Unparteiische in der Vorbereitung

Nach Fitnesstest-Drama: Schiri des Jahres fällt wochenlang aus

+
Deniz Aytekin hat den Fitnesstest im ersten Anlauf nicht bestanden. Doch es kommt noch schlimmer.

Beim alljährlichen Schiedsrichter-Fitnesstest ging in diesem Jahr einiges schief - ein Unparteiischer verpasst nun sogar den Saisonstart.

Update vom 16. Juli: FIFA-Schiedsrichter Deniz Aytekin fehlt wegen eines Muskelfaserrisses zum Saisonstart in der Fußball-Bundesliga. Der 40-Jährige aus Oberasbach hatte sich die Blessur im linken Oberschenkel im Trainingslager in Grassau zugezogen. Eine MRT-Untersuchung bestätigte dies nach Angaben des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) vom Dienstag. Aytekin hatte den Leistungstest abbrechen müssen und sollte diesen am 8. August nachholen. Er muss nun aber einige Wochen pausieren.

„Diese Diagnose wirft mich keinesfalls zurück. Eine solche Verletzung kann jedem Sportler passieren. Ich bin sehr zuversichtlich und fokussiere mich in den nächsten Wochen auf die Maßnahmen zur Rehabilitation und Wiedergenesung“, sagte Aytekin, der vergangene Woche vom DFB als „Schiedsrichter des Jahres“ ausgezeichnet wurde. Beim FC Bayern hofft man währenddessen weiter auf Neuzugänge. Bei Alexander Nübel sind die Hoffnungen allerdings geschwunden.

Erstmeldung: Drama beim Fitnesstest: Der Schiri des Jahres fällt durch - Ein Linienrichter muss sich übergeben

München/Chiemsee - Im Juli wird die Grundlage für die neue Saison gelegt - aber nicht nur bei den Spielern. Auch die Schiedsrichter müssen im Hochsommer abliefern, um sich ihre Einsätze in der Bundesliga zu verdienen. So versammelten sich die besten Unparteiischen des Landes zu umfangreichen Fitnesstests am Chiemsee. Wie die Bild berichtet, lief dabei aber längst nicht alles glatt. So müssen gleich sieben Referees in die Nachprüfung am 8. August und dürfen vorerst nicht eingesetzt werden.

Prominentester Name unter den Durchfallern ist Deniz Aytekin, der gemeinsam mit Marina Wozniak am Freitag als Schiedsrichter des Jahres 2019 ausgezeichnet wird. Der FIFA-Referee - vor kurzem als DJ auf einem beliebten Musik-Festival aktiv - verpasste die vorgegebene Zeit von sechs Sekunden beim 40-Meter-Sprint um sieben Hundertstel. "Die Limits waren sonst nie ein Problem für mich. Der Boden war nass, ich bin ausgerutscht", erklärte der 40-Jährige seinen Fauxpas in der Bild. Zu allem Überfluss zog er sich auch noch eine leichte muskuläre Verletzung zu.

Auch gehandicapter Welz und Fritz scheitern bei Sprints

Auch Tobias Welz war demnach zu langsam, brach nach einer Zeit von 6,2 Sekunden im ersten Versuch ab. Der 42-Jährige hatte sich erst vor einigen Wochen einen Zehenbruch zugezogen, war entsprechend gehandicapt. Marco Fritz scheiterte ebenfalls an der Vorgabe, wurde nach drei vergeblichen Versuchen herausgewunken.

Bei den folgenden Intervall-Läufen blieben dann mit Frederick Assmuth und Norbert Grudzinski zwei Linienrichter auf der Strecke. Ersterer gab nach siebeneinhalb von zehn Runden auf, Letzterer leistete sich zu viele Fehlstarts und wurde vor dem finalen Umlauf rausgenommen. Zudem habe sich ein namentlich nicht genannter Assistent auf der Laufbahn übergeben müssen.

Schiri-Boss Fröhlich sorgt sich vor allem wegen der Verletzungen

Nachdem der DFB von "Zufriedenheit und gute(r) Laune" unter den Schiedsrichtern berichtet hatte, gestand Schiri-Boss Lutz-Michael Fröhlich der Bild: "In der Tat ist bei den Prüfungen nicht alles ganz optimal gelaufen." Gerade die diversen Verletzungen würden das Team beschäftigen: "Wir müssen und werden ein Konzept entwickeln, wie wir vor allem muskuläre Probleme verhindern können."

Aus Krankheits- oder Verletzungsgründen nahmen dem Blatt zufolge Manuel Gräfe, Bibiana Steinhaus, Benjamin Brand und Sören Storks gar nicht erst an den Tests teil. Diese haben es in sich: Nach sechs 40-Meter-Sprints, die eben jeweils in unter sechs Sekunden hingelegt werden müssen, folgen zehn Stadionrunden inklusive 40 Intervall-Läufen - im Wechsel jeweils 75 Meter in höchstens 15 Sekunden und 25 Meter in 18 Sekunden.

Konnte an den Tests gar nicht teilnehmen: Bibiana Steinhaus muss am 8. August in die Nachprüfung.

Bundesligaeinsatz für Aytekin, Gräfe und Co. vor 3. Spieltag unrealistisch

Dieses Mammutprogramm wartet also in knapp einem Monat auf Aytekin, Gräfe, Steinhaus und Co. - womit sie eben nicht vor dem Bundesligastart eine Woche darauf nominiert werden dürfen. Da sich der Bild zufolge die Bundesliga-Schiedsrichter jede Saison zunächst in der früher startenden 2. Liga "warmpfeifen" würden, wäre ein erster Einsatz im Oberhaus für die Nachzügler erst am 3. oder 4. Spieltag realistisch.

Hieße auch: Kein Aytekin oder Gräfe bei der Saisoneröffnungspartie zwischen dem FC Bayern und Hertha BSC. Und auch beim Duell von Schalke 04 gegen den Titelverteidiger eine Woche später wäre keiner der beiden Top-Referees an der Pfeife.

An seine Grenzen stieß ein Zugang von Real Madrid bei seiner Vorstellung - der musste wegen körperlicher Probleme die Fragerunde abbrechen. Aytekin hatte sich im Sommer bereits DJ auf einem Musik-Festival probiert. Steinhaus hat vor einigen Wochen offenbart, dass es eine offizielle Playboy-Anfrage für sie gebe.

mg

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.