0:1 gegen Leverkusen

Blitz-Rot für Naldo bremst Schalker Aufholjagd

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Schalkes Thilo Kehrer (r) und Leverkusens Stefan Kießling kämpfen um den Ball.

Gelsenkirchen - Der schnellste Platzverweis seiner Bundesliga-Geschichte hat Schalke 04 bei der Aufholjagd aus der Bahn geworfen: Die Königsblauen unterlagen Leverkusen mit 0:1.

Der schnellste Platzverweis seiner Bundesliga-Geschichte hat Schalke 04 bei der Aufholjagd aus der Bahn geworfen. Nachdem Abwehrchef Naldo wegen einer Notbremse schon in der vierten Minute die Rote Karte gesehen hatte, unterlagen die Königsblauen gegen Bayer Leverkusen trotz starker kämpferischer Leistung und der Mehrzahl an Torchancen mit 0:1 (0:0). Der Rückstand auf die Europapokalränge beträgt zwei Spieltage vor der Winterpause acht Punkte.

Stefan Kießling sicherte dem Champions-League-Achtelfinalisten Leverkusen mit seinem ersten Saisontor in der 89. Minute den dritten Auswärtssieg auf Schalke in Folge. Die Rheinländer, die lange mit ihrer Überzahl wenig anzufangen wussten, überholten die Gelsenkirchener in der Tabelle und verringerten den Abstand zu Rang sechs auf fünf Zähler.

Markus Weinzierl stellte Stammelf vor Anpfiff um

Routinier Naldo hatte den allein aufs Tor zulaufenden Javier "Chicharito" Hernandez vor dem Strafraum ins Straucheln gebracht. Schiedsrichter Deniz Aytekin zückte Rot - und die Gelsenkirchener, deren beeindruckende Erfolgsserie beim 1:2 vor einer Woche bei RB Leipzig zehn Siegen in zwölf Pflichtspielen ohne Niederlage gerissen war, mussten fast 90 Minuten in Unterzahl spielen. Dennoch waren sie über weite Strecken das aktivere Team.

Schalke-Trainer Markus Weinzierl hatte seine Bundesliga-Stammelf schon vor dem Anpfiff umstellen müssen. Nicht nur der gesperrte Kapitän Benedikt Höwedes, sondern auch der verletzte Matija Nastasic und der erkältete Nabil Bentaleb, der später in der Schlussphase doch noch eingewechselt wurde, saßen draußen. Somit verteidigte erstmals seit Ende September eine neue Dreierkette: Neben Abwehrchef Naldo stellten sich der 20-jährige Thilo Kehrer und Außenverteidiger Sead Kolasinac in hinterster Linie den Bayer-Angriffen entgegen.

Doch damit war schon in der vierten Minute Schluss: Nach einem ungenauen Pass von Kolasinac ersprintete sich Chicharito den Ball, Naldo lief hinterher und brachte den Mexikaner zu Fall. Es war erst der dritte Platzverweis für den gebürtigen Brasilianer in seinem 312. Bundesligaspiel - der erste seit dem 1. März 2009. Mittelfeldspieler Johannes Geis musste für Naldo auf die ungewohnte Position in der Abwehrzentrale.

Nach frühem Platzverweis kochten Emotionen hoch

Nach dem frühen Platzverweis kochten die Emotionen hoch. Leverkusens Hakan Calhanoglu wurde an der Eckfahne mit Gegenständen aus dem Publikum beworfen und offenbar von einem Feuerzeug getroffen (16.). Angetrieben von ihren Fans, spielten die Schalker zunächst trotz Unterzahl zielstrebiger und mit mehr Zug zum Tor - vor allem durch Jewgeni Konopljanka.

Bayer wusste mit der nummerischen Überlegenheit wenig anzufangen. Erst in der 33. Minute hatte Stefan Kießling die erste Torchance. Auf der Gegenseite setzte Kehrer einen Kopfball knapp über die Latte (39.). Auch nach der Pause blieb Schalke torgefährlicher, spielte seine Konter allerdings nicht konsequent genug aus. Die Zuschauer fragten sich immer öfter, wer eigentlich in Überzahl spielte. Dann stellte Kießling mit seinem Kopfballtor den Spielverlauf auf den Kopf.

SID

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