Nach 5:0 gegen Dortmund

Schiri-Patzer: Köln will gegen BVB-Sieg Protest einlegen

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Manager Jörg Schmadtke von Köln beobachtet seine Mannschaft vor dem Spiel.

Durch eine grobe Fehleinschätzung des Schiedsrichters kassierte Köln am Sonntag das 0:2 gegen den BVB. Das will der Verein nicht hinnehmen und fordert eine Neuansetzung der Partie.

Kölns Sportdirektor Jörg Schmadtke knöpfte sich noch in der Halbzeit-Pause den Schiedsrichter vor und kündigte Protest an, Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke nannte Schmadtke daraufhin stocksauer einen "schlechten Verlierer": Die Krise des 1. FC Köln hat sich mit einem krachenden 0:5 (0:2) beim neuen Tabellenführer dramatisch verschärft, für handfesten Krach sorgte aber erneutes Chaos rund um den umstrittenen Videobeweis.

"Das war ein klarer Regelverstoß. Und wenn gegen das Regelwerk entschieden wird, dann ist das eine Neuansetzung. Wir werden auf jeden Fall Protest einlegen", sagte Schmadtke, der bereits wie Trainer Peter Stöger in der Halbzeitpause Schiedsrichter Patrick Ittrich bestürmt hatte. Kurz vor dem Pausenpfiff hatte der FC in Schmadtkes Augen durch eine grobe Fehlentscheidung das letztlich entscheidende 0:2 durch Sokratis (45.+2) kassiert.

"Dieses Spiel wurde durch einen Fehler des Schiedsrichter-Teams entschieden. Wir kriegen innerhalb von 20 Minuten die Hütte hier voll, aber die entscheidende Szene passiert vor dem 2:0", polterte Schmadtke. Zumal dem Handelfmeter vor dem 3:0, den Pierre-Emerick Aubameyang (59.) verwandelte, ebenfalls eine Videoentscheidung vorausging. Die weiteren Treffer erzielten Maximilian Philipp (2./69.) und erneut Aubameyang (60.).

„Wenn man nicht verlieren kann, greift man zu solchen Mitteln“

BVB-Geschäftsführer Watzke wiederum verdrehte kurz nach den Einlassungen der Gegenseite nur verächtlich die Augen. "Klar wird nur, dass der 1. FC Köln nicht verlieren kann", sagte Watzke am Sky-Mikrofon: "Wenn man nicht verlieren kann, dann greift man eben zu solchen Mitteln. Wenn man so auftritt nach einem 0:5, dann: Chapeau!"

Passiert war das: Beim Treffer zum 0:2 hatte Kölns Torhüter Timo Horn den Ball nach einer Flanke fallen gelassen und Sokratis eingeschoben. Schiedsrichter Ittrich gab das Tor nach Rücksprache mit dem Video-Assistenten. Der Kritikpunkt der Kölner: Sokratis habe Dominique Heintz in Horn hinein geschoben, davor sei zudem schon ein Pfiff erfolgt.

"Ich finde die Entscheidung merkwürdig", sagte Kölns Trainer Stöger, arbeitete sich aber im Gegensatz zu Schmadtke nicht an Tor Nummer zwei ab - schließlich hat der FC andere Sorgen. Dem Lichtblick von London, als sich Köln trotz der 1:3-Pleite stark präsentierte, folgte der Tiefpunkt in Form der vierten Niederlage im vierten Ligaspiel.

Schlechtester Start der Kölner in Geschichte der Bundesliga

Die in Dortmund überforderten Kölner setzten den schlechtesten Start ihrer Bundesliga-Historie fort. Zwei Spiele "fehlen" nur noch zum Negativrekord von Fortuna Düsseldorf (sechs Niederlagen zum Start der Saison 1991/92). Stöger muss nun bis zum Mittwochspiel daheim gegen Frankfurt eine taumelnde Truppe auffangen.

"Es gibt Dinge, die wir hoffen zu korrigieren", sagte der Österreicher. Es ist eine neue Situation, wir müssen versuchen, den Jungs neues Vertrauen zu geben."

Ohne den verletzen Nationalspieler Jonas Hector war der FC defensiv nie auf der Höhe. Beim BVB wirbelten besonders Philipp, der links offensiv für Christian Pulisic spielte, und Jarmolenko die Kölner Abwehr durcheinander. Auch Dan-Axel Zagadou (17.), Nuri Sahin (32.), Ömer Toprak (35.) oder Aubameyang (47.) hätten noch treffen können.

Stöger, nach sechs Duellen ohne Niederlage im Ruf des BVB-Experten stehend, wusste kein Mittel - obwohl den Dortmundern neben einer Reihe von Ausfällen kurzfristig auch Mario Götze (Kieferverletzung) fehlte. Die schwarz-gelbe Bank hatte sogar einen Platz frei. Immerhin: Nationalspieler Julian Weigl wurde nach vier Monaten Verletzungspause eingewechselt.

sid

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