Dortmund gewinnt im Elfmeterschießen 3:1

Der Schnellcheck zum Pokal-Halbfinale: Die Bayern rutschen aus

Es war so unglaublich umkämpft: Dortmunds Jakub Blaszczykowski (oben) wird in dieser Szene von Rafinha unsanft gestoppt. Foto: dpa

Was war denn das für ein irres Finale des Halbfinales? Nach vier verschossenen Elfmetern ist Bayern München gegen Borussia Dortmund im DFB-Pokal ausgeschieden.

Nach 120 Minuten hatte es 1:1 geheißen. Am Ende siegte die Borussia 3:1. Und Trainer Jürgen Klopp kann beim Abschied aus Dortmund auf einen Titel hoffen. Der Schnellcheck zum Halbfinale.

Wie war denn das Spiel? 

Porto ist nicht alle Tage. Wer einen ähnlich rauschenden Beginn erwartet hatte wie vor einer Woche beim 6:1 in der Champions League, der wurde enttäuscht. Angesagt war erst einmal nicht Zauber. Angesagt war Taktik. Dortmund verteidigte hoch. Ohne großen Erfolg. Der Meister war schnell Herr im Haus.

Bis zur 30. Minute passierte nicht viel. Dann brachte eine Dortmunder Fehlerkette den Münchnern das 1:0. Shinji Kagawa beendet den ersten aussichtsreichen Konter mit einem zögerlichen Fehlpass. Es sind diese Chancen, auf die die Gäste eigentlich warten. Stattdessen werden sie böse bestraft. Robert Lewandowski macht es besser. Hat erst Pech, scheitert am Pfosten. Und dann Glück. Seinen Nachschuss aus spitzem Winkel kann Mats Hummels nicht abfangen. Torhüter Mitchell Langerak irrt herum – Tor.

Zu Beginn von Halbzeit zwei zwar sieht Langerak klarer, pariert den Schuss von Thomas Müller. Die Bayern haben Pech, als Lewandowski nach dem Pfosten auch die Latte trifft (58.). Diesmal ohne Nachschuss. Und dann kommt die Situation, für die die Formulierung „Aus dem Nichts“ entstand. Der erste geordnete Dortmunder Angriff bringt das 1:1 (75.). Pierre-Emerick Aubameyang drückt den Ball über die Linie. Über die Linie? Ja, er ist trotz Manuel Neuers Eingreifen wirklich über die Linie. Und plötzlich ist alles anders. Henrich Mchitarjan und Marco Reus haben Riesenchancen für die Gäste. Die wollen den Sieg. Doch erst einmal gibt es Verlängerung.

In der überwiegt Sicherheitsdenken. Dann sieht Dortmunds Kevin Kampl Gelb-Rot (108.), verhindert Langerak gegen Schweinsteigers Kopfball das Tor (115.). Und dann die Krönung. Dieses irre, dieses wahnsinnige Elfmeterschießen. Lahm rutscht aus. Alonso rutscht aus. Beide verschießen. Götze scheitert an Langerak, Neuer an der Latte. Für den BVB treffen Gündogan und Kehl. Immerhin. Nur Hummels verschießt.

War das Ergebnis auch verdient? 

Schwer, sich da festzulegen. Erste die große Münchner Überlegenheit. Dann die Dortmunder Großchancen nach dem 1:1. Beide haben sich hier etwas verdient. Gewonnen hat nur einer.

Gab es einen richtigen Aufreger? 

Ja, der ereignete sich kurz nach Lewandoswkis Lattentreffer. Bei Müllers Nachsetzen stoppte Marcel Schmelzer den Ball so was von deutlich mit der Hand. Das konnte man kaum übersehen. Das Schiedsrichter-Trio um Peter Gagelmann sah es nicht. Und gab in der Verlängerung einen weiteren Elfmeter für die Bayern nicht.

Gab es einen Gänsehaut-Moment? 

Für Bayern-Fans die Choreographie der Ultras bei Einlauf der Mannschaften. „The real Badman & Robben“ hieß sie, zeigte Franck Ribery als Batman und Arjen Robben als Robin. Kleine Anspielung auf den Dortmunder Masken-Jubel beim Derby gegen Schalke. Ribery spielte allerdings nicht, Robben kam spät und mussteschnell verletzt wieder gehen.

Wurden Jürgen Klopp vor dem Spiel Blumen überreicht? 

Nein. Der BVB-Trainer hatte sich eine entsprechende Idee der Gastgeber ja auch verbeten. Mit markigen Worten: „Wir sind auf Krawall gebürstet und wollen uns nicht mit Blumen weichkochen lassen.“ Was TV--Experte Mehmet Scholl zu dem Spruch veranlasste: „Du kriegst vielleicht Blumen zugeworfen. Mit Topf dran.“

Wie war die TV-Übertragung in der ARD? 

Sehr unterhaltsam. Scholl glänzte einmal mehr als Experte. Und Gerd Gottlob kommentierte meist unaufgeregt und souverän, hatte aber auch Zeit, sich zu begeistern. „Ich lasse mich begeistern von der Technik von Bernat und Thiago.“ Stimmt. Die begeistert.

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