Bayern siegt, Bayer verliert 

Schnellcheck aus der Champions League: Späte Tore und zwei Pannen

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Eine von vielen Chancen: Bayerns Robert Lewandowski (links) und Belgrads Torhüter Milan Borjan.

Auftakt in die Gruppenphase der Champions League, zweiter Teil – nach Dortmund und Leipzig gaben auch die Fußball-Bundesligisten aus München und Leverkusen ihren Einstand.

Die Bilanz: so lala. Die Bayern lösten ihre Aufgabe gegen Roter Stern Belgrad beim 3:0 souverän. Leverkusen stolperte direkt gegen Lokomotive Moskau – 1:2. Der Schnellcheck:

Wie viel Anlaufzeit benötigten die Bayern?

Wenig und doch viel. Vom Start weg waren die Münchner deutlich überlegen, hatten nach gut 20 Minuten 82 Prozent Ballbesitz und Sky-Kommentator Kai Dittmann fragte sich dennoch: „Wo waren denn die anderen 18? Belgrad hatte sie nicht.“ Trotzdem dauerte es lange, bis die Bayern in Führung gingen. In der 34. Minute erlöste Kingsley Coman den Bundesligisten schließlich per Flugkopfball nach Flanke von Ivan Perisic. Dabei blieb es bis zur Pause. Weil Belgrad stark verteidigte. Und weil Philippe Coutinho zweimal knapp vorbeischoss.

Wurde der Sieg noch so deutlich wie das Ballbesitz-Verhältnis?

Erst spät. In Halbzeit eins hatte Dittmann noch gesagt: „Diesmal können sich die Bayern nicht über mangelnde Chancenverwertung beklagen – sie hatten nämlich noch nicht viele.“ Das änderte sich. Aber die Münchner trafen mal die Latte in Person von Perisic (65.), zirkelten den Ball vorbei in Person von Coutinho – und das personifizierte Abschlusspech hatte auch einen Namen: Robert Lewandowski. Dass dieser schließlich doch noch das 2:0 hereinstocherte (80.) passte – es ging nur so. Ein Highlight gab es aber doch noch. In der Nachspielzeit chippte Thiago einen Freistoß in den Strafraum auf Thomas Müller, und der machte das 3:0. Das war dann traumhaft.

Derzeit ja auch interessant: das Duell Neuer gegen ter Stegen. Am Dienstag legte Barcelonas Schlussmann stark vor. Der Punktsieger?

Zugegeben, der Vergleich hinkt natürlich. Manuel Neuer hatte nicht ansatzweise so viele Situationen, um sich auszuzeichnen, wie Marc-André ter Stegen einen Tag zuvor. Bayerns Schlussmann hatte mehr mit Rückpässen als mit Torschüssen zu kämpfen. Einer hatte so viel Effet, dass Neuer der Ball doch glatt vom Fuß sprang und er ihn zur Ecke klären musste. Am Ende blieben beide Nationaltorhüter ohne Gegentreffer.

Wie schlug sich Leverkusen?

Bayer hing das 0:4 in Dortmund wohl noch in den Köpfen, zudem fiel der Kreativabteilung herzlich wenig ein, um den Moskauer Abwehrriegel zu knacken. Die Folge: zwei Torschüsschen in Halbzeit eins. Trotzdem stand es nach 45 Minuten 1:2 – getroffen hatte aber kein Leverkusener.

Was war denn da los in der Bay-Arena?

Eine erste Halbzeit voller Pleiten, Pech und Pannen. Erst verlor Bayer nach einem verunglückten Einwurf von Wendell den Ball in der eigenen Hälfte. Grzegorz Krychowiak bestrafte das – 0:1 (16.). Dann fälschte Benedikt Höwedes, Ex-Schalker und Moskaus Weltmeister von 2014, den Ball ins eigene Tor ab – 1:1 (25.). Und schließlich leistete sich Torhüter Hradecky einen kapitalen Fehlpass vor dem eigenen Kasten – Dmitri Barinow fiel der Ball quasi vor die Füße – 1:2 (37.). Auch wenn Leverkusen in Halbzeit zwei deutlich mehr fürs Spiel nach vorn tat – weitere Tore fielen nicht. Bitter für Bayer. Denn es warten in der Gruppe ja auch noch Atletico Madrid und Juventus Turin.

Wie war das Spitzenspiel des Tages?

Für den Titel gab’s zwei Bewerber: Atletico gegen Juventus und Paris St. Germain gegen Real Madrid. Wir vergeben die Auszeichnung nach Paris. Auch wenn die Torfabrik (Neymar gesperrt nach Schiedsrichterbeleidigung in den sozialen Netzwerken, Mbappé und Cavani verletzt) und die deutschen Nationalspieler Draxler und Kehrer fehlten. PSG dominierte beim 3:0 dennoch klar.

Wie war die TV-Übertragung bei Sky?

Der Wortwitz des Tages geht an Oliver Seidler, der Bayer gegen Moskau kommentierte: „Lok hat einen Güterzug vor dem eigenen Sechzehner geparkt, um Leverkusens Offensivpower zu stoppen.“ Den Güterzug sah man durchaus, nur von Leverkusen eben viel zu wenig. 

Für zahlreiche Fans hingegen war die Übertragung bei Sky ein Reinfall - sie sahen schlichtweg nichts vom Spiel bei dem Pay-TV-Sender, der das Bayern-Spiel exklusiv zeigte. Ähnliche Probleme mit dem Angebot "Sky Ticket" hatte es schon am Dienstagabend beim BVB-Spiel in der Champions League gegeben. Viele Fans waren stocksauer und verbreiteten ihren Unmut über die sozialen Medien.

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