Schnellcheck zum Pokal-Viertelfinale: Bayern brillant, Gladbach eiskalt

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Sie jubeln immer weiter: Bayerns Arjen Robben (von links), Robert Lewandowski und Arturo Vidal.

Kassel. Die zumindest eine Halbzeit lang rauschhaften Bayern stehen nach einem 3:0 gegen Schalke ebenso im Halbfinale des deutschen Fußball-Pokals wie Borussia Mönchengladbach. Die Mannschaft von Dieter Hecking setzte sich beim Hamburger SV 2:1 durch. Der Schnellcheck des Pokalabends.

Vorweg: Haben die Partien überhaupt ordnungsgemäß stattgefunden?

Ja, Hamburg und München sind ja dann doch nicht Lotte. Selbst wenn es gleichzeitig gestürmt, geschneit und geregnet hätte, wäre in den beiden Bundesligastadien wohl angepfiffen worden. Wobei: In Hamburg begann die Partie mit zehnminütiger Verspätung. Grund war das hohe Verkehrsaufkommen rund um das Stadion. Der Gladbacher Mannschaftsbus soll aber nicht im Schlamm festgesteckt haben.

München gegen Schalke – wie lief’s in der Allianzarena?

Einseitig, und zwar so einseitig, dass nach einer halben Stunde der Gedanke aufkam, der HSV habe sich als Schalke verkleidet. Da war München schon längst auf einem 8:0-Kurs. Robert Lewandowski traf nach zwei Minuten schon zum 1:0, Thiago erhöhte nach Flanke Lewandowski in der 16. Minute auf 2:0, und nach knapp 30 Minuten war wieder Lewandowski zur Stelle. Die Tore entstanden alle über die linke Angriffsseite, die Nationalspieler Benedikt Höwedes zu verteidigen hatte, was – sagen wir mal – nicht so gut gelang. Womöglich war Höwedes einfach ein bisschen sauer, dass ihm wieder mal sein Geburtstag am 29. Februar geklaut worden war.

Bayern war in der Form, in der Teams von Trainer Carlo Ancelotti ganz gern sind, wenn es ernst wird. Sie spielen dann auf höchstem Niveau und lassen dem Gegner keine Luft zum Atmen. So konnten sich die Münchner leisten, es in Halbzeit zwei austrudeln zu lassen – nach dem Motto: Ein 8:0 in einer Woche reicht ja auch.

Wer war der Mann des Abends?

Das war Franck Lewandowski oder auch Robert Ribéry. Franck Ribéry war nach seiner Verletzungspause gleich wieder in Spiellaune und leitete die Treffer ein, und Robert Lewandowski befeuerte die These, er sei ein Phänomen. Was er macht, führt zum Tor.

Und wer hatte mal wieder einen traurigen Abend?

Holger Badstuber. Der 28-Jährige spielte 15 Jahre lang für die Bayern, er wurde dann in der Winterpause an den FC Schalke verliehen und sah nun gegen die Bayern Gelb-Rot (77.). Ein Kapitel aus der Kategorie: Solche Geschichten schreibt nur der Fußball.

Hamburg gegen Gladbach – gab es wenigstens im Volksparkstadion Elfmeterschießen?

Nun ja, wie man es nimmt: Zumindest für Sieger Gladbach wurde es zum Elfmeterschießen light. Die Mannschaft von Trainer Dieter Hecking bekam zwei Strafstöße zugesprochen – allerdings in Halbzeit zwei. Erst foulte Mergim Mavraj Patrick Herrmann, später dann legte Matthias Ostrzolek Jonas Hofmann. Beide Fälle waren so eindeutig wie der Münchner Sieg gegen Schalke. Lars Stindl traf zum 1:0 (53.) und blieb dabei unverdächtig, den Ball mit dem Arm ins Tor befördert zu haben. Den zweiten Strafstoß verwandelte Raffael (61.), der erstmals nach längerer Verletzungspause von Beginn an spielte. Die Elfmetertreffer reichten zum 2:1-Sieg. Interessant: In der Bundesliga vergab Gladbach gegen den HSV zuletzt zwei Elfmeter, die Partie der Hinrunde endete 0:0.

Hat der HSV wieder so desolat gespielt wie beim 0:8 in München?

Das Fazit könnte lauten: achtbar statt acht Stück. Aber das reichte eben nicht gegen abgeklärtere Gladbacher, zumal der Anschlusstreffer durch Bobby Wood Sekunden vor dem Abpfiff viel zu spät kam. Immerhin: Gewonnen haben die Hanseaten ja auch irgendwie an diesem Abend – und wenn es nur die Erkenntnis ist, dass andere Mannschaften in München schneller 0:3 hinten liegen als sie selbst.

Wie war die TV-Übertragung in der ARD?

Besser als die sich wie ein Kaugummi ziehende Übertragung am Tag zuvor, was womöglich auch daran lag, dass diesmal das Livespiel nicht ausgefallen ist. Kommentator Steffen Simon war bei der Betrachtung der Bayern gewohnt souverän.

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