Deutsche Fußball-Nationalmannschaft verliert Testspiel gegen die USA 1:2

Schnellcheck zum Länderspiel: Müder Auftritt nach der Pause

Im Laufduell: Debütant Patrick Herrmann (links) gegen Mix Diskerud, den Torschützen zum 1:1. Foto:  dpa

Kassel. Das war nichts. Der Fußball-Weltmeister hat am Mittwochabend sein Testspiel gegen die Auswahl der USA 1:2 (1:1) verloren. Stark begonnen, aber nach der Pause zeigte die deutsche Nationalmannschaft einen müden Auftritt. Hier ist unser Schnellcheck:

Wie war denn so dieses Testspiel?

Vorsichtig formuliert: Es war sehr durchwachsen. In der ersten Hälfte spielte die DFB-Elf engagiert nach vorn und zeigte tolle Kombinationen. Auch die Mannschaft von US-Trainer Jürgen Klinsmann überzeugte mit schnellem Umschaltspiel. So ergab sich ein unterhaltsamer Kick, in dem Deutschland verdient durch Mario Götze in Führung ging (12.) und erst mal das Geschehen bestimmte. Das Team von Bundestrainer Joachim Löw versäumte es aber, seine Führung auszubauen.

Zum Ende des ersten Durchgangs fuhr die DFB-Auswahl ihr Engagement zurück – und wurde prompt durch Mix Diskerud bestraft, der Ron-Robert Zieler im deutschen Tor keine Chance ließ (41.). Der Rest? Viele Auswechslungen. Viel Kraut und Rüben. Wenig Linie im deutschen Spiel. Die USA agierten strukturierter und gefährlicher – und kamen dank des Treffers von Bobby Wood (87.) sogar zum letztlich verdienten Sieg.

Empfahl sich ein Spieler als Mann des Abends?

Wäre die Partie nach 45 Minuten vorbei gewesen, hätte Patrick Herrmann diesen Titel abgeräumt. Der Debütant von Borussia Mönchengladbach machte in der ersten Hälfte nicht nur Dampf, sondern vor allem richtig Spaß. Bereitete das 1:0 herrlich vor. Passte sich im zweiten Abschnitt seinem Team an und stellte um auf Energiesparmodus. Wurde in der 73. Minute ausgewechselt.

Gab es gestern in Köln einen besonderen Moment?

Als Lukas Podolski zur zweiten Halbzeit im RheinEnergie-Stadion auflief, bekamen sicherlich sämtliche Kölner unter den 40 000 Zuschauern ein bisschen Gänsehaut. Dass das Idol, der kölsche Jung, dann auch noch mit dem aktuellen FC-Spieler Jonas Hector auf einer Seite agierte, muss für die Kölner wie Karneval gewesen sein.

Wie lief es so für den Nordhessen Shkodran Mustafi?

Der aus Bebra stammende Innenverteidiger übernahm in der neu formierten Viererkette die Rolle des Chefs. Machte es ordentlich. Der 23-Jährige leitete die 1:0-Führung durch Götze ein. Überhaupt bewies der Mann vom FC Valencia Übersicht bei der Spieleröffnung. Kam beim 1:2 einen Tick zu spät.

Haben wir sonst etwas Interessantes erfahren?

Aber hallo. Die DFB-Elf hat jetzt einen Spitznamen. Das brasilianische Team heißt ja Selecao, die Argentinier nennen sich Albiceleste, und wir? Die Nationalmannschaft heißt ab sofort „Die Mannschaft“. Da waren Marketing-Strategen am Werk.

Wie war die Fernseh-Übertragung im Ersten?

In Sachen Unterhaltung ist auf das Duo Matthias Opdenhövel und Mehmet Scholl einfach Verlass. Die beiden spielten sich geschmeidig die Bälle zu. An Scholls Analysen gab’s ebenfalls nichts zu meckern. Kommentator Gerd Gottlob ist nun mal Gerd Gottlob – mitunter trocken wie ein drei Tage altes Brötchen. Erlebte ein typisches Kommentator-Pech: Kaum hatte er eine Lobeshymne auf die deutsche Mannschaft intoniert, da fiel auch schon der 1:1-Ausgleich für das US-Team.

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