Abwärtsstrudel: Schalke und die böse Vier

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Er sucht nach Antworten: Schalkes Trainer David Wagner hat mit seinem Team seit der Winterpause nur fünf Punkte geholt. Die Königsblauen stecken nach einer starken Hinrunde in einer Krise. 

Kassel – Vier. Eigentlich eine ganz normale Zahl. In Gelsenkirchen bereitet die Vier aber derzeit keinem Freude.

Klar, sie steckt im Namen: Schalke Nullvier. Doch zum Neustart nach der Corona-Pause in der Fußball-Bundesliga gab es ein null zu vier beim Rivalen aus Dortmund. Nach der Winterpause haben die Königsblauen in zehn Spielen gerade einmal vier Tore geschossen. Immerhin haben sie mit diesen vier Toren sieben Punkte geholt. In der Hinrunde hatten sie nach zehn Spielen dagegen 18 Punkte gesammelt.

Eine Hinrunde, in der irgendwie ohnehin alles besser war. Schalke auf Platz fünf. Nur drei Spiele verloren (gegen Bayern, Hoffenheim und Leverkusen). Die Champions League im Blick. Diese wichtige Königsklasse, verspricht sie doch die so notwendigen Millionen. David Wagner, der im Sommer auf die erneute Interimslösung Huub Stevens gefolgt war, wurde von allen Seiten gelobt. Das Wagner-Pressing funktionierte. Schalke war laufstark, nachdem es im Jahr zuvor noch das lauffaulste Team der Liga gewesen war. Schalke war interessant. Schalke war wieder etwas, hatte den Domenico-Tedesco-Muff abgelegt.

Dann kam der Rückrundenstart. Mönchengladbach war zu Gast. Und irgendwie schien alles so weiterzugehen. Der wechselwillige Michael Gregoritsch war aus Augsburg zu den Knappen gestoßen und machte in seinem ersten Spiel das erste Tor zum 2:0-Endstand. Eine heile, königsblaue Welt. Doch nicht mehr lange.

Am darauffolgenden Spieltag setzte es ein 0:5 beim FC Bayern. Eine von vielen Klatschen, die folgen sollten – 0:5 gegen Leipzig, 0:3 gegen Köln, 0:4 gegen den BVB und zuletzt dann ein 0:3 gegen Augsburg. Gegen den FC Augsburg! Das Team, das mit vier Zählern die schlechteste Rückrundenmannschaft gewesen war und nun genauso viele Punkte geholt hat wie S04. Ein 0:3 in der selbstausgerufenen Woche der Wahrheit mit Partien gegen den FCA, Düsseldorf und Bremen binnen sieben Tagen.

Die Schalker Fans, die dieser Tage nicht ins Stadion dürfen, sind vielleicht ganz froh darüber. Und die Spieler sind sicher erleichtert, dass sie sich den Gang vor die Fankurve zuletzt sparen konnten. Allein die gute Hinrunde sorgt dafür, dass die Knappen mit dem Abstieg nichts zu tun haben. Die so wichtige Königsklasse ist nun aber 16 Punkte entfernt. Unerreichbar. Die Europa League dagegen, die liegt nur zwei Punkte weiter oben.

Für Schalke wäre das Erreichen des internationalen Wettbewerbs enorm wichtig. Die Gegner bis zum Saisonende sind bis auf Leverkusen alle auf Augenhöhe und darunter. Eigentlich. Heute steht das Auswärtsspiel in Düsseldorf an (20.30 Uhr/Sky). Es wäre ein Anfang, sollte die böse Vier verschwinden und zu einer nicht ganz so bösen Fünf oder Sechs werden – was die eigenen Tore angeht. Dafür müsste das Wagner-Team aber die sich häufenden individuellen Fehler abstellen.

Es werden richtungsweisende Partien gegen die Fortuna und gegen Werder. Ende Januar war auf sportschau.de zu lesen: „Spannend wird sein, wie Wagner seine erste sportliche Krise auf Schalke moderieren wird. Diese ist momentan aber nicht in Sicht.“ Vier Monate später ist die Krise nicht nur in Sicht. Sie ist angekommen. Und die Frage lautet eher: Wie lange darf Wagner diese Krise noch moderieren?

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