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Deutscher Trainer will weiter für Topklub in Moskau arbeiten: „Ich fühle mich verantwortlich“

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Von: Alexander Kaindl

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Früher Bundesliga mit Mainz, heute Premjer Liga mit Dynamo Moskau: Sandro Schwarz.
Früher Bundesliga mit Mainz, heute Premjer Liga mit Dynamo Moskau: Sandro Schwarz. © ITAR-TASS / Imago

Der Ukraine-Krieg tobt, die Kämpfe gehen weiter. Natürlich ist die russische Invasion auch im Fußball das große Thema - nun hat sich Sandro Schwarz dazu geäußert.

Moskau - Im Minutentakt gibt es neue Schreckensmeldungen aus der Ukraine. Raketenangriffe auf Städte wie Kiew oder Charkiw, Tote und Verletzte, herzzerreißende Abschiede von Kindern und Frauen, die ihre Väter und Männer zurücklassen müssen, damit diese ihre Heimat mit Waffengewalt verteidigen. Gleichzeitig versuchen sie selbst, ihr Leben zu retten und fliehen - nur mit dem nötigsten im Gepäck. Der Ukraine-Krieg* hält die Welt in Atem.

Auch der Sport ist betroffen. Sei es von Sanktionen wie dem Ausschluss Russlands von der WM 2022 oder unmittelbar im Zentrum der Gewalt: Inzwischen wurden die ersten Fälle von getöteten Fußballprofis gemeldet. Auch ein Biathlet bezahlte den Kampf gegen Russland mit seinem Leben.

Ukraine-Krieg hat Auswirkungen auf deutsche Fußball-Trainer in Russland

Der ehemalige Bundesliga-Trainer Markus Gisdol (Hoffenheim, Hamburg und Köln) war bis vor wenigen Tagen noch Chefcoach bei Lokomotive Moskau - mitten in der russischen Hauptstadt. Mittlerweile hat er seinen Hut genommen.

„Ich kann nicht in Moskau auf dem Trainingsplatz stehen, die Spieler trainieren, Professionalität einfordern und ein paar Kilometer weiter werden Befehle erteilt, die großes Leid über ein gesamtes Volk bringen. Das ist meine persönliche Entscheidung und hiervon bin ich absolut überzeugt“, erklärte der 52-Jährige im Zuge seines Rücktritts.

Sandro Schwarz: Ehemaliger Bundesliga-Trainer will bei Dynamo Moskau bleiben

Ein Trainer-Kollege, der ebenfalls in Moskau für einen Topklub arbeitet, geht einen anderen Weg: Sandro Schwarz. Der 43-Jährige trainierte von 2017 bis 2019 den 1. FSV Mainz 05, seit Oktober 2020 steht er bei Dynamo Moskau - aktuell Tabellenzweiter der Premjer Liga - an der Seitenlinie. Und das wird der gebürtige Mainzer vorerst auch weiter tun. Auf einer Pressekonferenz beteuerte er nun, dass er definitiv in der russischen Hauptstadt bleiben wolle. Warum?

Schwarz erklärte seinen Entschluss wie folgt: „Ich glaube, dass in solch einer Situation die Sicherheit das Wichtigste ist und dass ich nicht der Mensch bin, der da einfach nur auf sich schaut und sagt: Ich setzte mich ins nächste Flugzeug und bin hier weg. Es geht nicht um mich. Ich fühle mich verantwortlich und werde hier im Klub bleiben.“

In erster Linie gebe es in diesen schwierigen Tagen viel wichtigere Dinge, als Fußball zu spielen. Es sei eigentlich unmöglich, sich darauf zu konzentrieren. Natürlich hatte Schwarz, dessen Familie mittlerweile bei ihm in Moskau lebt, aber „vollstes Verständnis“ für die Abreise seines ukrainischen Co-Trainers Andrej Woronin. Der frühere Bundesliga-Stürmer ist noch mit einer Linien-Maschine aus Moskau nach Deutschland weggekommen. Für Schwarz ist dieses Szenario aktuell aber kein Thema - im Gegensatz zu Gisdol, der inzwischen wieder in Deutschland ist. (akl/dpa) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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