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Rewe beendet Kooperation mit DFB – wegen Entscheidung zur „One-Love“-Kapitänsbinde

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Von: Sascha Mehr

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Rewe beendet die Kooperation mit dem DFB
Rewe beendet die Kooperation mit dem DFB © Andreas Haas /Imago

Der Handelsriese Rewe hat auf die Entscheidung der FIFA zur „One-Love“-Kapitänsbinde reagiert und die Zusammenarbeit mit dem DFB beendet.

Köln – Manuel Neuer, Torwart der deutschen Nationalmannschaft, wollte zum Auftaktspiel der DFB-Elf gegen Japan eine ganz spezielle Kapitänsbinde tragen. Doch wenige Tage vor dem Match untersagte die FIFA das tragen der „One-Love“-Binde, die für Vielfalt, Offenheit und Toleranz steht. Damit wollten insgesamt sieben Verbände ein Statement gegen Homophobie, Antisemitismus und Rassismus setzen. Zudem sollte es ein Zeichen für Menschenrechte und Frauenrechte sein. Doch daraus wird nichts.

WM 2022: FIFA verbietet „One-Love“-Binde -Rewe reagiert

Der Weltverband FIFA verbietet das Tragen der „One-Love“-Binde und begründet das mit Artikel 13.8.1 des FIFA-Ausrüstungsreglements, in dem es heißt: „Bei FIFA-Endrunden muss der Kapitän jedes Teams die von der FIFA bereitgestellte Kapitänsbinde tragen.“ Sollte ein Kapitän doch diese Binde während eines WM-Spiels tragen, kündigte der Fußball-Weltverband sportliche Sanktionen an. Das wären dann keine Geldstrafen, sondern womöglich Verwarnungen, Sperren, Punktabzüge oder sogar den Ausschluss aus dem Turnier.

Der DFB entschloss sich daraufhin die „One-Love“-Binde nicht zu tragen, sondern das Exemplar der FIFA zu nutzen. „Die FIFA hat eine Aussage für Diversität und Menschenrechte untersagt. Das sind Werte, zu denen sie sich in ihren eigenen Statuten verpflichtet Wir wollen nicht, dass der Konflikt, den wir zweifellos haben, auf den Rücken der Spieler ausgetragen wird. Wir stehen zu unseren Werten“, sagte DFB-Präsident Bernd Neuendorf zum FIFA-Verbot.

WM 2022: Rewe beendet Zusammenarbeit mit DFB

Die Entscheidung der FIFA, die „One-Love“-Binde zu verbieten, hat nun weitreichende Konsequenzen für den DFB. Der Kölner Handelsriese Rewe beendet nämlich deshalb ab sofort die Kooperation mit dem Deutschen Fußball-Bund. Das Unternehmen wolle sich in aller Deutlichkeit von der Haltung des Weltverbands FIFA und den Äußerungen von Präsident Gianni Infantino distanzieren und werde deshalb auf seine Werberechte aus dem bestehenden Vertrag mit dem DFB insbesondere im Kontext der Weltmeisterschaft verzichten, sagte Konzernchef Lionel Souque.

„Wir stehen ein für Diversität - und auch Fußball ist Diversität. Die skandalöse Haltung der FIFA ist für mich als CEO eines vielfältigen Unternehmens und als Fußballfan absolut nicht akzeptabel“, so Souque. Das bei Rewe derzeit erhältliche Sammelalbum werde ab sofort gratis abgegeben, die Kosten dafür trage das Unternehmen, kündigte der Handelsriese an. Die bisherigen Erträge des Albums werde Rewe nach Ablauf der Promotion vollständig spenden.

Unterdessen reisen Fans aus aller Welt zur Fußball-Weltmeisterschaft nach Katar, doch vor Ort gibt es viel zu wenige Unterkünfte für die Touristen. (smr)

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