Die Rückennummern des DFB-Teams zur Fußball WM 2018

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Trikot der deutschen Fußball-Nationalmannschaft

Rückennummern auf den Trikots der Spieler im Mannschaftssport dienen in erster Linie der einfachen Identifizierung durch Schiedsrichter und Zuschauer.

Erstmalig tauchten die Rückennummern im Baseball auf, wo sie zunächst im Amateursport und seit 1916 in der amerikanischen Profiliga MLB getragen wurden. Im Fußball wurden Rückennummern erstmals im frühen 20. Jahrhundert verwendet, als die elf Feldspieler mit den Nummern 1 bis 11 ausgerüstet wurden. Zur kommenden Fußball WM werden die Nummer 1 bis 23 wieder vergeben, wir zeigen im Folgenden alles was man wissen muss.

Es gibt unterschiedliche Angaben darüber, wann im Fußball das erste Spiel mit Rückennummern ausgetragen wurde. Eine Möglichkeit ist das Jahr 1911, als zwei Fußball-Teams aus Sydney mit Rückennummern aufgelaufen sein sollen. In Europa fanden die ersten Fußballspiele mit Rückennummern vermutlich am 25. August 1928 in England, zwischen Arsenal FC und Sheffield Wednesday und Chelsea FC gegen Everton FC, statt.

Welche Bedeutungen haben Rückennummern beim Fußball?

Bei der Einführung in England gaben die Rückennummern einen Hinweis auf die Position des Spielers, zum Beispiel gehörten die Nummern 2 und 3 den Verteidigern oder die Nummer 10 dem Spielmacher. An der Zuteilung der Rückennummern anhand der Positionen hat sich auch im modernen Fußball nichts Grundlegendes geändert. Einzelne Spieler werden darüber hinaus immer wieder mit einer bestimmten Rückennummer in Verbindung gebracht oder haben einer Rückennummer eine neue oder besondere Bedeutung verliehen, wie beispielsweise der Niederländer Johan Cruyff der Rückennummer 14, die bei Ajax Amsterdam seit seinem 60. Geburtstag nicht mehr vergeben wird.

Bis in die 1990er-Jahre waren die Rückennummern die einzigen Unterscheidungsmerkmale auf den Trikots der Spieler. Erst mit der Einführung eines Schriftzuges mit dem Spielernamen über der Rückennummer wurde es möglich, die Spieler anhand eines weiteren Merkmals auf den Trikots zu unterscheiden. Ein Nebeneffekt der Abbildung des Spielernamens auf den Trikots war, dass vermehrt Spieler mit einer bestimmten Nummer in Verbindung gebracht wurden.

Wann wurden Rückennummern im deutschen Fußball eingeführt?

In internationalen Fußballspielen mussten Rückennummern ab 1939 verpflichtend von allen Teams getragen werden, wobei bei der Einführung die elf Spieler in der Startformation mit den Rückennummern 1 bis 11 spielten. Im deutschen Fußball wurden die Rückennummern zur Saison 1948/49 für Clubs und Vereine in der höchsten Spielklasse verbindlich eingeführt, wobei der 1. FC Nürnberg bis zum Jahr 1951 darauf verzichtete, die Spieler mit Rückennummern auszustatten. Im Laufe der Zeit wurde es möglich, dass auch Spieler mit höheren Rückennummern als 1 bis 11 in den Startaufstellungen der Mannschaften stehen konnten, wobei heutzutage in den drei höchsten Spielklassen der DFL ein Verbot für Rückennummern jenseits der 40 gilt.

Welche Rückennummern bekommen die Spieler im DFB-Team?

Im DFB-Team werden bei WM- und EM-Turnieren die Rückennummern 1 bis 23 ausgegeben. Mit Ausnahme eines Torhüters, der die Rückennummer 1 bekommen muss, können die Rückennummern im Team frei verteilt werden. Seit der WM 2014 wurden im Team unter anderem die Rückennummern 7, 11 und 17 von Bastian Schweinsteiger, Miroslav Klose und Per Mertesacker frei, weswegen nun andere Spieler mit diesen Nummern auflaufen werden. Eine Liste aller DFB Rückennummern findet man z.b. hier.

Welche Spieler haben welche Rückennummern im aktuellen DFB-Team?

Im aktuellen Kader des DFB-Teams haben nur wenige Spieler ihre Nummer schon länger sicher. So spielt Sami Khedira seit der Saison 2008/09 mit der Rückennummer 6 und Mats Hummels seit 2010/11 mit der Rückennummer 5. Neu ist, dass Toni Kroos die Rückennummer 8 von Mesut Özil übernommen hat, der dafür zur Rückennummer 10 vom ehemaligen Mitspieler Lukas Podolski gewechselt ist.

Insgesamt gibt es beim amtierenden Weltmeister viele neue Akteure, die in Russland ihr WM-Debüt feiern könnten. Dazu zählen Lars Stindl, der im DFB-Team in der Saison 2017/18 ebenfalls mit der Rückennummer 10 spielte, sowie Timo Werner mit der Rückennummer 11 oder Leroy Sané mit der Rückennummer 19. Fraglich ist unter anderem, welche Spieler mit den Rückennummern 2 bis 4 und 9 mit zur WM 2018 fahren, während schon einige der höheren Nummern zwischen 12 und 23 fest besetzt sind.

Welche Rückennummern trugen bekannte deutsche Spieler in historischer Sicht?

Im DFB-Team gehört die Rückennummer 5 dem Abwehrchef, die bereits von Franz Beckenbauer beim WM Titel 1974 oder Klaus Augenthaler bei der WM 1990 getragen wurde. Die Rückennummern 9 und 11 gehören üblicherweise Stürmern wie Uwe Seeler, Rudi Völler oder Karl-Heinz Rummenigge. Eine hohe Torgefahr strahlen auch Spieler im Trikot mit der Rückennummer 13 aus, die bereits von Max Morlock, Gerd Müller und Michael Ballack getragen wurde und aktuell von Thomas Müller getragen wird.

Besondere Bedeutung hat außerdem die Rückennummer 10 der Spielmacher, die bei der WM 1974 Günther Netzer und bei der WM 1990 Lothar Matthäus gehörte. Bei den Weltmeisterschaften von 1954 und 1974 hatten Helmut Rahn und Wolfgang Overath die Rückennummer 12 inne, die sonst gerne an Ersatztorhüter vergeben wird oder im Verein als Würdigung für die Fans freigelassen wird. Eine wichtige Rückennummer ist die 16, die bei den WM-Titeln 1954 und 2014 von den Kapitänen Fritz Walter und Philipp Lahm getragen wurde.

Welche kuriosen Rückennummern wurden schon mal vergeben?

Bei Freundschaftsspielen oder in Ausnahmefällen auch im Ligabetrieb kommt es immer wieder vor, dass Spieler mit ungewöhnlich hohen Rückennummern auflaufen, was wohl erstmals 2001 in Brasilien angewendet wurde, als Freddy Rincón für den FC Santos die Rückennummer 35 trug. Ein weiteres Beispiel für hohe Rückennummern ist das Trio, Andriy Shevchenko, Ronaldinho und Mathieu Flamini von AC Mailand, das nach der Verpflichtung im Sommer 2008 die Rückennummern 76, 80 und 84 entsprechend der jeweiligen Geburtsjahre übernahm. Manchmal kommt es in Ausnahmefällen vor, dass Spieler mit seltenen Rückennummern auflaufen, wie Spieler Hicham „Zero“ Zerouali der beim schottischen Aberdeen FC mit der Rückennummer 0 auflief oder wie Andres Herzog mit der Nummern 100 in seinem 100. Länderspiel für die österreichische Nationalmannschaft.

Wann werden Rückennummern nicht mehr vergeben?

Der Methode einzelne Rückennummern nicht mehr zu verleihen kommt aus dem nordamerikanischen Sport. Erst seit den 1990er-Jahren kommt es vor, dass auch im Fußball einzelne Nummern nicht mehr vergeben werden. Bei Fußball-Weltmeisterschaften ist es allerdings nicht möglich eine Rückennummer zwischen 1 und 23 auszulassen und dafür eine höhere Nummer zu vergeben, weswegen ein Verzicht auf eine Rückennummer gleichzeitig den Verlust eines Spielers bedeuten würde.

Einzelne Rückennummern werden geschützt oder nicht mehr vergeben, wenn ein Spieler wegen seiner Verdienste für den Club oder den Fußball geehrt werden oder wenn seines Todes gedacht soll, so wie es bei der Rückennummer 13 bei AC Florenz und Cagliari Calcio nach dem plötzlichen Herztod von Daniele Astori der Fall ist. Bekannte Beispiele für Spieler, die sich für einen Club mit Ihren sportlichen Leistungen verdient gemacht haben, sind etwa Paolo Maldini dessen Rückennummer 3 beim AC Mailand nur noch an seine Söhne vergeben wird oder Holger Stanislawskis dessen Rückennummer 21 beim FC St. Pauli zu den geschützten Nummern zählt.

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