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Krimi um Lewandowski: Darf Ex-Bayern-Star gar nicht spielen? Barcelona-Trick geht wohl nicht auf

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Von: Patrick Mayer

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Der FC Barcelona startet am 13. August in die neue Saison. Ob der frühere Münchner Robert Lewandowski auflaufen darf, ist ungewiss. Eine knifflige Regel von La Liga setzt die Katalanen stark unter Druck.

München/Barcelona - Robert Lewandowski wollte unbedingt zum FC Barcelona. Und: Der frühere Torjäger des FC Bayern ist in Katalonien angekommen, wo er, für 45 Millionen Euro Ablöse (plus Boni) aus der Säbener Straße in München losgeeist, einen Vertrag bis 2026 unterschrieben hat. Der Traum des 33-Jährigen nach einer neuen Herausforderung ist wahr geworden. Aber: Darf der Stürmer zum Start der neuen Saison in Spanien gar nicht für seinen neuen Arbeitgeber auflaufen?

FC Barcelona: Hat Robert Lewandowski zum Saisonstart keine Spielberechtigung?

Stand Dienstagabend, 9. August, hatte der katalanische Fußball-Riese seinen neuen Superstar noch immer nicht für den Spielbetrieb in La Liga gemeldet. Dabei startet Barca am 13. August gegen Rayo Vallecano in die Spielzeit 2022/23. Hintergrund ist eine knifflige Regel, mit der ein Financial Fairplay innerhalb der spanischen Liga (Das in diesem Dokument einsehbar ist, siehe Link) bedingungslos durchgesetzt werden soll. Konkret: Für jeden Klub wird - abhängig von dessen finanzieller Situation - eine Gehaltsobergrenze berechnet und verbindlich festgeschrieben, wie tz.de berichtet.

Vereinfacht: Virtuell werden Gehälter von Spielern und Trainern registriert. Den Profi-Vereinen wird je nach ausgewiesenem Saisonbudget ein Limit abgesegnet, um Bruttogehälter zu bezahlen. Sichere Fixkosten für den Spielbetrieb und etwaige Schuldenraten fließen mit in die Rechnung ein. All das wird mit den erwarteten Einnahmen gegen gerechnet. Eine weitere Verschuldung soll unbedingt vermieden werden, in dem die Gehälter das Limit nicht überschreiten dürfen. Doch: Genau das ist laut übereinstimmender Medienberichte aktuell im Kader des FC Barcelona der Fall.

Transfermarkt: FC Barelona gab bislang 153 Millionen Euro an Ablösen aus

Betroffen sind durch die Bank sämtliche Neuzugänge, für die der Spanien-Riese bislang 153 Millionen Euro an Ablösen ausgab. Zu den kolportiert 45 Millionen Euro für Lewandowski kommen 50 Millionen Euro für Verteidiger Jules Koundé (FC Sevilla) sowie 58 Millionen Euro für Rechtsaußen Raphinha (Leeds United) hinzu. Mittelfeldspieler Franck Kessie (AC Mailand) und Andreas Christensen (FC Chelsea) kamen ablösefrei an die Mittelmeerküste.

Auch Spieler, mit denen spät auslaufende Verträge verlängert wurden, namentlich der frühere Dortmunder Ousmane Dembélé und Sergi Roberto, konnten noch nicht registriert werden. Andere Spieler sollen den FC Barcelona wegen der Regel von La Liga dagegen lieber heute als morgen verlassen, um sie von der Gehaltsliste zu streichen. Dabei geht es vor allem um Stürmer Martin Braithwaite, Verteidiger Samuel Umtiti und Mittelfeldstratege Frenkie de Jong. Daran ließ Vereinspräsident Joan Laporta zuletzt auch öffentlich keinen Zweifel.

Wegen Financial Fairplay von La Liga: Geht Trick des FC Barcelona nicht auf?

Doch: Just in dieser Gemengelage ist offenbar ein Trick der Katalanen nicht aufgegangen, um die Bilanz zu schönen. Zur Einordnung: Nach der vergangenen Saison betrugen die Verbindlichkeiten des FC Barcelona eigenen Angaben zufolge sage und schreibe 1,35 Milliarden Euro. Der Klub ging ins Risiko, veräußerte 25 Prozent der erwarteten TV-Rechte für die kommenden 25 Jahre (!) für angeblich 667 Millionen Euro an die globale Investmentfirma Sixth Street. Wäre das schon nicht Wagnis genug, wollten die Katalanen aus dem Deal offenbar noch mehr herausschlagen.

Wechselte vom FC Bayern zum FC Barcelona: Robert Lewandowski.
Wechselte vom FC Bayern zum FC Barcelona: Robert Lewandowski. © IMAGO / Jan Huebner

FC Barcelona: Bekam der Spanien-Riese 667 oder 517 Millionen Euro für TV-Rechte?

So berichtet der spanische Radiosender COPE, dass angeblich Mehreinnahmen vorgetäuscht werden sollten. Denn: Vor dem Verkauf an Sixth Street veräußerte Barca besagte TV-Rechte angeblich zunächst an ein eilig gegründetes eigenes Unternehmen namens Logksley Investments, das die Fernsehrechte des Klubs hält. Logksley Investment verkaufte die TV-Rechte dann weiter, doch statt 667 Millionen Euro soll Sixth Street laut dem Bericht von COPE „nur“ 517 Millionen Euro gezahlt haben. 150 Millionen Euro kamen demnach vom Klub selbst. Und genau das erkennt La Liga jetzt angeblich nicht an.

So fehlen aus Barca-Sicht auf der Einnahme-Seite der Bilanz plötzlich wieder 150 Millionen Euro. Und das nur wenige Tage vor dem Saisonstart. Der Krimi um die Spielberechtigung von Robert Lewandowski in die entscheidende Phase. (pm)

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