplatz sowie Hotels. Privat gehört ihm auch ein Militärjet sowie die ehemalige DC 6 von Marschall Tito. Ein Teil der Markenstrategie des Österreichers ist außerdem das Sponsoring von Trend-, Event-, aber auch Rennsportarten. Mateschitz besitzt zwei Auto-Rennställe, darunter das Formel-1-Team mit Sebastian Vettel. © dpa

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