Schnellcheck zum Länderspiel: Gala mit Götze und Zaubertor

München. Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft besiegt im Test Italien mit 4:1 und entzaubert den Angstgegner aus Südeuropa. Hier ist unser Schnellcheck.

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat nach dem 2:3 gegen England doch noch ein dickes Ausrufezeichen vor der Europameisterschaft in Frankreich gesetzt. Beim 4:1 gegen Italien spielte der Weltmeister zeitweise - weltmeisterlich.

Wie war das Spiel in der Münchner Allianzarena?

Sehr anständig für ein Testspiel. Mehr noch: Die deutsche Nationalelf präsentierte sich über weite Strecken in großartiger Spiellaune. Von Motivationsproblemen, wie sie Thomas Müller gegen England noch ausgemacht hatte, war nichts zu spüren.

Das Team von Bundestrainer Joachim Löw übernahm nach zehn Minuten das Kommando. Logische Folge: das 1:0 durch Toni Kroos. Der Mittelfeldspieler bewies in der 24. Minute einmal mehr, dass er so präzise schießen kann wie sonst kaum einer auf der Welt. Nach seinem Schuss schlug der Ball zwischen Pfosten und dem ewigen Gianluigi Buffon im Tor der Italiener ein, der mit 38 sein 155. Länderspiel bestritt (oder war es umgekehrt?).

Die Führung verdiente sich das deutsche Team, weil es im Spiel nach vorn ideenreich war und auch in der Defensive sicher stand. Die Italiener sorgten nur dann für Gefahr, wenn Deutschlands Torwart Marc-André ter Stegen Mätzchen an der Torlinie machte. Der Vertreter des erkrankten Manuel Neuer scheint immer dann für Missgeschicke gut zu sein, wenn er plötzlich das Tor der Nationalmannschaft hütet. Diesmal ging es zumindest gut. Die Null stand lange, und vorne wurde kurz vor der Pause aus der eins noch eine zwei, weil Mario Götze traf.

Es wurde noch besser. Das 3:0 nach knapp einer Stunde gehört in die Kategorie Zaubertörchen: Götze elegant auf Julian Draxler, Draxler auf Jonas Hector, ach was: Jonas Hectooooor - drin war der Ball. Den Italienern muss da ziemlich schwindelig geworden sein.

Das Gute: Auch danach spielte das deutsche Team weiter, obwohl ja schon längst die ominöse 60. Minute angebrochen war. Und die Italiener? Waren zu harmlos. Ihnen fehlte ein Vollstrecker - einer wie dieser Mario Balotelli. Aber der ist ja mittlerweile nicht mehr dabei. Immerhin: Für den Ehrentreffer durch Stephan El Shaarawy reichte es.

Was hat der Sieg mit Thomas Helmer zu tun?

Thomas Helmer erzielte ein Tor beim letzten Sieg der deutschen Nationalelf gegen Italien. Das war 1995 - also vor 21 Jahren. Damals gab es ein 2:0, wobei die Italiener ein Eigentor erzielten.

Gab es auch etwas Besonders?

Ja, Mario Götze spielte. In München. Das kommt mittlerweile ja auch nicht mehr alle Tage vor. Er zeigte sich spielfreudig, leitete den Ball mal mit der Hacke weiter und erzielte mal ein Tor mit dem Kopf - als ob an diesem Tag einfach mal alles ein bisschen anders ist als in seinem derzeit tristen Bundesligaalltag. Als Zugabe leitete er das 3:0 ein. Insgesamt ein klasse Jubiläum: Er absolvierte schließlich sein 50. Länderspiel - mit 23. Respekt.

Was machte Shkodran Mustafi?

Der Nordhesse bestritt sein zehntes und bestes Länderspiel. Er übernahm in einer Abwehr-Dreierkette den mittleren Part, dirigierte mit viel Selbstbewusstsein und schaltete bis auf einmal mit Simone Zaza jenen forschen Italiener aus, der vorher noch getönt hatte, er wolle gegen Deutschland gewinnen.

Wie war die Stimmung in München?

Gut. Die Arena war zwar nicht ganz ausverkauft, die 62 360 Zuschauer sorgten aber für eine Kulisse mit viel Begeisterung, nachdem es beim 2:3 gegen England in Berlin noch Kritik am deutschen Publikum gegeben hatte.

Rubriklistenbild: © dpa

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