Dortmund der Gewinner des Spieltags

Saure Äpfel, süße Früchte: Der Kampf um die Champions-League-Plätze in der Bundesliga spitzt sich zu

Erling Haaland (Zweiter von rechts) und Thomas Meunier (rechts).
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Freud und Leid: Die Dortmunder Erling Haaland (Zweiter von rechts) und Thomas Meunier (rechts) feiern den Sieg gegen Wolfsburg.

Einer muss am Ende in den sauren Apfel beißen. Und der hat einen Namen: Europa League!

Kassel – Hinter dem Spitzenduo aus München und Leipzig ringt mit dem VfL Wolfsburg (57 Punkte), Eintracht Frankfurt (56) und Borussia Dortmund (55) ein Trio um die zwei noch zu vergebenden Plätze für die Champions League. Wir beleuchten das Rennen um die Königsklasse, das die verbleibenden 270 Minuten der Saison prägen dürfte.

Wolfsburg – Dortmund

Optimistisch ist er ja, Wolfsburgs Geschäftsführer Jörg Schmadkte. Sein VfL hatte es am Samstag in der Hand, durch einen Heimsieg den direkten Konkurrenten aus Dortmund auf acht Punkte zu distanzieren. Doch dann: zweimal Erling Haaland, 2:0 für die Borussia. Jetzt wird’s richtig eng, aber Schmadtke blickte ganz schnell auf das Positive. „Im Moment sind wir noch zwei Punkte vor dem BVB. Und wenn ich mir das Restprogramm der Dortmunder anschaue, dann wage ich mal zu bezweifeln, dass sie die zwei Punkte noch aufholen.“

Sätze, mit denen man die eigene Mannschaft stärken will, die aber trotzdem ein Stück weit überraschen. Denn das Restprogramm des VfL und der Borussia ähneln sich extrem. Beide müssen noch gegen Leipzig und die formstarken Mainzer ran, Wolfsburg zudem gegen Union Berlin, während der BVB noch Leverkusen empfängt. Gravierende Unterschiede sind da nicht zu erkennen, alles scheint möglich.

Der große Gewinner dieses Spieltags ist aber erst einmal Borussia Dortmund. Noch vor wenigen Wochen waren die Schwarz-Gelben weit davon entfernt, sich erneut für die Königsklasse zu qualifizieren. Und vielerorts wurde schon über die Konsequenzen des Verpassens der Champions League gesprochen. Jadon Sancho weg. Haaland weg. Neue vielversprechende Talente verpflichten? Ohne den Reiz der Königsklasse wäre der BVB zumindest nicht mehr die erste Anlaufadresse der besten Nachwuchsspieler gewesen.

Doch einer der besten Nachwuchsspieler lässt Dortmund im Endspurt hoffen: Haaland. Seine Tore ebneten den Weg. Und die Borussia scheint rechtzeitig wieder ihre Form zu finden. Wolfsburg lässt dagegen gerade jetzt etwas nach.

Leverkusen – Frankfurt

Auf einen Wolfsburger Dreier gegen Dortmund hatten auch die Frankfurter gehofft, ehe sie am Samstagabend ihren Auftritt in Leverkusen hatten. Die Schützenhilfe blieb aus. Und so tat die eigene 1:3-Niederlage bei Bayer umso mehr weh. Erst in der Schlussviertelstunde bekamen die Zuschauer in diesem Duell etwas geboten. André Silvas Anschluss in der Nachspielzeit zum 1:2 nach Leverkusener Treffern von Leon Bailey und Lucas Alario hielt lediglich Sekunden, ehe Kerem Demirbay mit dem 3:1-Endstand antwortete.

Das schmerzt die Eintracht. Die weiß zwar, wie sich Niederlagen in der BayArena anfühlen. Schließlich war dies die sechste in Serie in diesem Stadion. Nun liegt der BVB aber nur noch einen Zähler zurück. Allerdings haben die Jungs von Trainer Adi Hütter das mutmaßlich einfachste Restprogramm. Im Derby gegen Mainz dürfte es heiß hergehen, gegen Schalke und Freiburg scheinen jedoch durchaus ein paar Punkte möglich zu sein.

Die Eintracht hat so vielleicht sogar die besten Chancen der drei Teams auf den Plätzen drei bis fünf, wenn es um die Königsklasse im kommenden Jahr geht. Aber vielleicht, ja ganz vielleicht wird aus dem Trio auch noch ein Quartett. Leverkusen hat nach dem Sieg gegen die Eintracht zwar immer noch sechs Punkte Rückstand auf Rang vier. Doch die Gegner ab jetzt heißen: Werder, Union – und am letzten Spieltag ist Bayer dann in Dortmund zu Gast. Gut vorstellbar, dass es in dieser Partie dann nicht nur für eine, sondern für beide Mannschaften noch um das größte internationale Geschäft geht.

Entscheiden wird es sich am 22. Mai. Wer muss in den sauren Apfel Europa League beißen? Und wer erntet die süßen Früchte der Champions League? (Maximilian Bülau und Marco Washausen)

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