3:0-Sieg für Europäer

WM-Schnellcheck: Kroatien im Achtelfinale, Argentinien vor dem Aus

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Ivan Rakitic und seine Kroaten fanden gegen Argentinien die Lücken.

Das ist ein Paukenschlag: Im Gipfeltreffen der Gruppe D am zweiten Spieltag haben mutige Kroaten Messis Argentinier mit 3:0 (0:0) entzaubert. Hier ist unser Schnellcheck zum Spiel. 

Was bedeutet das Ergebnis für beide Teams?

Mit dem 3:0 steht Kroatien vorzeitig als vierte Mannschaft im Achtelfinale der Weltmeisterschaft. Dem aktuellen Vizeweltmeister Argentinien hingegen droht das frühe Aus. Schon gegen Island hatte es für Messi und Co. nur zu einem 1:1 gereicht. Jetzt hilft ihnen eigentlich nur noch beten. Holt Island gegen Nigeria am Freitag nur einen Punkt, haben die Argentinier das Weiterkommen nicht mehr in eigener Hand.

Von der Ansetzung her versprach die Partie eine der besten der Gruppenphase zu sein. Hat sie das gehalten?

Ja. Immer noch galt bis zum Anpfiff ja das packende 3:3 zwischen Spanien und Portugal als das bis dato beste Spiel der WM. Sagen wir mal so: Argentinien und Kroatien taten zunächst einiges dafür, die Umschreibung „zweiter Knaller der WM" mit Leben zu füllen. Einziges Problem: Tore fallen erst mal nicht. Dabei gibt’s genug Chancen aus der Kategorie „Der muss doch eigentlich drin sein“. Das gilt für Enzo Perez, der einen Patzer in der kroatischen Hintermannschaft nicht nutzt (30. Minute). Das gilt drei Minuten später auch für Mario Mandzukic, der einen Kopfball neben den kurzen Pfosten setzt – dabei war das lange Eck komplett frei. Sei’s drum. Zur Halbzeit trösten wir uns mit der Tatsache, dass es bei dieser WM ja noch kein 0:0 gegeben hat.

Wer ist denn Mann des Abends?

Da haben wir gleich mehrere Vorschläge: An Ante Rebic führt kein Weg vorbei. Er hat ja schon die Frankfurter Eintracht zum Pokalsieger gekürt, nun macht er ganz Kroatien glücklich, als er aus der Drehung heraus zum 1:0 trifft (53.). Allerdings müssen wir im gleichen Atemzug den Pechvogel des Abends küren. Denn Rebic bekommt den Ball vom unglücklichen Torhüter Willy Caballero direkt vor die Füße gespielt. Ein Fehler, der an den Patzer des Spaniers David de Gea gegen Portugal erinnert.

Kandidat Nummer zwei ist Luka Modric, der das 50. Tor dieser WM erzielt und bei dessen Hammer zum 2:0 (80.) Caballero chancenlos ist. Dritter im Bunde ist Ivan Rakitic, bester Mann des Abends und vor ewigen Zeiten mal bei Schalke 04, der in der Nachspielzeit den Deckel drauf macht (90.+1).

Was machte denn Argentiniens Messias?

Dass auf seinen Schultern die Erwartungen von 44 Millionen Argentiniern lasten, ist ja nichts Neues. Doch ein Messi allein kann eben auch keine Wunder vollbringen. Offensivstars wie Paulo Dybala und Gonzalo Higuain sitzen viel zu lange auf der Bank, Angel di Maria kommt erst gar nicht. Für Messi war die Last schon vor dem Anpfiff sichtbar viel zu groß. Bei der Hymne singt er nicht mit, sondern reibt sich grübelnd die Stirn. Selbstbewusstsein sieht wahrlich anders aus. Im Spiel ist so wenig von ihm zu sehen, dass Kommentator Béla Réthy die Zuschauer darauf hinweist: „Falls Sie Messi suchen, er ist der Spieler mit den grünen Schuhen.“ Spricht allerdings auch für die Spielweise der Kroaten, die ihn konsequent aus dem Spiel nahmen.

Gab’s einen Hingucker?

Aber hallo. Diesmal hielt sich Argentiniens ewiger Held Diego Armando Maradona zwar ans Rauchverbot, machte aber Rumpelstilzchen Konkurrenz. Er wedelte mit einem Trikot, gestikulierte, gab Anweisungen – einziges Problem: Die Spieler auf dem Platz hörten ihn nicht. Hätte sich wohl am liebsten selbst eingewechselt.

Wie war die TV-Übertragung?

Bei Béla Réthy weiß der Fernsehzuschauer, was er bekommt: Routine. Hatte vor dem Anpfiff ein bisschen zu viel „Ein bisschen Frieden“ gehört. Erst merkte er an, „Schiedsrichter Irmatow schafft erst mal ein bisschen Frieden“, als der die diskussionsfreudigen Argentinier und Kroaten in der Anfangsphase gleich mal in die Schranken wies. Später stellte Réthy fest, dass beide Teams ja „kein Friedensabkommen miteinander haben“, und ließ dann wissen, dass Coach Sampaoli mal Friedensrichter war. Fehlte eigentlich nur noch, dass Réthy selbst seinen Kritikern anbot, eine Friedenspfeife zu rauchen.

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