Kommentar zur Entscheidung von Jürgen Klopp: Eine Stadt unter Schock

Geht zum Saisonende: Jürgen Klopp.

Trainer Jürgen Klopp hört in Dortmund am Saisonende auf - und versetzt eine Stadt in Schockzustand. Ein Kommentar von HNA-Sportredakteur Frank Ziemke.

Es ist gut vorstellbar, dass das Leben in Dortmund an diesem Mittwoch ein Stück weit stillsteht. Die Borussia ohne Jürgen Klopp? Das ist für die Stadt, für den Verein und vor allem für seine Fans eine eigentlich nicht denkbare Vorstellung. Traumpaare trennen sich einfach nicht! Oder?

Klopp und der BVB, das war ohne Zweifel ein perfekt passende Verbindung. Der emotionale Trainer hat nach seinem Amtsantritt 2008 das Herz der Menschen im Ruhrgebiet erobert. Er hat dem Klub nach einer Durststrecke Erfolge zurückgebracht. Und dazu eine begeisternde Idee des Spiels mit hohem Tempo und enormen Druck auf den Gegner.

Frank Ziemke

Im verflixten siebten Jahr hat das alles plötzlich nicht mehr so geklappt. Das Feuer war raus aus dem Spiel des BVB, der Trainer wirkte manchmal ratlos angesichts der Misserfolge. Selbst als im Derby gegen Schalke ein grandioser Sieg eingefahren wurde, bedeutete das nicht die Wende.

Doch eine Trennung? Undenkbar! Es passt aber, dass es Klopp selbst ist, der nun offenbar die entscheidenden Schritte eingeleitet hat. In seinen Trainerjahren hat der 47-Jährige das Heft des Handelns stets selbst in der Hand gehalten. Er fühlt nun wahrscheinlich, dass seine Beziehung zum BVB ausgebrannt ist. Und man darf Klopp auch zutrauen, dass er weiß: Noch ist mit Thomas Tuchel ein denkbar geeigneter Nachfolger auf dem Markt. Dortmund, einer Stadt unter Schock, hätte er somit sogar noch etwas Trost verschafft.

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