Früh geführt und doch verloren

Schnellcheck: Nationalelf unterliegt Oranje in der EM-Qualifikation 2:4

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Die Vorentscheidung: Donyell Malen (Mitte) trifft zum 3:2. Manuel Neuer ist chancenlos.

Stark begonnen, früh geführt und am Ende doch verloren: Das vierte Duell gegen die Niederlande innerhalb von nur elf Monaten hat die deutsche Fußball-Nationalelf verloren. Unser Schnellcheck.

Nach spannenden 90 Minuten im Hamburger Volksparkstadion hieß es 2:4 (1:0). 

Was bedeutet das für die EM-Qualifikation?

Es ist die erste Niederlage. Mit einem Sieg hätte das DFB-Team die Führung von Nordirland übernehmen können. Nun bleibt es Zweiter, vor den Niederländern, die aber ein Spiel weniger haben.

Also der Reihe nach. Wer ersetzte Leroy Sané?

An Timo Werner, in der Bundesliga in Topform, führt in der Nationalmannschaft kein Weg vorbei. Und so bildete er mit Marco Reus und Löw-Liebling Serge Gnabry die deutsche Flügelzange. Wir nehmen schon mal vorweg: Sein Abend war es nicht, für ihn kam Kai Havertz (61.).

Der Klassiker weckt Emotionen. Wie emotional war es denn?

Er begann mit einem Traumstart und einem Traumpass. Joshua Kimmich schickte aus der eigenen Hälfte Lukas Klostermann auf Reisen. Der Leipziger sprintete im Rücken der niederländischen Kette davon, scheiterte aber an Torhüter Jasper Cillessen. Besser machte es Gnabry, den die Stammplatzgarantie von Löw beflügelte. Er vollstreckte im Nachsetzen zum 1:0 (9.). Zweiter deutscher Torschuss, erster Treffer – starke Quote. Ebenso Gnabrys persönliche: achter Treffer im neunten Länderspiel.

Wessen Taktik ging denn besser auf?

Zumindest nach 45 Minuten lautete die Antwort: die der Deutschen. Weil hinten die Dreier-Abwehrkette, die sich bei Bedarf mit Nico Schulz und Lukas Klostermann in eine Fünferkette verwandelte, kompakt stand. Weil an der Mittellinie immer wieder Gnabry, Reus und Werner lauerten. Zwar wich auch Oranje hin und wieder mal auf eine Fünferkette aus – doch das brachte zunächst wenig. „Das war viel Fußballschach“, stellte RTL-Kommentator Marco Hagemann nach der ersten Halbzeit fest.

Wurde es denn noch aufregender?

Aber hallo. Vor allem, weil Oranje nun das Tempo verschärfte und dabei Fehler in der deutschen Abwehr konsequent bestrafte. Und das ging so: Flanke Ryan Babel, der durchsetzungsstarke Frenkie de Jong, gegen den sowohl Nico Schulz als auch Jonathan Tah nicht gut aussehen – 1:1 (59.). Dann kommt Virgil van Dijk nach einer Ecke zum Kopfball, Neuer klärt wieder stark, doch im Nachsetzen tritt erst Babel über den Ball, dann bugsiert ihn Tah unglücklich ins eigene Tor – 1:2 (65.).

Glich sich das Pech denn wieder aus?

Kurzzeitig. Fünf Minuten später bekommt Deutschland einen Elfmeter aus der Kategorie Geschenk. Als Matthijs de Ligt der Ball an die Hand springt, schaut er in eine andere Richtung. Toni Kroos ist es egal – er verwandelt lässig ins linke Eck (71.). Jetzt ist Feuer drin. Und die Niederländer sind nun routinierter, cleverer. Nach einem Ballverlust Ginters am rechten Flügel reagiert Oranje blitzschnell. Zwei, drei Pässe reichen, bevor Donyell Malen zum 3:2 für die Gäste trifft (79.). In der Nachspielzeit krönt Georginio Winjnaldum einen schönen Konter zum 4:2. Ausgangspunkt: ein Ballverlust von Niklas Süle. Der Schlusspunkt. Puh.

Wie war die TV-Übertragung?

RTL war mal wieder dran. Mit TV-Experte Jürgen Klinsmann. Der erfand quasi einen neuen Spieler: „Leroy Sahne“. Dieser eigene Sprech des Schwaben – er ist das Sahnehäubchen.

Und wie geht’s weiter?

Die Pause ist kurz: Schon am Montag (20.45 Uhr/RTL) geht’s fürs Nationalteam weiter. In Nordirland.

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