Nach dem Absturz ins Amateurlager

Regionalliga im Grünwalder Stadion: So plant 1860 die Zukunft

1860 München will den Neustart in der Regionalliga schaffen und dafür seine Fans mit der Rückkehr ins Grünwalder Stadion glücklich machen. Eine Insolvenz zu Lasten von Investor Ismaik werde nicht angestrebt. Sportlich soll es ein Team aus U21- und U19-Spielern richten.

München - Neustart in der Regionalliga, Rückkehr ins Grünwalder Stadion, keine Insolvenz: Wenige Tage nach dem Zwangsabstieg in den bayerischen Amateur-Fußball hat der TSV 1860 München konkrete Pläne für seine Zukunft verkündet. Ganz oben auf der Agenda stehen dabei der Auszug aus der bei Fans verhassten Allianz Arena und ein Comeback im Grünwalder Stadion, wie Markus Fauser am Montag verkündete. Der Neu-Geschäftsführer bestätigte zugleich, dass sich die „Löwen“ für die Regionalliga Bayern bewerben werden und von einer Lizenz ausgehen. Spekulationen um eine angestrebte Insolvenz, um Investor Hasan Ismaik endlich loszuwerden, trat Fauser entgegen.

Bei den Sechzigern ging es am Tag des Trainingsstarts darum, die so unrühmlichen jüngsten Wochen samt Abstieg aus der 2. Bundesliga und verpasster Lizenz für die 3. Liga abzuschütteln. Daniel Bierofka, der wie erwartet als neuer Chefcoach bestätigt wurde, schickte seinen vorerst 26 Spieler umfassenden Kader ausgerechnet mit Einsetzen eines heftigen Platzregens, aber unter dem Jubel vieler Fans zur ersten Einheit auf das Feld. „Ich bin froh, dass es wieder los geht“, sagte der Ex-Profi. „Jetzt kann man sich wieder um das Sportliche kümmern.“

1860 will wieder im Grünwalder Stadion spielen

Trainer Daniel Bierofka beobachtet seine neuen Schützlinge.

Während Bierofka aus U21- und U19-Spielern eine konkurrenzfähige Truppe für die schon Mitte Juli beginnende Saison machen will, sind die neuen Vereinsbosse für die organisatorischen und rechtlichen Voraussetzungen zuständig. Der offizielle Antrag für die Regionalliga werde „in den nächsten zwei Wochen“ beim Bayerischen Fußball-Verband (BFV) eingereicht, verkündete Fauser. Es ist davon auszugehen, dass der TSV als 19. Team der vierten Liga die Lizenz erhält. Das hatte BFV-Präsident Rainer Koch den Münchnern bereits signalisiert.

In dem Anmeldungsschreiben muss drin stehen, wo der Verein seine Heimspiele austragen wird. Das soll das altehrwürdige Grünwalder Stadion sein, in dem die „Löwen“ 1966 deutscher Meister geworden waren. „Darauf sind alle Planungen ausgerichtet“, sagte Fauser. „Die Allianz Arena macht für uns in der Regionalliga keinen Sinn.“

Eigentlich hat Sechzig bei Bayern noch einen gültigen Vertrag als Mieter. In den nächsten Tagen sollen Gespräche mit dem Rekordmeister geführt werden. Offen ist, was mit dem Grünwalder Stadion bei einem möglichen Aufstieg von 1860 von der Regionalliga in die 3. Liga passiert. Diese Frage steht in Verhandlungen mit der Stadt München im Vordergrund. „Es gibt Überlegungen, wie es weitergehen sollte“, deutete Fauser an, verriet aber zunächst keine weiteren Details.

„Nicht unser Ziel, auf einen Insolvenzantrag hinzuarbeiten“

Geschäftsführer Markus Fauser (r) und der neue Cheftrainer Daniel Bierofka bei der Pressekonferenz am Montag.

Fauser dementierte indes Spekulationen, wonach 1860 insgeheim eine Insolvenz anstrebe, um Geldgeber Ismaik zu einem Weggang zu drängen. „Es ist nicht unser Ziel, auf einen Insolvenzantrag hinzuarbeiten.“ Weil Ismaik jüngst einen Millionenbetrag verwehrte, darf 1860 nicht in der 3. Liga antreten. Geschäftsführer Fauser will in dieser Woche mit Ismaik reden und dabei die jüngsten Misstöne zwischen Investor und Verein ansprechen. „Da müssen wir eine Lösung finden“, sagte er.

Sportlich soll es eine junge Truppe richten, von der Trainer Bierofka gleich am Anfang den Druck nehmen will. Diese sei vor wenigen Wochen noch die Ausbildungsmannschaft des Vereins gewesen und stehe nun viel mehr im Fokus. „Wenn wir irgendwo hin fahren, sind wir nicht mehr die U21, sondern der TSV 1860 München“, sagte Bierofka und ermahnte Fans sowie Medien zu etwas „Fingerspitzengefühl“ bei der Bewertung.

„Wir haben einen guten Kader, der hier und da noch verstärkt werden muss“, sagte er. Mit dem früheren U21-Nationalspieler und 1860-Profi Timo Gebhart sei man „in sehr guten Gesprächen“. Unabhängig von Namen sagte Bierofka vor dem ersten Training: „Auf diesen Säulen will ich die Mannschaft aufbauen: Disziplin, Fitness und Persönlichkeit. Heute fangen wir langsam an, morgen geben wir wieder Vollgas.“

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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